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Boniface N'Dong wechselte 2009 von CB Malaga nach Barcelona © imago

Der Deutsch-Senegalese Boniface N 'Dong trägt zu Barcas zweitem Euroleague-Triumph bei. Navarro fühlt sich wichtiger als 2003.

Von Michael Spandern

Paris - Als der FC Barcelona und Juan Carlos Navarro 2003 vor heimischer Kulisse erstmals die Euroleague gewannen, gaben in Bamberg die Verantwortlichen ihre Hoffnungen auf den Durchbruch des Center-Talents Boniface N 'Dong auf.

Nach nur einer Saison endete die erste BBL-Station des Deutsch-Senegalesen, doch sieben Jahre später steht der Franken-Gigant überraschend mit Barca auf dem europäischen Gipfel.

Und der 32-Jährige trug mit sieben Punkten in 16:39 Minuten Spielzeit seinen Teil dazu bei, dass die Katalanen im Endspiel des Final Four in Paris den griechischen Pokalsieger Olympiakos Piräus mit 86:68 (47:36) auseinandernahmen (DATENCENTER: Die Euroleague).

Endspiel-Rekord von Vazquez

Den größten Anteil aber hatte Local Hero Navarro, der 2008 nach einem beachtlichen NBA-Intermezzo bei den Memphis Grizzlies zurückgekehrt war.

Der Shooting Guard, als einziger Barca-Akteur auch 2003 dabei, erzielte 21 Punkte und wurde zum MVP des Turniers gewählt. "Mein erster Euroleague-Titel war ein besonderer, da er der erste für den Klub war. Aber dieser ist für mich auch besonders, weil ich eine wichtigere Rolle spiele."

Navarro zur Seite sprangen Small Forward Pete Mickeal mit 14 Zählern und Center Fran Vazquez, der mit vier abgeblockten Würfen einen Endspiel-Rekord aufstellte.

Bei den Roten aus der Athener Hafenstadt punkteten zwar die Ex-NBA-Profis Josh Cildress (15) und Linas Kleiza (13) am häufigsten, drückten der Partie aber ebensowenig wie Wettbewerbs-MVP Milos Teodosic (10) ihren Stempel auf.

Dunking über Bourousis

Das glückte vielmehr den Katalanen durch unermüdlichen Einsatz. "Wir haben wirklich hart gearbeitet, großartig verteidigt und unsere Würfe getroffen", betonte N 'Dong.

Der 2,13-Meter-Mann, in dessen Vita die SpVgg Rattelsdorf als erster Verein steht, war im dritten Viertel mit einem Dunking über Center-Star Ioannis Bourousis und einem Mitteldistanzwurf Hauptdarsteller eines 8:0-Laufs, der Barca mit 60:47 nach vorn brachte.

"Wir haben die ganze Saison über unsere mentale Stärke bewiesen", verwies FCB-Trainer Xavi Pasqual auf die überragende Bilanz von 20 Siegen aus 22 Spielen. "Wir haben uns konzentriert und nicht an die Vergangenheit oder deren Nachhall gedacht."

Offene Rechnung beglichen

Womöglich dachte er dabei bis ins Jahr 1997 zurück, als Olympiakos seinen weiterhin einzigen Euroleague-Gewinn feierte - durch einen Finalsieg gegen Barcelona.

"Damals fuhr ich in einem Auto nach Rom, um mir Barca anzusehen. Wir waren Schlachtenbummler. All diese 13 Jahre hinweg konnte ich mir einen solchen Abend nicht ausmalen", genoss Pasqual das Begleichen der offenen Rechnung.

Dass Piräus im Finale zweier sündhaft teurer Teams deutlich unterlegen war, erklärte Kleiza so: "Barcelonas Team spielt länger zusammen, und das hat den Unterschied ausgemacht. Sie kennen einander besser und haben den Ball besser laufen lassen."

In der Tat haben die Katalanen, im Vorjahr Dritter des Wettbewerbs, sich nur gezielt verstärkt: Neben den aus der ACB bekannten Mikael und Supertalent Ricky Rubio kamen nur Terence Morris und Erazem Lorbek vom letztjährigen Finalisten ZSKA Moskau.

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