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Yassin Idbihi wechselte vor der Saison von Braunschweig nach Berlin © imago

ALBA Berlin verpasst zum zweiten Mal in Folge die Qualifikation für die Euroleague. Manager und Trainer kritisieren das Team.

Berlin - Alle Jahre wieder: Wenn sich die besten Basketballklubs des Kontinents in der Euroleague messen, bleibt dem deutschen Vorzeigeteam ALBA Berlin nur die Zuschauerrolle.

Manager Marco Baldi ließ nach dem Aus in der Qualifikation kein gutes Haar an seinen Versagern:

"Unser Team ist nicht bei 100 Prozent. Um in die Euroleague zu kommen, braucht man allerhöchstes Niveau. Ich habe das Team genau so wenig gespürt wie das Team sich selbst gespürt hat."

Noch tiefer saß der Frust bei Trainer Luka Pavicevic. "Ich fühle mich wie jemand, der etwas erreichen möchte, aber nicht darf. Wir hätten keine Superhelden sein, sondern nur die Grundlagen beherrschen müssen", sagte der Montenegriner.

Chance erneut verspielt

Nach dem 77:81 im Hinspiel war das 70:70 vor fast 12.000 Zuschauern gegen die Belgier von Spirou Charleroi zu wenig. Wie im vergangenen Jahr bleibt ALBA als Trostpreis nur der Eurocup, in dem sie immerhin das Finale erreicht hatten.

Bereits im Oktober 2009 war ALBA gegen Maroussi Athen nur um vier Punkte in der Qualifikation zur Königsklasse gescheitert.

Erneut hatte der europäische Verband den Albatrossen daraufhin mit einer Wildcard die Hintertür zur Europaliga geöffnet, erneut verspielten sie die Chance mit einer indiskutablen Leistung leichtfertig.

Pfiffe für ALBA

Das dritte Viertel war der Knackpunkt gegen die keinesfalls übermächtigen Wallonen. ALBA verlor den Abschnitt mit 12:23 und lag plötzlich zurück, obwohl man zur Halbzeit noch mit jenen vier benötigten Punkten Vorsprung geführt hatte.

"Wir haben das Spiel zu leicht aus der Hand gegeben", sagte Power Forward Yassin Idbihi: "Leider erlauben wir anderen Mannschaften zu oft Runs zu ihren Gunsten innerhalb eines Spiels."

Als sich im Schlussabschnitt abzeichnete, dass ALBA die gut gefüllten Geldtöpfe der Euroleague verpassen wird, gellten erste Pfiffe von den Rängen.

Druck auf Team steigt

Manager Baldi kündigte wirtschaftliche Konsequenzen an und erhöhte den Druck auf das Team: "Wir haben die Mannschaft zusammengestellt, um die Meisterschaft zu holen. Das wird jetzt ein langer, steiniger Weg."

Statt Rückenwind für die Bundesliga gab es gegen Charleroi einen unerwarteten Nackenschlag. Die Meisterschaft ist nun Pflicht, dann wäre ALBA automatisch für die nächste Euroleague-Saison qualifiziert.

Seinen Arbeitsplatz hat dabei kein ALBA-Profi sicher, wie Baldi vielsagend andeutete: "Es gibt keinen Grund, an der Mannschaft zu zweifeln - noch nicht."

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