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Casey Jacobsen (l.) gewann mit Bamberg 2010 Meisterschaft und Pokal © imago

Mit viel Rückenwind startet der Deutsche Meister bei Virtus Rom in die Euroleague. Casey Jacobsen warnt vor einem NBA-Duo.

Von Annette Bachert und Eric Böhm

München - In der Beko BBL sind die Brose Baskets Bamberg momentan das Maß aller Dinge. Mit fünf Siegen in fünf Partien lässt der Deutsche Meister keinen Zweifel an der "Mission Titelverteidigung" aufkommen.

In der Euroleague sieht das Ganze ein wenig anders aus, wie Bambergs Shooting Guard Casey Jacobsen im Gespräch mit SPORT1 erklärt: "Der größte Unterschied ist, dass wir in Deutschland die Gejagten sind und in Europa ein Außenseiter. Deshalb sind die Spiele in der Euroleague eine größere Herausforderung."

Als erste Herausforderung wartet auf die Mannschaft von Chris Fleming der Auftritt beim italienischen Vertreter Virtus Rom (ab 20.55 Uhr LIVE auf SPORT1+).

"Respekt, aber keine Ehrfurcht"

Dessen größte Erfolge liegen zwar schon einige Jahre zurück, unterschätzen darf man den ehemaligen Euroleague-Sieger (1984) dennoch nicht.

Co-Trainer Arne Woltmann bringt dies auf den Punkt: "Wir haben Respekt vor den Gegnern. Ehrfurcht zu zeigen wäre allerdings falsch."

Neben Virtus Rom treffen die Baskets in der Gruppe B noch auf Olympiakos Piräus, Real Madrid, Unicaja Malaga und Spirou Charleroi. Letzterer hatte Bambergs Liga-Konkurrent ALBA Berlin in der Qualifikation besiegt.

Nur zwei Siege vor drei Jahren

Die Zielsetzung der Franken für die Vorrunde ist klar: besser abzuschneiden als bei der letzten Euroleague-Teilnahme in der Saison 2007/08. Damals gelangen Bamberg in 16 Spielen nur ganze zwei Siege.

"Wir wollen zeigen, dass Bamberg eines der besseren Teams in Europa ist. Daher müssen wir mehr als nur zwei Spiele gewinnen und wollen unbedingt in die nächste Runde einziehen. Ich glaube auch, dass wir das schaffen können", gibt sich Jacobsen selbtsbewusst.

Richtungsweisende Partie

"Wenn man sich die Gegner in der Gruppe anschaut muss man davon ausgehen, dass wir mit Spirou Charleroi und Virtus Rom um den vierten Platz kämpfen", erklärt Woltmann, der das Weiterkommen in die nächste Runde bedeuten würde.

Damit wird auch gleich klar, wie wichtig dieses erste Spiel sein kann, auch wenn Jacobsen die Bedeutung etwas herunterspielt: "Man kann nicht sagen, dass ein Spiel wichtiger ist als ein anderes. Jedes Spiel ist wichtig. Wenn wir gegen Rom gewinnen, dann heißt das nicht, dass wir die Champions der Euroleague sind und wenn wir verlieren, sind wir nicht draußen."

Hoffnungen ruhen auf Erfahrenen

Jacobsen gehört zusammen mit Pedrag Suput und Reyshawn Terry zu den Spielern, die bei Bamberg schon einige Euroleague-Partien auf dem Buckel haben.

Diese Erfahrung will Jacobsen seinen Mitspielern zugute kommen lassen: "Ich versuche mein Bestes, um dieses Team zu führen. Wenn es mal schlecht läuft oder wir gegen ein richtig gutes Team spielen, dann versuche ich auf die Jungs Ruhe auszustrahlen, positiv zu bleiben und natürlich mit Leistung voranzugehen."

Zwei Ex-NBA-Spieler im Team

Aber auch das Team von Matteo Boniciolli hat mit den NBA-erfahrenen Charles Smith (Shooting Guard), Darius Washington (Point Guard) eine Menge internationale Erfahrung vorzuweisen.

Jacobsen warnt vor dem Duo: "Smith ist einer der meistrespektierten Routiniers in Europa. Es wird für uns sehr schwierig sein gegen ihn zu verteidigen. Washington ist einer der Spieler, die ein Spiel allein entscheiden können. Es wird nicht leicht sein sie zu stoppen, aber es ist möglich. Keiner von beiden ist Superman."

Die einzigen beiden Partien, in denen die Teams aufeinander trafen, datieren aus der Saison 2007/2008. Dort bekamen die Brose Baskets zweimal deutlich ihre Grenzen aufgezeigt.

Spielpraxis spricht für Bamberg

Da aus den damaligen Kadern mit Predrag Suput und Karsten Tadda bei den Brose Baskets, bei Virtus nur noch Jacopo Giachetti und Alessandro Tonnolli, auch heute im Team sind, lassen die Ergebnisse aber keine Schlüsse zu.

Ein Vorteil für die Bamberger könnte allerdings die geringere Spielpraxis von Virtus sein. Denn die Italiener haben in dieser Spielzeit erst eine Pflicht-Partie bestritten.

"Der Vorteil der Eingespieltheit liegt klar auf Seiten der Brose Baskets, die eine gute Chance haben, für eine Überraschung sorgen zu können", ist Brose-Sportkoordinator Volker Stix sicher.

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