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Bambergs Neue punkten: Hines (l.) hat bereits 50, Reyshawn Terry 28 Euroleague-Zähler © imago

Bamberg will bei Real Madrid eine Schmach tilgen und eine schwarze Serie beenden. Es warten alte Bekannte und ein NBA-Abgänger.

Von Marcus Giebel

München - Zwei Siege, eine Niederlage: Die Ausgangslage vor dem 4. Spieltag in der Euroleague ist für die Brose Baskets und Real Madrid dieselbe. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dennoch ist die Favoritenfrage vor dem direkten Aufeinandertreffen in der spanischen Hauptstadt (Do., ab 20.40 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) aus Sicht der Bamberger geklärt.

"Wir fahren als krasser Außenseiter zu einer sehr guten Mannschaft mit einem der besten Coaches der Welt. Die können was", hat Co-Trainer Arne Woltmann Respekt vor dem 30-maligen spanischen Meister und Trainer Ettore Messina.

Auswärts seit 2006 sieglos

Die bisherige Saisonbilanz macht dennoch Mut, bezwangen die Franken schon Olympiakos Piräus und Spirou Basket Charleroi - beide Erfolge gelangen jedoch in der heimischen Stechert-Arena. (VIDEO: Bamberg besiegt auch Chaleroi)

Auswärts gingen die vergangenen elf Euroleague-Auftritte in der Fremde verloren. Wie auch im Januar 2008, als die Brose Baskets noch unter Dirk Bauermann in Madrid mit 57:93 unter die Räder gerieten.

Um diese Schmach zu tilgen und die schwarze Serie zu beenden, wird es für das Team von Coach Chris Fleming darauf ankommen, sich nicht von der Kulisse der 12.500 Plätze umfassenden Caja Magica - zu deutsch Zauberkiste - beeindrucken lassen.

Prigioni fehlt verletzt

Dabei könnte den Bambergern entgegenkommen, dass einige Stars auf alte Bekannte treffen.

Predrag Suput spielte zwei Jahre mit Reals Novica Velickovic bei Partizan Belgrad, Casey Jacobsen ging bereits mit Pablo Prigioni und Sergi Vidal in Vitoria auf Korbjagd.

Der argentinische Spielmacher Prigioni kann wegen einer Handverletzung allerdings nicht dabei sein. In Sergio Llull steht jedoch ein starker Ersatz parat: Der 22-Jährige steht schon vor seinem 56. Euroleague-Spiel.

Drei Weltmeister von 2006

Keine Frage: Messina hat eine Star-Truppe zur Verfügung. Der Italiener steht aber auch unter Druck, ist der erfolgsverwöhnte Klub seit dem ULEB-Cup-Triumph 2007 ohne jeden Titel.

Zu beachten sein werden auch der frühere Oldenburger D'Or Fisher und die Weltmeister von 2006 Felipe Reyes, der seit 2004 das Real-Trikot trägt, Jorge Garbajosa sowie Sergio Rodriguez.

Letzterer kam vor der Saison aus New York und hat die Erfahrung von 300 NBA-Partien mit mehr als 1000 Punkten auf dem Buckel.

Unter den Körben räumt der 2,17 Meter lange kroatische Nationalspieler Ante Tomic ab und hat bislang die zweitmeisten Rebounds in der Euroleague gepflückt.

Hines der punktbeste Reservist

Woltmann fordert daher vor allem den Bamberger Center: "Tibor Pleiß ist körperlich und mental stark genug, um auch auf diesem Niveau zu bestehen."

Und Fleming hat den besten Joker der Euroleague in seinen Reihen: Kyle Hines hat bislang im Schnitt 16,7 Punkte erzielt - niemand in Europas Königsklasse war besser. Nicht nur deshalb ist Woltmann "überzeugt, dass Kyle Hines aufgrund seiner Beweglichkeit für die großen Spanier mehr Mismatch sein wird als umgekehrt."

Auch Real-Coach Messina ahnt daher, dass sich die Franken in der Zone große Pläne haben: "Ihre Innenspieler verstehen es, mit Eins-gegen-Eins-Situationen umzugehen."

Dreigestirn führt die ACB an

In der Liga zumindest haben die in der Beko BBL noch ungeschlagenen Bamberger dem Gegner etwas voraus: Die "Königlichen" haben bereits eines seiner sechs Saisonspiele verloren, bilden punktgleich mit dem FC Barcelona und Caja Laboral aus Vitoria ein Spitzentrio in der ACB.

Und auch das Spiel gegen Olympiakos sollte Mut machen: Die Griechen haben Real zum Auftakt beim 82:66 die Grenzen aufgezeigt.

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