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Aufbauspieler Brian Roberts kam 2009 aus Israel nach Bamberg © getty

Die starke Leistung gegen Madrid lässt die Baskets mutig werden. Und Topscorer Roberts kündigt bereits weitere Großtaten an.

München - Star-Coach Ettore Messina riss beide Arme in die Höhe, und die Fans in der "Zauberkiste" sprangen freudetrunken von den Sitzen.

Der ausgelassene Jubel zeigte, welch harter Gegner die Brose Baskets Bamberg für den spanischen Topklub Real Madrid waren.

Der deutsche Double-Gewinner schrammte durch das 81:83 nach Verlängerung nur deshalb hauchdünn an einer weiteren Sensation in der Euroleague vorbei, weil Madrids D'Or Fisher 2,5 Sekunden vor der Schlusssirene dem auf dem Ring tanzenden Ball die entscheidende Richtungsänderung gab.

Nach der unerwartet knappen Niederlage gegen den 31-maligen spanischen Meister überwog zumindest bei Wolfgang Heyder der Stolz auf die Mannschaft.

Baskets nutzen Chancen nicht

"Sie hat ein tolles Spiel gemacht. Für mich war das unsere beste Saisonleistung. Wir haben Real über weite Strecken auch spielerisch dominiert", so Bambergs Manager.

Für Aufsehen hatten die Franken, deren Einzug in die Runde der besten 16 Mannschaften eine echte Überraschung wäre, erst vor zwei Wochen gesorgt, als der letztjährige Finalist Olympiakos Piräus in eigener Halle deutlich besiegt wurde.

Trainer Chris Fleming freute sich nach dem Spiel in Madrid über die gelungene Umsetzung seiner Vorgaben, trauerte aber auch den vergebenen Chancen nach.

Sieben-Punkte-Führung reicht nicht

Im dritten Viertel habe man zu viele Würfe vergeben, "hätten wir da unsere Chancen genutzt, wäre das Spiel vielleicht anders ausgegangen."

Im am Ufer des Manzanares gelegenen Caja Magica (deutsch: Zauberkiste) in Madrid erwischte der deutsche Titelträger und krasse Außenseiter einen perfekten Start und lag nach dem ersten Viertel mit 20:14 in Front.

Danach zeigten die "Königlichen" ihre Klasse und spielten bis zur Halbzeit eine knappe Führung heraus. Nach der Pause drehten dann erneut die Bamberger auf, und führten zwischenzeitlich mit sieben Punkten.

[kaltura id="0_mqh675f9" class="full_size" title="Bamberg verliert Overtime Krimi"]

"Mental und körperlich starkes Team"

In der Verlängerung gelang Bambergs Brian Roberts acht Sekunden vor dem Schluss der Ausgleich. Sein Wurf, eindeutig vor der Dreier-Linie abgegeben, wurde allerdings nur als Zwei-Punkt-Wurf gewertet - 81:81.

Nach einem Alleingang von Sergio Llull, der unwiderstehlich zum Korb zog, musste Fisher den Ball dann nur noch in den Korb tippen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Er sei froh, dass ihm der entscheidende Punkt gelungen sei, sagte Fisher später: "Die Baskets haben bewiesen, dass sie ein mental und körperlich starkes Team sind."

Großes Lob vom Gegner

Auch bei Madrids Trainer Messina hatte der Bamberger Auftritt Eindruck hinterlassen.

"Es war ein schweres Spiel für uns. Sie haben das Tempo vorgegeben, wir mussten hinterherlaufen", sagte der Italiener.

Bamberg habe gezeigt, dass die Siege gegen Charleroi und Olympiakos Piräus kein Zufall gewesen seien.

"Wir werden kämpfen"

Die Baskets liegen in der Gruppe B mit zwei Siegen und zwei Niederlagen hinter Piräus und den Spaniern auf dem dritten Platz, die ersten beiden Teams der Sechser-Gruppe ziehen in die nächste Runde ein.

Brian Roberts, mit 21 Punkten erfolgreichster Bamberger Werfer, kündigte schon mal weitere Großtaten an: "Wir haben schon bewiesen, dass wir überall bestehen können. Wir wissen, dass wir eine Chance haben und dafür werden wir kämpfen."

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