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Pointguard Rashad Wright kam im Sommer vom türkischen Top-Klub Efes Pilsen Istanbul © getty

Die ALBA-Niederlage in der Euroleague kam nicht unerwartet. Dennoch ist sie in der Höhe schmerzhaft. Jetzt muss die Analyse folgen.

Berlin - Beim Deutschen Meister ALBA Berlin herrschte nach der bitteren Rekordpleite in der Euroleague Ratlosigkeit.

"Ich könnte versuchen, Erklärungen abzugeben, aber sie würden nur wie Ausreden klingen", sagte Trainer Luka Pavicevic nach der herben 65:106-Niederlage am dritten Spieltag der europäischen Königsklasse beim spanischen Champion Tau Vitoria.

Sicherlich waren die Berliner klare Außenseiter bei den favorisierten Basken, die inklusive der ALBA-Partie von den letzten 42 Euroleague-Heimspielen nur eines verloren.

Die höchste Europapokal-Niederlage der Vereinsgeschichte (zuvor 51:91 bei Elosua Leon am 28. Oktober 1992) hatte allerdings auch der Coach nicht erwartet. "Wir haben es nicht geschafft, mit Tau mitzuhalten. Sie haben es uns nicht erlaubt, unser Spiel zu spielen", meinte Pavicevic.

Schmerzhafte Lehrstunde

Tatsächlich bekam der achtmalige deutsche Champion im Baskenland eine schmerzhafte Lehrstunde erteilt. Vor 9300 Zuschauern konnte Berlin, das kurzfristig ohne den an der Hand verletzten Bundesliga-MVP Julius Jenkins auskommen musste, nur im ersten Viertel (24:24) mithalten. Dann zog Vitoria mit einer 18:0-Serie unaufhaltsam davon.

Am Ende wurden die Albatrosse durch die unglaubliche Trefferquote der Spanier böse gerupft. Von jenseits der Drei-Punkte-Linie traf Tau in 15 von 24 Versuchen (62,5 Prozent). Allein der serbische Topscorer Igor Rakocevic (27 Punkte) verwandelte sechs von sechs Dreiern. Bester Werfer bei den Berlinern war Ansu Sesay mit elf Punkten.

"Höhe der Niederlage tut weh"

"Dass man gegen so ein gutes Team verliert, kann sicherlich passieren. Die Höhe der Niederlage tut aber natürlich sehr weh. Es ist uns nicht gelungen, an unser Limit zu gehen", erklärte ALBA-Sportdirektor Henning Harnisch, für den solche "Negativ-Ausschläge leider zum Sportlerleben dazugehören".

Der frühere Nationalspieler verwies zudem auf die Reisestrapazen der Berliner. In den vergangenen sieben Tagen musste ALBA in Istanbul (73:82), in Ulm (85:69) und in Vitoria gleich dreimal auswärts antreten.

Spielfreie Zeit nutzen

Dafür hat der Bundesliga-Spitzenreiter am Wochenende spielfrei und kann sich eine Woche lang auf das Heimspiel am Donnerstag gegen Joventut Badalona mit dem ehemaligen Berliner Jan Jagla vorbereiten.

"Wir müssen die Niederlage sauber analysieren und wegstecken. Natürlich brennt man darauf, sich gleich wieder beweisen zu können. Aber es tut uns natürlich gut, jetzt ein paar Tage zu regenerieren", sagte Harnisch.

Ein Heimerfolg gegen den spanischen ULEB-Cup-Gewinner Badalona am vierten Spieltag ist angesichts der bisherigen ALBA-Bilanz von 1:2 Siegen fast schon Pflicht. Schließlich peilt der deutsche Vorzeige-Basketball-Klub den Sprung in die Top-16-Runde an.

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