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Bambergs Kyle Hines ist mit 14,1 Punkten pro Partie bester Reservist der Euroleague © imago

Die Brose Baskets Bamberg gehen motiviert ins letzte Heimspiel. Madrids umstrittener Hinspiel-Sieg leitete den Niedergang ein.

Köln - In der Beko BBL ziehen sie an der Spitze einsam ihre Kreise, auf dem europäischen Parkett sind sie ausgerutscht:

Die Brose Baskets Bamberg pendeln seit Wochen zwischen Euphorie und Ernüchterung. Wenn am Mittwoch (20.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) die "Weißen Riesen" von Real Madrid beim deutschen Meister aufspielen, hat das Durcheinander in der Gefühlswelt ein Ende.

Die Top-16-Runde der Euroleague ist nicht mehr zu erreichen, die Bamberger können das Highlight in vollen Zügen genießen.

Reihenweise knappe Niederlagen

"Wir spielen dieses Spiel, um zu gewinnen", stellt Trainer Chris Fleming vor dem reizvollen Duell trotz der aussichtslosen sportlichen Situation unmissverständlich klar.

Sorgen, dass seine Mannschaft das Spiel gegen den 30-maligen spanischen Meister abschenken könnte, hat der Amerikaner nicht. "Die Tatsache, dass wir raus sind, ist bitter. Aber ein Spiel gegen Real Madrid in ausverkaufter Halle muss Motivation genug sein", so Fleming.

Gerne hätten die Bamberger den spanischen Spitzenklub unter Erfolgsdruck gefordert, doch gleich eine ganze Reihe knapper Niederlagen sorgte für den vorzeitigen K.o. in der Gruppenphase.

Wendepunkt in der Caja Magica

Gegen Malaga (65:69) und Rom (67:68) gab es vermeidbare Pleiten, bei den Königlichen unterlag man unglücklich.

Nach Verlängerung hieß es in der Caja Magica von Madrid 81:83 - auch weil ein Dreier von Brian Roberts nur als Zwei-Punkt-Wurf zählte. Seit der bitteren Niederlage - der dritten im dritten Duell mit den "Königlichen" - hat der deutsche Pokalsieger in der Euroleague kein Spiel mehr gewonnen.

Dass das europäische Abenteuer dieses Mal frühzeitig endet, ist enttäuschend für die aktuelle deutsche Nummer eins. Dennoch können die Franken einige unvergessliche und für die Zukunft wertvolle Erlebnisse aus der Saison mitnehmen.

Verfolger Frankfurt abgehängt

Neben dem spannenden Spiel in Madrid, das Bamberg über weite Strecken dominierte, gelang dem Fleming-Team ein sensationeller Sieg gegen den letztjährigen Finalisten Olympiakos Piräus (73:61). Aussetzer leisteten sich die Bamberger gegen die vermeintlich schwächeren Gegner.

Enge Kisten mit schlechtem Ausgang waren in der Euroleague an der Tagesordnung, das Kontrastprogramm liefern die Franken in der Bundesliga ab und steuern unbeirrt dem dritten Meistertitel entgegen.

Mit 13 Siegen aus 13 Spielen hat der Double-Gewinner eine makellose Bilanz, der erste Verfolger aus Frankfurt (20:6) hechelt dem Titelverteidiger vier Spieltage vor dem Ende der Hinrunde schon weit hinterher.

Madrilenen unter den Top 16

Zumindest für 40 Minuten rückt die Bundesliga am Mittwoch wieder in den Hintergrund, wenn der bereits für die nächste Runde qualifizierte Tabellenführer der spanischen ACB-Liga in Bamberg antritt.

Gegen die "Königlichen" kann der deutsche Meister noch einmal beweisen, dass man in Europa mit den Spitzenteams mithalten kann. Auch wenn es dafür nicht mehr als Applaus geben wird.

Und Reserve-Center Kyle Hines möchte wohl seine unrühmliche Bestmarke - bereits elf seiner Würfe wurden abgeblockt - zumindest nicht ausbauen.

Reyes drängt in die Rebound-Top-10

Bei den Madrilenen - bisher stets mit Sergio Rodriguez, Sergio Llull, Carlos Suarez, Felipe Reyes und Ante Tomic in der Startformation - nähert sich Power Forward Reyes einem Meilenstein.

Der 30-Jährige hat in seiner Euroleague-Karriere 625 Rebounds geholt. 20 fehlen dem Weltmeister von 2006 noch, um Michailis Kakiouzis einzuholen und in die ewige Top 10 einzuziehen.

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