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P.J. Tucker (l., gegen Josh Heytvelt) war im Hinspiel mit 20 Punkten Bambergs Topscorer © imago

Bamberg kann in Zagreb eine Big Point landen. Die Kroaten sinnen nach der Klatsche auf Revanche und haben nachgerüstet.

Von Hardy Heuer

München - Es ist ein enger Kampf um die Zwischenrunde: Die Brose Baskets Bamberg könnten sich allerdings im Rückspiel bei KK Zagreb (ab 21 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) mit einem Sieg über den kroatischen Champion eine gute Ausgangsposition für das Weiterkommen schaffen.

"Man hat es auf jeden Fall selbst in der Hand, gegen eine Mannschaft, die man zu Hause mit knapp 30 Punkten bezwungen hat, das Tor zur nächsten Runde sehr weit aufzustoßen", meint SPORT1-Experte Stephan Baeck.

Allerdings ließen die Kroaten am vergangenen Euroleague-Spieltag mit einem Sieg gegen Zalgiris Kaunas aufhorchen und hatten zudem mit der Verpflichtung von NBA-Profi T.J. Ford Spektakuläres zu vermelden. 473665(DIASHOW: Die NBA-Abgänger in der Euroleague)

Der 28-jährige Point Guard, wechselte aufgrund des Lockouts in der NBA von den Indiana Pacers nach Zagreb. Bei den Kroaten soll er den vor zwei Wochen entlassenene Spielmacher Diante Garrett ersetzen. Unklar ist, ob er schon gegen Bamberg sein Debüt gibt.

Zweikampf um Platz vier

Beide Teams kämpfen am 6. Spieltag um den, für die Qualifikation notwendigen, vierten Platz. Dabei hat Bamberg nach dem Coup gegen Titelverteidiger Panathinaikos Athen (Bericht) im Moment mit einem Sieg mehr auf dem Konto leichte Vorteile.

Power Forward Predrag Suput stellte aber gleich nach dem Triumph gegen die Griechen klar: "Ohne einen weiteren Sieg in Zagreb sind diese Punkte nichts wert."

Zumal die Kroaten mit dem Rücken zur Wand stehen. Eine Niederlage würde wohl das Aus bedeuten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Klatsche für Zagreb

Im Hinspiel (Bericht) waren die Rollen klar verteilt. Die Brose Baskets schickten die Kroaten mit einem überzeugenden 96:65-Erfolg auf die Heimreise.

"Die Bamberger können in dem Bewusstsein nach Zagreb fahren, genug Qualität zu haben und ihr eigenes Spiel durchziehen zu können", erklärt Baeck.

So einfach wie im Hinspiel wird es Zagreb dem Fleming-Team allerdings kein zweites Mal machen.

Kroaten im Aufwind

Das Team hat sich seit dem Hinspiel verändert. Trainer Vladimir Androic, der erst wenige Tage vor dem ersten Aufeinandertreffen als Coach verpflichtet wurde, hat seiner Mannschaft einen neuen Geist eingehaucht.

KK befindet sich im Aufwind. Am vergangenen Spieltag fuhr Zagreb gegen die favorisierten Litauer aus Kaunas den ersten Sieg in dieser Euroleague-Saison ein. (DATENCENTER: Die Euroleague)

Team überstimmt den Trainer

Die Teamchemie machte beim knappen 80:78-Heimsieg den Unterschied aus. 24 Sekunden vor Schluss fordert Androic sein Team auf, zu foulen. Die Mannschaft spricht sich jedoch gegen die Taktik ihres Trainers aus.

"Ihr wollt lieber verteidigen? Na gut!", ließ sich Androic umstimmen - mit Erfolg. Josh Heytfeld schnappte sich einen Pass der Litauer und sicherte so den Sieg für Zagreb.

Auch Bamberg-Coach Chris Fleming weiß um die neue Stärke von Zagreb: "Sie sind viel stabiler als zu Saisonbeginn und haben gegen Kaunas letzte Woche sehr gut gespielt. Wir erwarten ein anderes Team als im Hinspiel. Aber wir sind bereit für diese Herausforderung."

Pleite in der BBL

Zudem kommt die erste Pleite der Brose Baskets in der Beko BBL hinzu. Bei ALBA Berlin wurde Bamberg mit der 81:87-Niederlage (Bericht) auf den Boden zurückgeholt. Es war die erste Saison-Pleite für die Brose Baskets.

Für Manager Wolfgang Heyder kam die Niederlage zum richtigen Zeitpunkt: "Ich habe keine Bedenken, dass irgendjemand Zagreb unterschätzt. Der leichte Dämpfer in Berlin wird sein übriges dazu tun."

"Jeder will diese Chance nutzen"

Zumal das Team ein klares Ziel vor Augen hat: "Jeder will diese Chance wahrnehmen. Es ist das große Ziel, unter die letzten 16 zu kommen. Jetzt haben wir die Chance in eigener Hand und jetzt sollten wir sie auch nutzen."

Große Vorsicht ist allerdings vor einem Zagreber Trio geboten. Shooting Guard Krunoslav Simon und die beiden Center Mario Kasun und Sean May sind in bestechender Form.

In den letzten Wochen schraubten die beiden Riesen ihre Punkteausbeute zusammen auf 35 Zähler pro Spiel hoch. Allerdings konnte Kasun zuletzt wegen einer Knöchelverletzung nicht trainieren.

Simon war am Wochenende beim 72:57-Sieg über den slowenischen Außenseiter Helios Domzale Topscorer seines Teams und zeigte mit 22 Punkten, was er drauf hat.

Zuschauerandrang überschaubar

Angst vor dem Zagreber Publikum muss Bamberg keinesfalls haben. Der kroatische Meister zieht die Menschenmassen nicht gerade an.

In die 15.000 Zuschauer fassenden Arena Zagreb ließen sich gegen Kaunas gerade mal 2000 Zuschauer locken. Am Wochenende in der Adria-Liga gegen Helios Domzale kamen nur 700 Anhänger.

Diese erhielten jedoch für ihre Treue eine Freikarte für die mit Spannung erwartete Partie gegen Bamberg.

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