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Ricky Rubio kam im olympischen Finale auf sechs Punkte und sechs Assists © getty

Das spanische Ausnahmetalent zeigt der NBA-Draft 2009 wohl die kalte Schulter. Der 18-jährige testet seinen Marktwert in Europa.

Von Martin van de Flierdt

München - München ? German Gonzalez formuliert es ein wenig verklausuliert. "Die Sache ist noch nicht endgültig entschieden", sagt der Agent von Ricky Rubio. "Aber der Gedanke ist sicher nicht an den Haaren herbeigezogen, dass Ricky beim kommenden NBA-Draft nicht dabei sein wird."

Auch Brandon Jennings, amerikanischer Jung-Spielmacher in Diensten von Lottomatica Rom, hatte dies angedeutet.

Das dürfte etliche NBA-Bosse enttäuschen, da Rubio als eines der größten europäischen Talente der vergangenen 20 Jahre gilt. Schon eine Woche vor seinem 15. Geburtstag hatte er in der spanischen Liga ACB debütiert.

Kandidat für den ersten Pick

Spätestens bei den Olympischen Spielen in Peking hatte der 18-Jährige, beim Europaligisten Joventut Badalona Klubkamerad des deutschen Nationalspielers Jan Jagla, durch seine hervorragenden Leistungen in den Vereinigten Staaten großes Interesse geweckt.(Europaliga: Ergebnisse und Tabelle)

Im Finale war seine spanische Auswahl den USA mit 107:118 unterlegen gewesen. Rubio hatte den verletzten Jose Calderon (Toronto Raptors) als Starting Point Guard vertreten.

Rubio zählt derzeit in allen Expertenrankings zu den zwei Topkandidaten für den ersten Pick des Drafts 2009, in den meisten ist er gar der Anwärter schlechthin.

Wechsel innerhalb Europas

"Ricky ist 18, und das wird er auch noch sein, wenn die nächste Saison beginnt", gibt Gimenez zu bedenken.

"Natürlich sind die Amerikaner verrückt danach, solche Spieler so früh wie möglich zu bekommen. Aber wir wollen nicht, dass Ricky endet wir andere, die beim Draft ganz hoch gehandelt werden und nachher nicht spielen."

Gimenez hält daher als Zwischenschritt einen Wechsel Rubios zu einem anderen europäischen Topteam für durchaus denkbar. "Wir werden die endgültige Entscheidung hinsichtlich des Drafts davon abhängig machen, was der europäische Markt hergibt", sagt der Agent der spanischen Sporttageszeitung "Marca". "Wir haben Anfragen von zahlungskräftigen Klubs, die in der Lage sind, die bei einem Vereinswechsel fällige Ablöse zu finanzieren."

Klausel über Rekordablösesumme?

Der Spielmacher, der im Dezember sein Comeback nach einer Handgelenksverletzung feierte, hat bei Joventut noch einen Vertrag bis 2011. Laut Gimenez besitzt der Kontrakt allerdings eine Klausel, nach der Rubio für eine Ablöse von 4,75 Millionen Euro Badalona verlassen kann.

"Marca" beruft sich auf Joventut-interne Quellen, nach denen die Summe bei sechs Millionen Euro liegt. Einen Transfer in dieser Größenordnung hat es im europäischen Basketball noch nicht gegeben.

Hintergrund der Äußerungen von Gimenez könnte sein, Badalona zur Anhebung von Rubios Gehalt zu bewegen. Der Youngster verdient dort 8000 Euro im Monat. Als erster Draft-Pick stünden ihm in der NBA umgerechnet etwas mehr als drei Millionen Euro im Jahr zu.

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