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Rashad Wright (r.) wurde von den Gästen (l.) Mirza Sarajlija siebenmal gefoult © imago

Nach Zittern steht Berlins größter internationaler Erfolg seit 2000 fest. Der Manager sieht Spielraum für einen großen Zukauf.

Berlin - Für den größten internationalen Erfolg seit neun Jahren musste ALBA Berlin durch ein Wechselbad der Gefühle:

Nach der 59:67-Niederlage im abschließenden Hauptrundenspiel der Euroleague gegen den slowenischen Meister Olimpija Ljubljana folgte für den Deutschen Meister ein minutenlanges Zittern, ehe der Einzug in die Top-16-Runde der europäischen Königsklasse

perfekt war.

Dank der Schützenhilfe von Tabellenführer Tau Vitoria, der im spanischen Duell Joventut Badalona 91:83 besiegte, durften die Berliner am Ende noch jubeln - auch wenn nicht allen danach war.

Nächste Phase der Herausforderung

Die Heimniederlage hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Aber wir sind nicht durch Glück weitergekommen, sondern haben es uns mit harter Arbeit und den Siegen gegen Badalona, Rom und Istanbul verdient", sagte Alba-Trainer Luka Pavicevic.

"Jetzt geht die Herausforderung für uns in eine neue Phase, und es wird noch schwerer", erklärte der serbische Coach sichtlich mitgenommen.

Auch die Spieler wirkten nach der emotionalen Achterbahnfahrt zermürbt. "Es ist schon komisch, nach einer Niederlage zu feiern", sagte Alba-Spielmacher Steffen Hamann.

Drei neue Gegner

Flügelspieler Casey Jacobsen war ebenfalls eigenartig zumute: "Es ein 50:50-Gefühl. Halb Frust wegen der Niederlage, halb Freude wegen des Weiterkommens."

Durch den gewonnenen direkten Vergleich mit Badalona schlossen die Albatrosse die Gruppe C auf dem entscheidenden vierten Platz ab.

Ab dem 28. Januar trifft der achtmalige deutsche Champion in der Top-16-Runde nun auf die absolute Spitzenklasse des Kontinents. Die Auslosung der vier Vierergruppen findet am Montag im spanischen Barcelona statt.

"Dieser Schritt macht uns stolz"

"Wir haben Außergewöhnliches geschafft und dieser große Schritt macht mich stolz", meinte Albas Geschäftsführer Marco

Baldi, der als Wunschgegner den griechischen Vertreter Olympiakos Piräus nannte: "Die haben vor der Saison 50 Millionen Euro investiert."

Seinen Klub sieht Baldi nun jedoch in der Außenseiterrolle: "In den Top 16 sind wir der Underdog. Dass wir aber nicht antreten, um nur Lehrgeld zu bezahlen, ist auch klar."

Rekordkulisse und Pfiffe

Dafür muss sich Alba aber erheblich steigern. Vor 14.800 Zuschauern - Rekord für ein Basketball-Europapokal-Spiel in Deutschland - wirkten besonders die Angriffsbemühungen der Hausherren gequält und ideenlos.

Nach der Schlusssirene waren in der in der ausverkauften Arena am Berliner Ostbahnhof sogar einige Pfiffe zu hören.

"Ljubljana hat uns die Party verdorben. Wir haben dem Druck nicht standgehalten und Nerven gezeigt. Das hat wie mit angezogener Handbremse gewirkt", analysierte Baldi nach der zweiten Heimniederlage der Saison.

Spielraum für Nachverpflichtung

Bei den Berlinern, für die Immanuel McElroy mit 13 Punkten bester Werfer gegen die Slowenen war, hatte sich besonders unter den Körben das Fehlen des verletzten Kapitäns Patrick Femerling bemerkbar gemacht.

Deshalb soll nun Ersatz für den Center her. Glücklicherweise ist nach dem ersten Sprung unter die besten 16 Teams in der Euroleague seit neun Jahren laut Baldi der "finanzielle Spielraum für eine Nachverpflichtung größer geworden".

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