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ALBA Berlin verlor das erste Gruppenspiel der Top-16-Runde knapp gegen Real Madrid © imago

Berlin ist gegen ZSKA klarer Außenseiter, doch Geschäftsführer Baldi sieht eine Chance. Obradovic schwärmt von Teodosic.

Von Christoph Lother

München - Ein 44-Millionen-Euro-Etat und die Anreise erfolgt im vereinseigenen Privatjet:

Europas renommiertester Basketball-Klub ist zu Gast in der deutschen Hauptstadt.

Wenn ALBA Berlin im zweiten Gruppenspiel der Euroleague-Top-16-Runde auf ZSKA Moskau trifft (ab 18.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM), sind die Rollen klar verteilt.

Während die Berliner schon den Einzug in die Runde der letzten 16 als Erfolg werten dürfen und ihr Hauptaugenmerk nach Aussage von Trainer Sasa Obradovic ohnehin auf die Spiele in der Beko BBL legen, zählt für die Gäste in dieser Saison nichts anderes als der Titel (DATENCENTER: Euroleague).

Bittere Final-Pleite gegen Piräus

"Wir denken erst einmal nicht ans Endresultat, sondern müssen von Spielviertel zu Spielviertel sehen, was für uns möglich ist", gibt sich Obradovic vor der Partie entsprechend kleinlaut.

Immerhin hatte der russische Serienmeister schon im vergangenen Jahr eine Hand an Europas begehrtestem Vereinspokal, verspielte dann aber noch einen sicher geglaubten 19-Punkte-Vorsprung und musste sich im Finale gegen Olympiakos Piräus letztlich noch mit 61:62 geschlagen geben.

Prominentes Duo verlässt ZSKA

Seitdem ist viel passiert beim ehemaligen russischen Armeesportklub - auf und neben dem Parkett.

Der langjährige Kapitän Ramunas Siskauskas, mit zwei verworfenen Freiwürfen in der Schlussphase der große Pechvogel des Finals gegen Piräus, beendete im Sommer seine Karriere.

Und auch Superstar Andrej Kirilenko kehrte ZSKA den Rücken, um in die NBA zurückzukehren, wo er nun für die Minnesota Timberwolves spielt.

[kaltura id="0_sshp4syv" class="full_size" title="ALBA blamiert sich in Bayreuth"]

Heilsbringer Messina kehrt zurück

Die wohl wichtigste Veränderung nahmen die Verantwortlichen des 19-fachen russischen Meisters aber auf der Trainerbank vor.

So wurde Headcoach Jonas Kazlauskas trotz seiner Wahl zu "Russlands Trainer des Jahres" nach nur einer Saison wieder entlassen und durch Ettore Messina ersetzt.

Der Italiener war bereits von 2005 bis 2009 für die sportlichen Geschicke der Moskauer verantwortlich und führte sie in dieser Zeit gleich zweimal zum Gewinn der Euroleague (2006, 2008).

Obradovic schwärmt von Teodosic

Doch der ehemalige Co-Trainer der Los Angeles Lakers ist bei weitem nicht das einzige bekannte Gesicht in Reihen der Russen.

So gehört neben den langjährigen NBA-Profis Nenad Krstic und Sonny Weems seit wenigen Wochen auch der griechische Routinier Theodoros Papaloukas wieder zum Kader.

Der alles überragende Mann in Reihen von ZSKA ist aber Spielmacher Milos Teodosic.

"Teodosic macht auf dem Parkett phantastische Dinge. Es macht großen Spaß, diesem Spieler zuzuschauen", lobt ALBA-Coach Obradovic den serbischen Nationalspieler.

ALBA will Abwärtstrend stoppen

Dementsprechend nimmt der 43-Jährige vor dem Duell mit den Russen vor allem seine Defensivspieler in die Pflicht (BERICHT: Berliner bekommen ihr Fett weg).

"Wir dürfen uns nicht noch einmal so hängen lassen", betont Obradovic mit Blick auf die jüngste 65:90-Klatsche beim BBC Bayreuth in der Liga und ergänzt: "Vor allem in der Verteidigung müssen wir wieder zu unserem aggressiven Spiel finden, das uns zu Saisonbeginn ausgezeichnet hat."

Doch dem goldenen Herbst mit gleich acht Liga-Siegen in Serie folgte ein bislang äußerst eisiger Winter und so warten die "Albatrosse" wettbewerbsübergreifend mittlerweile schon seit vier Spielen auf einen Sieg.

Berliner glauben an Außenseiterchance

Dass dieser ausgerechnet gegen ein "NBA-Team", als welches ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi die Moskauer in der "Berliner Zeitung" betitelt, gelingt, muss zwar bezweifelt werden.

Von vornherein abschenken wollen die Berliner die Punkte aber nicht. "Ein Sieg ist unrealistisch. Doch wir wollen ein gutes Spiel machen", betont Shooting Guard Nihad Djedjovic.

Und Baldi fügt hinzu: "Wir haben eine Chance, wenn wir das Maximum aus uns herausholen. Wir können nur volle Pulle. Das es schwer wird, ist klar."

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