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Die Berliner (Rashad Wright, M.) leisteten sich je vier Ballverluste und Fouls weniger als Barca © imago

ALBA will nach dem Aus auf europäischer Bühne im Final Four den deutschen Pokal holen. Der Manager bangt um die Substanz.

Berlin/Hamburg - Dem Aus in der Euroleague soll die direkte Wiedergutmachung im Pokal folgen: Nach dem Motto "Mund abputzen und weitermachen" hielt sich der Deutsche Meister ALBA Berlin nach der deklassierenden 57:75-Niederlage gegen das Spitzenteam vom FC Barcelona (Nächste Lehrstunde für ALBA) nicht lange mit dem eigenen Frust auf.

Stattdessen schickten die Albatrosse vor dem "Top Four" am Wochenende in Hamburg eine Kampfansage an die Konkurrenz.

"Jetzt wollen wir uns im Pokal rehabilitieren", sagte Spielmacher Steffen Hamann am Donnerstag.

Im Halbfinale gegen Frankfurt

"Wir dürfen nach dieser Niederlage nicht lange trauern. Auf uns wartet schon die nächste große Herausforderung", meinte Trainer Luka Pavicevic.

Der sechste Pokalerfolg der Vereinsgeschichte ist fest eingeplant. Die Albatrosse, die in den verbleibenden beiden Zwischenrunden-Partien der Euroleague keine Chance mehr auf den Viertelfinal-Einzug haben, gelten im DBB-Pokal als Favoriten und treffen am Samstag (19 Uhr LIVESCORES) in der Vorschlussrunde auf die Skyliners aus Frankfurt.

Das Auftaktspiel in der Color Line Arena bestreiten um 16 Uhr (LIVESCORES) Vizemeister Telekom Baskets Bonn und Außenseiter Giants Düsseldorf.

Die Angst vor dem Substanzverlust

Die beiden Sieger spielen am Sonntag um den Pokal, die Verlierer um Platz drei. "So viele Partien innerhalb kurzer Zeit gehen natürlich an die Substanz", sagt ALBA-Manager Marco Baldi.

Die Konkurrenz hat trotzdem großen Respekt vor der Qualität der "Albatrosse". "Dieses Spiel ist sehr schwer, keine Frage. Berlin spielt mit seiner ganzen Euroleague-Erfahrung", sagt Skyliners-Coach Murat Didin.

Die sportliche Entwicklung vorangetrieben und finanziell ein Plus gemacht - die Euroleague-Teilnahme hat sich für die Berliner gelohnt. Eine sechstellige Summe wird laut Manager Baldi übrig bleiben. Der hohe Zuschauerschnitt von rund 10.000 Fans in der Arena am Ostbahnhof hat seinen Teil dazu beigetragen.

Sekulic kritisiert die Offensive

Dazu kam der überraschende Einzug in die Runde der letzten 16, wo Topteams wie Barcelona und Real Madrid noch eine Nummer zu groß waren.

Die Mehreinnahmen machten unter anderem die Verpflichtung von Blagota Sekulic möglich, der als Ersatzmann für den verletzten Center Patrick Femerling geholt wurde.

Der 2,09-m-Mann deutete schon im Spiel gegen Barcelona, den Euroleague-Gewinner von 2003, an, dass er für Alba eine Verstärkung werden könnte.

Sekulic holte in nur zwölf Minuten mit vier Rebounds mehr als jeder andere Alba-Spieler, war aber nicht zufrieden: "Ich konnte kaum helfen. Wir waren gut in der Defense, leider nicht so gut in der Offense. Jetzt hoffe ich, dass es so läuft wie bei meinem Wechsel zu Real Madrid 2007. Da war ich erst ein paar Tage da, und wir haben gleich den ULEB-Cup gewonnen." (DATENCENTER: Euroleague-Ergebnisse)

"Pokalsieg könnte eine Initialzündung sein"

Der Standort Berlin wird in Europa mittlerweile geschätzt. So findet das Final Four der Euroleague am ersten Mai-Wochenende in der Arena am Ostbahnhof statt.

Das Umfeld des Hauptstadt-Klubs stimmt. "Wir können keine Millionen-Verträge bieten, aber immer gute Bedingungen im sportlichen und privaten Bereich," sagt Coach Pavicevic, der mit seinem Team das nationale Double anstrebt.

Manager Baldi ist sicher: "Der Pokalsieg könnte auch für den Meisterschaftskampf eine Initialzündung sein."

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