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Dirk Bauermann wurde bei der EM 2005 in Serbien mit Deutschland überraschend Zweiter © getty

Im zweiten Teil des Interviews spricht Dirk Bauermann über den Verlauf der EM-Vorbereitung und das Verhältnis zu den NBA-Klubs.

Von Rainer Nachtwey

München - Im zweiten Teil des Interviews mit Sport1.de spricht Dirk Bauermann über den bisherigen Verlauf der Vorbereitung und das Verhältnis zwischen den Verbänden und den NBA-Klubs.

Sport1.de: Wer hat Sie in der bisherigen Vorbereitung überrascht?

Bauermann: Heiko Schaffartzik hat gezeigt, dass er eine Bereicherung ist. Auch die Qualität unserer drei Jüngsten Robin Benzing, Tibor Pleiß und Elias Harris hat mich überzeugt. Es ist sehr erfreulich, dass wir drei junge Spieler haben, die ein so hohes Niveau an den Tag legen.

Sport1.de: Von wem erwarten Sie sich noch mehr?

Bauermann: Eigentlich von allen erfahrenen Spielern wie Steffen Hamann, Desmond Greene, Sven Schultze, Jan Jagla und Konrad Wysocki. Sie wissen, dass sie sich noch steigern müssen, aber das wird noch kommen. Sie wissen ja, dass es nicht jetzt darum geht, die beste Leistung zu bringen, sondern erst bei der Europameisterschaft.

Sport1.de: Ihr dritter EM-Gegner in der Gruppe A wird noch ausgespielt und wird höchstwahrscheinlich Frankreich sein. Trauen Sie Bosnien-Herzegowina oder Belgien (entscheidet sich heute Abend) die große Überraschung zu?

Bauermann: Ich glaube nicht, dass da irgendwas passieren kann. Im Sport ist zwar immer alles möglich, doch über 80 Minuten schon einmal weniger als über 40. Insofern kann man fest damit rechnen, dass wir gegen die Franzosen spielen.

Sport1.de: Zu Beginn hieß es eh: Die Gruppenspiele Italien gegen Frankreich werden entscheiden. Mit wem hatten sie gerechnet?

Bauermann: Eher mit den Franzosen. Ich habe aber nicht gedacht, dass es doch relativ klar sein würde. Man erkennt, wie stark der europäische Basketball ist, wenn ein Land wie Italien nicht dabei ist und ein Land wie Frankreich sich qualifizieren muss. Es ist unglaublich, wie sich der europäische Basketball in den letzten zehn Jahren entwickelt hat.

Sport1.de: Bei den Franzosen spielt Tony Parker, mit Joakim Noah haben sie aber das gleiche Problem wie Sie mit Dirk Nowitzki. Wie ist generell das Verhältnis zwischen den Verbänden und den NBA-Klubs?

Bauermann: Wir haben eigentlich immer ein sehr gutes Verhältnis zu den Klubs gehabt. Es gab für uns nie Probleme. Das muss man mehr hervorheben als die Tatsache, dass es in diesem Jahr einmal Widerstand gab. Ich weiß nicht, ob man da eine Lösung finden kann, mit der es eine größere Gleichbehandlung gibt. Grundsätzlich sollten alle Spieler vom Verein, die angefragt werden, dann auch kommen müssen. Ob das eine günstige Lösung ist, ist die andere Frage. Wenn ein Besitzer sagt, er will nicht, dass ein Spieler spielt, dann ist das schwierig. Bei den Franzosen haben einige Spieler die Freigabe bekommen, bei uns leider nicht. So ist das eben.

Sport1.de: Bei den Russen wird der MVP der letzten EM, Andrej Kirilenko fehlen. Wen schätzen Sie in Ihrer Gruppe mit Russland, Lettland und wohl Frankreich am stärksten ein?

Bauermann: Vom Papier her auf jeden Fall die Franzosen. Bei den Russen fehlen neben Kirilenko zwei wichtige Kräfte. Die Letten um Andris Biedrins aus der NBA sind eine sehr erfahrene Mannschaft mit vielen guten Werfern. Wir haben eine verdammt schwere Gruppe. Eigentlich ist es immer nett, wenn man einen Qualifikanten mit drin hat, es sei denn der Qualifikant heißt Frankreich mit diesem Kader.

Sport1.de: Welche Ziele haben Sie sich für die EM gesteckt?

Bauermann: Nachdem klar ist, dass auch Chris Kaman nicht dabei ist, ist das höchste Ziel, in die Zwischenrunde einzuziehen. Das wäre mit dieser jungen Mannschaft ohne unsere NBA-Profis ein großer Erfolg. Es wäre eine tolle Geschichte, wenn wir das schaffen würden.

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