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Heiko Schaffartzik spielt seit 2009 bei den New Yorker Phantoms Braunschweig © imago

Mit einem Erfolg über Lettland holt die Nationalmannschaft Rang drei in Ankara. Der Coach bescheinigt ihnen Moral und Charakter.

Ankara - Die deutsche Nationalmannschaft hat sich auch ohne ihren Leitwolf Dirk Nowitzki mit Platz drei beim gut besetzten Sechs-Länder-Turnier in Ankara für die EM in Polen (7. bis 20. September) Mut gemacht.

Die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann feierte im "kleinen Finale" am Sonntag einen klaren 89:72 (39:40)-Erfolg gegen den kommenden EM-Gruppengegner Lettland und wies nach vier Spielen eine ausgeglichene Bilanz aus.

"Platz drei für diese junge Mannschaft ist eine tolle Leistung. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Bauermann.

Zwischenspurt als Erfolgs-Grundstein

Ohne Dallas-Superstar Dirk Nowitzki und den zweiten deutschen NBA-Akteur Chris Kaman (Los Angeles Clippers), die dem Deutschen Basketball Bund (DBB) für die EM abgesagt hatten, überzeugte die deutsche Mannschaft vor allem in kämpferischer Hinsicht.

So auch gegen die Letten, die in Halbzeit eins noch 37:28 führten.

Doch mit elf Punkten in Folge kam die Mannschaft um Rückkehrer Patrick Femerling wieder heran und legte mit dem Zwischenspurt den Grundstein zum Erfolg.

"Moral und Charakter"

Das dritte Viertel entschied die DBB-Auswahl dann dank ihrer sicheren Distanzschützen mit 29:14 für sich und gab diesen Rückstand nicht mehr ab.

"Nach dem schwachen Start hat die Mannschaft Moral und Charakter bewiesen", sagte Bauermann.

Beste Werfer in der deutschen Mannschaft waren der Braunschweiger Heiko Schaffartzik (15) und der vereinslose Demond Greene (14). Überzeugen konnte mit 13 Zählern auch Lucca Staiger von der Iowa State University.

Niederlagen gegen Finalteilnehmer

Patrick Femerling gehörte mit 10 Punkten und 5 Rebounds wieder zu den Stützen der Mannschaft und erweist sich für Bauermann mit Blick auf Polen als Glücksfall.

Mit seiner Routine ist der Center für die junge Mannschaft unverzichtbar. Femerling hatte seinen Rücktritt vor einem Jahr nach sechs EM- und zwei WM-Turnieren sowie den Olympischen Spielen in Peking verkündet.

Gegen die beiden Finalisten Kroatien (62:75) und Mazedonien (75:94) kassierte Deutschland in Ankara seine beiden Niederlagen, nachdem zuvor Gastgeber Türkei mit 74:67 bezwungen worden war.

Dabei machte sich gegen die Mazedonier, die beim Supercup noch bezwungen wurden, ein Kräfteverschleiß bemerkbar.

Bänderdehnung bei Hamann

Für Bauermann kein Grund zur Panik: "Nach dem tollen Spiel gegen die Türken und dem sehr guten Spiel gegen die Kroaten hat man die Belastung von den drei Spielen innerhalb von drei Tagen gemerkt. Die Jungs haben alles gegeben und toll gekämpft."

Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Steffen Hamann im Halbfinale gegen Mazedonien. Der Spielmacher von Alba Berlin erlitt bereits nach wenigen Sekunden eine Bänderdehnung im rechten Fuß.

Der Kader wird verkleinert

Nach dem Turnier in Ankara bestreitet Bauermanns Team noch zwei Länderspiele gegen Slowenien am 2. September in Bonn und am 3. September in Karlsruhe.

Danach muss der Coach den Kader von 14 auf 12 Spieler reduzieren. Wahrscheinlich wird er in den beiden Partien auch auf Hamann zurückgreifen können. Sein Einsatz bei der EM (DATENCENTER: EM-Qualifikation) ist demnach nicht gefährdet.

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