vergrößernverkleinern
Detlef Schrempf spielte in der NBA für Dallas, Indiana, Seattle und Portland © imago

Der DBB muss wohl auf die Trainerdienste von Detlef Schrempf verzichten. Der 45-Jährige kritisiert die Nachwuchsarbeit scharf.

Berlin - Der ehemalige deutsche NBA-Star Detlef Schrempf kann sich einen Job als Individual-Trainer bei der deutschen Nationalmannschaft nur schwer vorstellen.

"Das würde zeitlich ziemlich eng werden, da ich einen Job in Seattle habe und meine Kinder noch zur Schule gehen", sagte der 45-Jährige nach einem Training mit geistig behinderten Kindern in Berlin.

"Ich habe noch keinen Kontakt zu Bundestrainer Dirk Bauermann gehabt, aber ich werde noch mit ihm reden", erklärte der ehemalige Nationalspieler.

Persönliches Gespräch steht an

Bauermann hatte angekündigt, Schrempf in die Arbeit beim Deutschen Basketball Bund (DBB) einbinden zu wollen.

Der Bundestrainer, der sich für den früheren Flügelspieler die Position des Individual-Trainers vorstellt, will demnächst mit Schrempf persönlich sprechen.

Kritik an Jugendarbeit

Schrempf kritisierte derweil in Berlin die mangelhafte Jugendarbeit in Deutschland.

"Ich war neulich bei einem Bundesliga-Spiel, da waren von den zehn Startspielern neun US-Amerikaner und ein Serbe", sagte der gebürtige Leverkusener, der 16 Jahre in der nordamerikanischen Profiliga NBA aktiv war und dabei 1136 Spiele absolvierte.

Trainerjob in der NBA?

Eigentlich eine gute Ausgangslage, um eines Tages als hauptverantwortlicher Trainer in der NBA zu arbeiten:

"In der NBA fließen so viele, weitere Faktoren ein. Man muss in der Lage sein, jeden Augenblick irgendwo anders hingehen zu können", schob Schrempf gegenüber Sport1.de etwaigen Gedankenspielen einen Riegel vor, hielt sich aber trotzdem ein Hintertürchen offen:

"Ob ich es in ferner Zukunft machen möchte, weiß ich jetzt noch nicht."

"Talente brauchen Spielpraxis"

Die sportliche Situation in der deutschen Nationalmannschaft betrachtet Schrempf mit gemischten Gefühlen:

"Es ist schwierig für die deutschen Spieler: Sie kommen zum Nationalteam und sollen Leistung bringen. Sie haben aber kaum Spielpraxis. Deutschland hat viele Talente, aber die müssen mehr spielen", erklärte Schrempf.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel