vergrößernverkleinern
Der größte Erfolg des DBB-Teams war der Sieg bei der Europameisterschaft im Jahr 1993 © getty

Die Deutschen setzen die Türkei und drei NBA-Profis matt. Ein 21-Jähriger zeigt Leader-Qualitäten. Jagla agiert spektakulär.

Aus Bamberg berichtet Michael Spandern

Bamberg - Bravourstück im Kampf um die Ananas: Das deutsche Nationalteam hat sich durch einen 68:54 (37:26)-Erfolg über die Türkei Platz 3 im Supercup gesichert und einiges Selbstvertrauen für die WM in der Türkei getankt.

Vor 5000 Zuschauern in Bamberg waren Jan Jagla mit 14, Tibor Pleiß mit 11 und Robin Benzing mit 10 Punkten die erfolgreichsten DDB-Korbjäger. Bei den Türken, die Dirk Bauermann bei SPORT1 als Goldtipp genannt hatte, kam Ömer Asik auf 13 Zähler.

Nicht eingesetzt wurde als einziger aus Bauermanns 14er-Kader Spielmacher Per Günther. Wer die zwei noch vor der WM zu streichenden Spieler sind, ließ der Bundestrainer offen: "Ich werde alle 14 mit nach Halle und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nach Bonn nehmen."

Am Freitag in Halle (ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) und am Sonntag in Bonn stehen die letzten Tests jeweils gegen Puerto Rico an.

Pleiß im Duell mit Asik

Die Deutschen starteten mit dem Bamberger Pleiß, der gegen die Litauer ausgesetzt hatte und nun Center Tim Ohlbrecht in der Anfangsfünf ersetzte, Spielmacher Steffen Hamann, Lucca Staiger, Jagla und Robin Benzing.

Small Forward Benzing war es auch, der aus der Drehung den ersten Korb der Partie erzielte.

Hinten räumte Pleiß Ömer Asik, neben Ersan Ilyasova (Milwaukee Bucks) und Hidayet Türkoglu (Phoenix Suns) dritter NBA-Profi in der Starting Five der Türken, ab. Vorne schaffte Pleiß ein Drei-Punkt-Spiel gegen den neuen Bulls-Center.

Asik revanchierte sich dann allerdings mit vier Körben, welche die Türken beim 8:7 erstmals in Front brachten (5.). Pleiß agierte defensiv unglücklich und war sichtlich unzufrieden.

Harris als Aggressive Leader

Doch die "Bauermänner" blieben dran, auch wenn sie phasenweise wieder Probleme hatte, den Ball gegen eine enge Mannverteidigung laufen zu lassen. Ohlbrecht leistet sich im ersten Viertel zwei aufeinanderfolgende Offensiv-Fouls.

[image id="7c9b3c62-65b6-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Doch im zweiten Viertel entdeckte Deutschland das körperbetonte Spiel. Und ausgerechnet einer, der gegen Kroatien mit einer Schulterverletzung vom Feld musste und gegen Litauen geschont wurde, entpuppte sich als Aggressive Leader:

Elias Harris tippte den Ball über zwei Türken in den Korb, war auch im Defensiv-Rebound äußerst engagiert und hielt Türkoglu in Schach.

"Das war defensiv das Beste, was ich je von Elias gesehen habe", lobte Bauermann den Forward vom US-College Gonzaga.

Unsportliches Foul von Türkoglu

Harris punktete trotz Foul, dunkte wuchtig im Fast-Break nach langem Pass von Jagla. Und auch Jagla glänzte: mit einem Floater, mit einem Durchstecker auf Ohlbrecht - und mit Einsatz.

Er hechtete einem Ball hinterher, leitete diesen zu Harris, der furchtlos den Korb attackierte und von Türkoglu nur durch ein Unsportliches Foul zu stoppen war.

Es setzte ein Pfeifkonzert für den Multi-Millionen-Verdiener, während der 21-jährige Amateur kein Anzeichen von Schmerz nach außen ließ, sondern seine Mitspieler anspornte.

Nur Asik kaum zu bremsen

Pleiß' Bogenlampe zum 34:23 über den ausgepumpten Türkoglu krönte einen 20:6-Lauf der Deutschen, dem nach dem Seitenwechsel die Vorentscheidung folgte.

Jagla leitete mit seinem ersten von drei Dreiern einen weiteren Zwischenspurt ein, den Pleiß' Freiwürfe zum 46:26 rund zwei Minuten später abschlossen.

Zwar kamen die Türken durch den kaum zu bremsenden Asik noch mal auf 35:49 heran.

Doch fünf Punkte von Benzing und Greenes erste Zähler - nach einem Technischen Foul der Türken - sorgten am Ende des dritten Abschnitts für die höchste Führung (56:35).

Bauermann: Es geht nur als Team

Die Gastgeber hielten das kämpferisch hohe Niveau, Jagla und Hamann beseitigten letzte Zweifel am Erfolg.

"Wir haben eine klasse Leistung gezeigt und als Mannschaft gewonnen", meinte Pleiß.

Das ist für Bauermann auch der einzige Weg, um bei der WM Erfolg zu haben. Der Auftakt ist allerdings denkbar schwer: Im ersten WM-Vorrundenspiel treffen die Deutschen am 28. August (ab 20.15 Uhr live im LIVE im TV auf SPORT1) auf den Olympiasieger von 2004 Argentinien.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel