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Jan-Hendrik Jagla hat seit 2003 100 Spiele für das DBB-Team bestritten © getty

Jan-Hendrik Jagla spricht im Interview über das junge DBB-Team, das Fehlen der Routiniers und den Leistungsstand vor der WM.

Von Andreas Kloo

Der Supercup in Bamberg war für das DBB-Team größtenteils ein ernüchternder Test vor der anstehenden WM (LIVE im TV auf SPORT1).

Nach Niederlagen gegen Kroatien und Litauen gab es im Abschlussspiel gegen WM-Gastgeber Türkei immerhin noch einen 68:54-Erfolg, der hoffen lässt. "Das war der größte Schritt nach vorne in diesem Sommer", sagte Coach Dirk Bauermann.

Doch die WM wird mit dem Test in Bamberg nicht zu vergleichen sein.

Auch Power-Forward Jan-Hendrik Jagla, der die Position des fehlenden Superstars Dirk Nowitzki einnimmt, weiß: "Im Vergleich zur BBL geht es bei der WM noch einmal härter zur Sache."

Am Freitag steht für das DBB-Team in Halle/Westfalen gegen Puerto Rico (ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) das vorletzte Testspiel an.

Im ersten Teil des SPORT1-Interviews spricht Jagla über die Vorteile eines jungen Teams und was bis zur WM noch zu tun ist.

SPORT1: Der DBB gibt offiziell das Achtelfinale als Ziel für die WM aus. Wären Sie damit zufrieden?

Jan-Hendrik Jagla: Die Vorrunde zu überstehen sollte zunächst einmal das Ziel sein. Unter den letzten 16 zu stehen wäre schon eine gute Sache.

SPORT1: Sie sind ein sehr junges Team. Bringt das auch Vorteile mit?

Jagla: Durchaus. Man kann unbekümmerter rangehen und hat weniger Druck, da die Erwartungshaltung geringer ist. Aber man hat natürlich auch Defizite. In den letzten Vorbereitungsspielen hatten wir immer wieder mal Einbrüche. Bei der WM wird es darauf ankommen, dass wir 40 Minuten auf einem konstant hohen Niveau spielen. Daran müssen wir arbeiten. Wenn wir das verbessern, dann kann schon einiges passieren bei der WM.

SPORT1: Mit Nowitzki, Kaman, Schultze und Femerling fehlen vier große Namen. Was vermisst das Nationalteam am meisten: deren Scoring, Erfahrung oder Physis?

Jagla: Uns fehlt natürlich einiges an Länderspiel-Erfahrung. Aber wir vermissen auch die körperliche Härte, die auf internationalem Parkett vorherrscht. Im Vergleich zur BBL und vielen anderen nationalen Ligen geht es bei der WM doch noch einmal härter zur Sache. Da muss man sich erst einmal daran gewöhnen.

SPORT1: Im letzten Supercup-Spiel traten die Deutschen beim 68:54-Sieg gegen die Türkei wie verwandelt auf. War das ein Auftritt, an dem man das Team messen darf?

Jagla: Die Türkei wird bei der WM als Gastgeber sicher noch einmal eine Schippe drauflegen. Aber wir müssen ja fürs Achtelfinale erst mal Jordanien und Angola schlagen. Und da sind die Türken sicher stärker. Also darf man das Spiel schon als Maßstab nehmen und sagen: Die Jungs haben schon mal die Türken geschlagen, die können was. Die Russen haben wir auch schon besiegt, gegen die Kroaten nur mit einem Punkt verloren. Aber letztlich sind die Ergebnisse jetzt in der Vorbereitung nicht so entscheidend. Bei der WM zählt's dann.

SPORT1: Sie selbst sind auf der Vier wohl gesetzt. Gibt das ein gutes Gefühl oder auch einen gewissen Druck?

Jagla: Das gibt auf jeden Fall ein Gefühl der Sicherheit. Früher musste ich um meinen Platz in der Mannschaft hart kämpfen. Aber mir wird dadurch auch eine Menge Verantwortung übertragen und ich muss mich um die jungen Spieler kümmern und schauen, dass sie sich wohl fühlen.

SPORT1: Mit welchem Center Sie in der Startformation zusammen spielen, steht allerdings noch nicht fest. Mit wem harmonieren Sie denn am besten?

Jagla: Alle Vier haben Ihre Vor- und Nachteile. Tibor Pleiß ist auf einem aufsteigenden Ast und hat eine glänzende Zukunft vor sich. Aber er ist auch noch sehr jung und muss noch viel Erfahrung auf hohem Niveau sammeln. Tim Ohlbrecht hat zuletzt sehr stark gespielt. Dazu haben wir mit Christopher McNaughton und Yassin Idbihi zwei Spieler, die schon etwas reifer sind und auch mehr körperliche Härte mitbringen. Letztlich wird es vom jeweiligen Gegner abhängen, wer da den Zuschlag bekommt. Alle vier haben bewiesen, dass sie der Mannschaft helfen können.

Im zweiten Teil des Interviews spricht Jagla über seine Rolle auf der Nowitzki-Position und zeugt Interesse für den FC Bayern.

Hier geht's zu Teil II

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