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Jan Jagla übernimmt bei der WM die Position des fehlenden Dirk Nowitzki (l.) © getty

Im zweiten Teil des Interviews spricht Jagla über seine Rolle auf der Nowitzki-Position und zeigt Interesse für den FC Bayern.

Von Andreas Kloo

Jan Jagla prophezeit, dass es bei der WM hauptsächlich auf die Tagesform ankommen wird.

"Wenn einer einen schlechten Tag erwischt, müssen wir als Team agieren und in die Bresche springen", so der 29-Jährige.

Mit Blick auf die nächste Saison zeigt sich Jagla zufrieden bei seinem Verein Asseco Prokom Gdynia aus Polen: "Ich will wieder Euroleague spielen. Das war hauptausschlaggebend."

Im zweiten Teil des SPORT1-Interviews spricht Jagla über seine Rolle auf der Nowitzki-Position und zeigt Interesse am FC Bayern.

Hier geht es zurück zum ersten Teil des Interviews

SPORT1: Bei der EM 2009 war Heiko Schaffartzik der große Aufsteiger. Wem trauen Sie diesmal zu, positiv zu überraschen?

Jagla: Da bieten sich viele Spieler an. Bei jungen Spielern hängt es von der Tagesform ab und wie sie sich auf die jeweilige Partie eingestellt haben. In erster Linie geht es darum, dass wir eine gute Mannschaftsleistung abliefern. Wenn einer einen schlechten Tag erwischt, muss ein anderer in die Bresche springen. Wir müssen als Team agieren und dürfen nicht einem einzelnen die Verantwortung übertragen. Ich hoffe, Heiko wird wieder ein starkes Turnier spielen. Mit Benzing und Harris haben wir zwei weitere aufstrebende Spieler. Unser Spiel wird auf deren Stärken zugeschnitten sein.

SPORT1: Sie füllen nun die Power-Forward Position Nowitzkis aus, oft auch seine Rolle als Topscorer. Was schauen Sie sich von ihm ab, was machen Sie bewusst anders?

Jagla: Ich bleibe bei meinem eigenen Stil. Ich spiele schon länger auf internationalem Niveau. Ohnehin ist es schwer, sich etwas von jemand anders abzugucken. Dirk ist ein völlig anderer Spielertyp. Viel wichtiger wird es sein, dem Spiel einen eigenen Stempel aufzudrücken. Ich versuche mich da nicht an einem Vorbild zu orientieren. Das kann man gar nicht ausfüllen. Dirk ist momentan wohl der weltbeste Spieler auf dieser Position. Seinen Ausfall müssen wir als Team kompensieren.

SPORT1: Wie ist Kamans Absage bei Spielern wie Hamann, Greene oder Ihnen angekommen? Sie haben im Verein ja auch eine Doppelbelastung.

Jagla: Das lag glaube ich nicht so sehr in Chris' Ermessen. Das ist eben in der NBA noch etwas anders. Da reden auch die Klubbesitzer bei so einer Entscheidung ein Wörtchen mit. Aber es bringt jetzt nichts zu sagen: Der hat abgesagt, warum darf ich das nicht? Es ist glaube ich nicht so, dass Chris von sich aus nicht spielen will.

SPORT1: Sie haben sich unlängst für eine weitere Saison in Gdynia entschieden. Was sprach dafür, in Polen zu bleiben?

Jagla: Ich will wieder Euroleague spielen. Das war hauptausschlaggebend. Außerdem wird es eine neue Liga geben, in der die großen Mannschaften des osteuropäischen Raums gegeneinander antreten. So spielt man jetzt sozusagen zweimal europäisch. Das ist schon eine große Herausforderung. Und meine Frau und ich fühlen uns wohl in Gdynia, so war es am Ende eine einfache Entscheidung.

SPORT1: Hat ALBA, das ja einen großen Umbruch betreibt, nicht angeklopft?

Jagla: Natürlich gab es Gespräche mit ALBA. Mit ALBA rede ich immer. Aber der Verein hatte andere Vorstellungen als ich. Früher oder später wird sich da aber etwas ergeben. Ich bin weiterhin großer ALBA-Fan. Irgendwann werde ich nach Deutschland zurückzukehren um dort noch ein paar Jahre zu spielen. Und dann ist ALBA mein erster Ansprechpartner. Aber auch Bayern München ist ein interessantes Projekt.

SPORT1: Das heißt, einen Wechsel nach München könnten Sie sich in der Zukunft vorstellen?

Jagla: Warum nicht? Nicht umsonst wechseln da viele deutsche Nationalspieler hin. Viel Professionalität wird da sein. Das ist auf jeden Fall eine Option. Aber es gibt auch andere interessante Vereine, Oldenburg zum Beispiel. Dort wurde in den letzten Jahren auch gute Arbeit geleistet.

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