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Demond Greene spielt ab der kommenden Saison für den FC Bayern München © getty

Deutschland wehrt sich gegen Argentinien bravourös, doch zu viele Fehler kosten den Sieg. Greene wird zum tragischen Helden.

Aus Kayseri berichtet Michael Spandern

Kayseri - Deutschland schnupperte an der Sensation zum WM-Auftakt, doch in der Schlussphase spielten die Nerven nicht mit.

Das junge Team von Trainer Dirk Bauermann holte beim 74:78 (42:39) gegen den Olympia-Dritten Argentinien zwar einen 14-Punkte-Rückstand in der zweiten Spielhälfte aus, musste sich aber auch der Klasse zweier NBA-Starter beugen 278679(DIASHOW: Die fehlenden Stars) .

Carlos Delfino (Milwaukee Bucks) mit 27 und Luis Scola (Houston Rockets) mit 20 Punkten heraus führten die Südamerikaner zum Sieg.

Die Deutschen hatten in Demond Greene (20 Punkte, vier Rebounds) ihren besten Mann, der allerdings durch einen Ballverlust elf Sekunden vor Schluss zum tragischen Helden wurde.

"Ich nehme das auf meine Kappe"

"So ein Fehler passiert, dass darf nicht noch mal vorkommen", sagte der Shooting Guard. "Die Argentinier haben aggressiv verteidigt und den Ballverlust erzwungen, aber ich nehme das voll auf meine Kappe."

Bauermann bemängelte allerdings auch die Abstimmung der Innenspieler, die anders als geplant beide nach oben liefen und den Raum um Greene eng machten.

"Wir haben uns über weite Strecken an unsere Strategie gehalten, aber das geht eben nicht über 40 Minuten. Es ist klar, dass einem schon mal die Nerven durchgehen."

Bereits am Sonntag (ab 18 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) allerdings haben seine Mannen gegen Serbien die nächste Chance zu überraschen.

Pleiß und Oberto im Clinch

Die Deutschen begannen erwartungsgemäß mit Spielmacher Steffen Hamann, Greene, Robin Benzing, Jan Jagla und Center Tibor Pleiß.

In der Startfünf der Albiceleste ersetzte Hernan Jasen den angeschlagenen Small Forward Andres Nocioni, dem die Philadelphia 76ers das Mitwirken bei der WM kurzfristig verboten hatten (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Pablo Prigioni (Real Madrid) eröffnete die Partie mit einem Dreier, Greene antwortet mit einem Sprungwurf, bei dem er gefoult wurde, und glich per Freiwurf aus.

Pleiß und Fabricio Oberto lieferten sich unter dem Korb ein hartes Duell. Zunächst kassierte der Bamberger ein Offensiv-Foul, dann wurde ein ausgefahrener Ellbogen des Wizards-Center geahndet.

Greene bringt DBB-Team in Front

Oberto und Scola punkteten zum 7:3 für die Südamerikaner, dann blockte Pleiß Scola ab - und vorne glichen Benzing nach einem Drive und Pleiß per Dunking aus.

Greene traf - und Deutschland lag erstmals vorn. Und der Zukauf des Zweitligisten FC Bayern München legte erneut aus der Mitteldistanz zum 11:7 nach.

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Dann bekam er nach sechseinhalb Minute als letzter Starter ein Pause von Bauermann.

Argentinier setzen sich ab

Die Gauchos wendeten das Blatt zum 16:13, auch weil sich bei den Deutschen Nachlässigkeiten einschlichen und Heiko Schaffartzik sich zwei dumme Fouls leistete.

Tim Ohlbrecht und Elias Harris glichen zweimal aus, dann sorgte Juan Gutierrez per Dreier und, nachdem er einen Pass erahnt von Per Günther erahnt hatte, per Fastbreak für den 23:18-Pausenstand.

Delfino kam durch einen Glückstreffer zu seinen ersten Punkten, im Gegenzug hatten Jagla und Greene bei Tip-in-Versuchen Pech.

Schaffartziks wilder Dreier

Nach Pleiß-Zuspiel stopfte Harris den Ball krachend zum 22:28 in den Korb. Doch nach einem Schrittfehler von Hamann netzte Leonardo Gutierrez einen Dreier zum 33:24 (15.) ein.

Delfino kam jetzt auf Touren, konterte einen Jagla-Dreier prompt. Aber auch Benzing traf von außen, und Pleiß brachte - herrlich von Hamann in Szene gesetzt - den Außenseiter auf 34:36 heran.

[kaltura id="0_p0dydcj9" class="full_size" title="Die Schl sselszene"]

Zweieinhalb Minuten vor der Halbzeit glich Greene mit zwei Freiwürfen aus. Und kurz danach versenkte Schaffartzik einen gewagten Dreier über Oberto zum 39:38.

Buzzer-Beater zur Halbzeitführung

Doch beim kommenden Türkei-Legionär überwog der Schatten. Bereits im nächsten Angriff ließ er sich von Prigioni den Ball stibitzen, und bekam fürs Festhalten des Argentiniers ein Unsportliches Foul.

Prigioni glich aus, aber die Deutschen kamen nach einem Schrittfehler Scolas noch mal in Ballbesitz - mit sechs Sekunden auf der Uhr.

Hamann bediente aus vollem Lauf Greene in der linken Ecke, und dem gelang trotz Rückwärtslage der Buzzer-Beater zur Halbzeitführung.

Delfino und Scola legen zu

Greene setzte mit einem Korbleger gegen Jasen zum 46:41, bei dem er lange in der Luft hing, auch das erste Highlight der zweiten Spielhälfte (SERVICE: Die WM-Statistiken).

Argentinien drehte die Partie jedoch umgehend: Delfino und Scola punkteten zum 49:46, während Hamann einen Korbleger zu kräftig ansetzte.

Und die beiden NBA-Starter ließen auch nach Greenes Dreier zum Ausgleich nicht locker und erhöhten auf 55:49 (27.).

Delfino krönt 14:0-Zwischenspurt

Turnover von Lucca Staiger und Schaffartzik verhinderten, dass die Deutschen den Anschluss fanden

Stattdessen trafen die Ersatzleute Leonardo Gutierrez und Guillermo Kammerichs, bevor Delfino den vermeintlich entscheidenden 14:0-Lauf per Dreier zum 63:49 krönte.

"Bauermänner" gleichen aus

Das Schlussviertel begann mit Hamanns Korb und Harris' Dunk verheißungsvoll. Harris rupfte Scolas Sprungwurf weg. Doch vorne vergab Ohlbrecht zwei gute Chancen.

Dafür führte sich der erstmals eingewechselte Philipp Schwethelm mit einem Dreier glänzend ein. Und Hamann nutzte aus vier Metern einen Greene-Assist 279764(DIASHOW: Die Stars der WM).

Rund vier Minuten vor Schluss traf Jagla einen Dreier zum 66:68, Greene aus der Distanz zum 69:70. Ohlbrecht glich sogar mit Freiwürfen aus.

"Wir haben großartigen Charakter gezeigt. Ich bin stolz auf dieses Team", lobte Kapitän Hamann.

Greene mit fatalem Ballverlust

Beim Stand von 73:74 hatte Ohlbrecht Pech, dass sich sein Dreier aus dem Ring drehte, dafür erkämpfte Schwethelm den Ball zurück.

Ohlbrecht und auf der Gegenseite Scola trafen je einen Freiwurf, 47 Sekunden vor Schluss bekam Ohlbrecht dann ein Offensivfoul abseits des Balles angehängt.

Scola vergab aus der Nahdistanz, aber ausgerechnet Greene, ließ sich den Ball beim Passversuch klauen. Delfino, umgehend gefoult, verwandelte beide Freiwürfe.

Acht Sekunden vor dem Ende verfehlt Hamann, der in der Defense eine Topleistung abgerufen hatte, beide Freiwürfe. Delfino machte von der Linie dagegen alles klar.

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