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Deutsche Jubeltraube nach dem Krimi-Sieg über Serbien © imago

Nach dem Thriller-Sieg gegen Serbien ist das DBB-Team euphorisch. Für Hamann ist das Australien-Duell aber noch wichtiger.

Vom DBB-Team berichtetMichael Spandern

Kayseri - Manche Momente prägen Spieler oder Teams nachhaltig. Würfe, Abwehraktionen, das Wegstecken von Widrigkeiten.

Oder auch ganze Partien. Inklusive zweier Verlängerungen, wie der 82:81 (73:73, 69:69, 37:35)-WM-Sieg der DBB-Basketballer gegen Vize-Europameister Serbien.

"Es fühlt sich an wie ein definierender Moment", sagte Bundestrainer Dirk Bauermann bei SPORT1. "Aber man weiß das natürlich erst im Nachhinein."

Er jedenfalls schätzt die Wirkung hoch ein: "Die Spieler nehmen die Erfahrung mit, dass es sich lohnt, so viel zu investieren, und dass sie so jeden in der Welt gefährden oder sogar schlagen können."

Über die Hürden der Basketball-Götter

Und Bauermann ist froh, dass seine Schützlinge diese Erfahrung auf die harte Tour machten: 279764(DIASHOW: Die Stars der WM).

"Besser hätte man es nicht skripten können. Es ist beeindruckend, wie die Jungs immer wieder die Energie finden und den Willen entwickeln, jedes Hindernis zu überwinden, das die Götter des Basketballs uns in den Weg stellen."

Einen Sechs-Punkte-Vorsprung hatten sie in den letzten zwei Minuten der regulären Spielzeit verspielt, an dessen Ende Heiko Schaffartzik die Siegchance vergab. 278679(DIASHOW: Die fehlenden Stars)

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Jagla-Dreier in Schräglage

Im letzten Angriff der ersten Overtime wurde Steffen Hamann beim Drive deutlich irregulär angegangen - doch die Schiedsrichter verweigerten den Foulpfiff.

Erst Jan Jaglas Dreier zum 82:77 in Schräglage - 63 Sekunden vor dem endgültigen Schluss und mit Ablauf der Shot-Clock - stellte die Zeichen auf Sieg. (SERVICE: Die WM-Statistiken).

"Da dachte ich: heute wird's klappen", sagte der herausragende Matchwinner, der in 39 Minuten 22 Punkte, neun Rebounds, vier Assists und grandiose Defense ablieferte.

"Ich hatte schon ein wenig Angst, dass es endet wie gegen Argentinien, als wir ein super Spiel gemacht haben, aber die Lorbeeren nicht ernten konnten", war der Polen-Legionär erleichtert. Genau wie sein Coach: "Hätte es nicht geklappt, wäre das wirklich schlimm gewesen. Dann fließen die Tränen. So war es einfach sensationell."

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Sieglos gegen die "Boomers"

Aber Zeit zu feiern, haben die Deutschen nach dem zweiten von fünf Vorrunden-Spielen binnen sechs Tagen nicht.

"Sie dürfen das genießen, aber sie sind hungrig und wissen, dass das nächste schwere Spiel ansteht", lenkt Bauermann den Blick auf das Match gegen die Australier (ab 17.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER)

Die "Boomers" haben Deutschland bei Olympia 1972, 1984 und 1992 in allen vier Begegnungen besiegt, nun steht das erste WM-Duell an.

Hamann hofft auf zweiten Platz

"Das Spiel gegen Australien ist noch wichtiger", glaubt Kapitän Hamann. "Wir haben die große Gelegenheit, die Gruppe als Zweiter abzuschließen."

Damit gingen die "Bauermänner" im Achtelfinale den beiden Top-Teams der Gruppe B aus dem Weg. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

"Die Australier sind gegen uns weiterhin klarer Favorit, sie haben mit David Andersen, Aleks Maric oder Matt Nielsen die großen Namen", sagt Jagla mit Verweis auf die versierten Innenspieler von den Houston Rockets, Panathinaikos Athen und Olympiakos Piräus.

Jagla schwärmt von neuer Generation

Die "Aussies" mit dem 22-jährigen Spielmacher Patrick Mills, der in der vorigen Saison für die Portland Trail Blazers auflief, sind für Bauermann sogar ein Halbfinal-Kandidat.

Der deutsche Erfolg gegen die dezimierten Serben dürfe nicht zu einer falschen Wahrnehmung führen: "Wir wollen uns nicht auf ein Podest heben, auf das wir noch nicht gehören."

Jagla wendet allerdings ein: "Nun können wir mit jedem mithalten. Hinter Dirk Nowitzki wächst eine Generation nach, die in den nächsten Jahren noch von sich hören lassen wird."

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