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Dirk Bauermann beerbte 2003 Henrik Dettmann als DBB-Coach © imago

Nach der Rekordschlappe gegen Australien stellt sich der Bundestrainer vor sein Team und betont auch die positiven Aspekte.

Vom DBB-Team berichtet Michael Spandern

Kayseri - Vom Wundenlecken wollte Dirk Bauermann nach der deutschen Rekordschlappe nichts wissen, von einer Schelte für sein junges Team noch weniger.

Die 43:78 (20:38)-Abreibung durch die Australier, die 13 Punkte deutlicher als die bisher höchste WM-Niederlage gegen Brasilien anno 1994 ausgefallen war, erklärte der Bundestrainer zum Produkt von mangelnden Reserven und mangelnder Erfahrung.

"Diese hohe Belastung ist keine Entschuldigung, sondern eine stimmige Erklärung", sagte Bauermann, nachdem seine Schützlinge im dritten Spiel binnen drei Tagen und rund 21 Stunden nach dem Doppelverlängerungs-Coup gegen Serbien kollabiert waren. "Dann ist es auch egal, ob man mit 10 oder 25 Punkten verliert."

(HEUTE LIVE im TV auf SPORT1: ab 17.25 Uhr Frankreich - Kanada, ab 19.45 Uhr Griechenland - Türkei)

"Nicht mehr viel Energie" bei den Routiniers

"Man braucht viel Erfahrung, um so eine Belastung kompensieren zu können, und diese Erfahrung haben wir noch nicht", weist er auf den Unterschied zu den Australiern hin, die in Spielmacher Patrick Mills (zuletzt Portland Trail Blazers) ihren besten Mann hatten 279764(DIASHOW: Die Stars der WM).

Allerdings wandte er auch ein, dass besonders bei den Routiniers Demond Greene (31), Steffen Hamann und Jan Jagla (beide 29) "nicht mehr viel Energie" da gewesen sei (SERVICE: Die WM-Statistiken).

Bauermann beschloss bereits in der Halbzeit, alle drei nicht mehr ins Spiel zu bringen.

Null Punkte durch Schnellangriffe

Und dann betonte der Bundestrainer erstmals bei diesem Turnier, was das Fehlen seiner NBA-Stars ausmacht:

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"Hätten wir Dirk Nowitzki oder Chris Kaman, denen man einfach mal am Korb den Ball gibt und sie richten es dann, kann man das kompensieren. Mit dieser Mannschaft können wir das nicht." 278679(DIASHOW: Die fehlenden Stars)

"Wir haben nie aufgehört zu kämpfen. Wir haben uns mit Händen und Füßen gewehrt", gab Bauermann zu Protokoll. "Es gibt überhaupt keinen Grund, unser Haupt mit Asche zu bestreuen."

Intern dürfte er angesichts der erneuten Rebound-Unterlegenheit (30:40) und keinem einzigen Fast-Break-Punkt kritischer gesprochen haben.

Jagla warnt vor Selbstzufriedenheit

Zumal die Spieler selbst das schonungslos taten: "Wir können nicht herumlaufen und so tun, als ob wir schon etwas erreicht hätten", mahnte Jagla (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Das gibt uns wieder Motivation, noch härter zu spielen und noch intensiver zu arbeiten", hofft der Power Forward, der in elf Minuten nur einen Korb erzielte.

Auch Heiko Schaffartzik war mit der Intensität des DBB-Teams alles andere als einverstanden: "Wir haben weich gespielt. Die ganze Mannschaft war nicht präsent, egal ob jung oder alt."

[kaltura id="0_sa4ehvk1" class="full_size" title="Auf Sensation folgt Debakel"]

Lob an Benzing und Ohlbrecht

Bauermann machte da durchaus einen Unterschied: "Es war erfreulich, wie gut sich alles in allem die Jungen geschlagen haben", meinte er mit Blick auf die zweite Spielhälfte.

Insbesondere Robin Benzing und Tim Ohlbrecht, mit elf bzw. zehn Punkten noch die besten deutschen Werfer, dürften aus dem Spiel neuen Mut schöpfen.

Ohlbrecht traf drei seiner vier Dreier, Benzing zwei von vier. Doch bei Rebounds und Assists brachten beide wenig bzw. nichts zustande.

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