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Dirk Bauermann betreut die deutsche Nationalmannschaft seit 2003 © getty

Nach dem Sensationssieg gegen Serbien zeigen die Deutschen ihre Kehrseite. Gegen Australien gibt es eine historische Pleite.

Aus Kayseri berichtet Michael Spandern

Kayseri - Harte Landung für die Sonntags-Helden: 21 Stunden nach ihrem Sensationssieg gegen Serbien holte Australien das DBB-Team auf den Boden.

Die "Bauermänner" waren bei der 43:78 (20:38)-Klatsche - der höchsten in ihrer WM-Geschichte - von Beginn an auf verlorenem Posten. Nur Robin Benzing (11) und Tim Ohlbrecht (10) punkteten zweistellig 278679(DIASHOW: Die fehlenden Stars).

"Ich bin trotzdem zufrieden, wie die Jungs das wenige, was noch an Energie da war, eingesetzt haben", stellte sich Bundestrainer Dirk Bauermann vor seine Schützlinge.

Bauermann verbittet sich Kritik

Die Spieler seien vom Serbien-Spiel mit zwei Verlängerungen körperlich und geistig erschöpft gewesen.

"Es war nichts mehr im Tank. Dafür darf man sie nicht kritisieren." Bereits nach dem ersten Viertel sei ihm klar gewesen, dass die Niederlage nicht abzuwenden ist.

Es droht der vierte Platz

Bei den Aussies ragte ihr Kleinster, Spielmacher Patrick Mills, mit 16 Zählern und sieben Assists heraus.

"Das wird uns keinen psychischen Knacks geben", versprach Jan Jagla, der von seinen vier Würfen nur einen traf.

Die Deutschen haben zwar Top-Aussichten aufs Achtelfinale. Doch selbst bei Siegen am Mittwoch gegen Angola (ab 17.45 Uhr live im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) und am Donnerstag gegen Jordanien (ab 20.15 Uhr live im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) droht der vierte Platz in Gruppe A und ein Duell mit den USA.

Benzing will es wissen

Bauermann hielt am kriselnden Small Forward Benzing fest, der neben Steffen Hamann, Demond Greene, Jagla und Tibor Pleiß startete.

In der Starting Five der "Boomers" standen mit Mills, Adam Gibson, Joe Ingles, Matt Nielsen und Rockets-Center David Andersen ebenfalls die bewährten Kräfte.

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Benzing, der zuvor mit einer überhasteten Einzelaktion gescheitert war, markierte auf Jagla-Vorlage die ersten Punkte, vergab danach aber einen Dreier und einen weiteren verfrühten Wurf.

Warten auf den zweiten Korb

Die Australier setzten sich ab. Und der eingewechselte Elias Harris führte sich mit einem Ballverlust ein. Philipp Schwethelm hatte bei zwei Dreiern Pech.

Andersen traf per Dreier zum 12:2, nach acht Minuten gelang Tim Ohlbrecht von außen endlich der zweite deutsche Korb (DATENCENTER: Der WM-Spielplan) .

Bauermann gab seiner zweiten Fünf einige Minuten, brachte bereits nach neun Minuten mit Lucca Staiger den elften Mann. Sechs Sekunden vor Ende des ersten Abschnitts verkürzte Christopher McNaughton zumindest auf 7:19.

19 Punkte im Rückstand

Nach zwei aufeinanderfolgenden Dreier zogen die Australier aber unaufhaltsam weg. Auch Per Günther, DBB-Spielmacher Nummer 3, vermochte keine Löcher in ihre Defense zu reißen.

Hamann kehrte zurück und leistete sich zwei Fehlpässe, Greene versuchte seine Farben mit einem ruppigen Foul an Nielsen wachzurütteln, Jagla beging zwei Offensivfouls 279764(DIASHOW: Die Stars der WM) .

[kaltura id="0_sa4ehvk1" class="full_size" title="Auf Sensation folgt Debakel"]

Nach 16 Minuten schien die Hypothek nach Aleks Marics Korbleger zum 12:31 kaum mehr zu tilgen, das Selbstvertrauen war wie weggepustet.

Sieben Minuten ohne Punkte

Pleiß schaute betreten, als der 17 Zentimeter kleinere "Boomers"-Reservist Brad Newley ihn beim Korbleger rupfte, bevor Jagla im nächsten Angriff die siebenminütige 0:10-Durststrecke stoppte.

Staiger verbuchte per Dreier seine ersten WM-Punkte, doch Mills schlug prompt zurück.

Auf den Buzzer-Beater Schaffartzik war jedoch Verlass - er reduzierte den Halbzeitrückstand aus der Distanz auf 18.

Bauermann schont die Routiniers

Die zweite Spielhälfte begann mit einem Mills-Dreier und einem Offensiv-Foul gegen Schaffartzik wieder ernüchternd.

Ingles zog an Harris vorbei und stopfte zum 45:20, Pleiß - einziger DBB-Starter, der auch nach dem Seitenwechsel begann - antwortete mit seinem ersten und einzigen Korb der Partie (SERVICE: Die WM-Statistiken) .

Die Routiniers Jagla, Greene und Hamann schmorten nun bis zum Spielende auf der Bank, die Reservisten suchten weiterhin vergeblich nach einem Rhythmus. Benzing setzte mit einem Dreier und einem abgeblockten Wurf seltene positive Signale.

Benzing setzt den Schlusspunkt

Mit einem 31:62-Rückstand, dem bis dato höchsten, ging es ins letzte Viertel.

Pleiß schrie nach einem verpassten Nahdistanzwurf seinen Ärger hinaus, ansonsten blieb es bis auf den Maric-Dunking plus Foul ruhig in der nur zu einem Viertel gefüllten Kadir Has Arena.

Den Schlusspunkt setzte immerhin Benzing mit einem Drei-Punkt-Spiel im Fallen. Bauermann attestierte dem Ulmer die beste Leistung bei diesem Turnier.

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