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Steffen Hamann spielt ab der kommenden Saison beim FC Bayern München © imago

Steffen Hamann erläutert, wie das DBB-Team die Pleite gegen Australien aufgearbeitet hat. Gegen Angola sei Deutschland Favorit.

Aus Kayseri berichtet Michael Spandern

Kayseri - Am Mittag danach demonstrierten die Deutschen Lockerheit. Beim Training in der Kadir Has Arena waren die Köpfe wieder oben, Trübsal war tabu trotz der höchsten WM-Pleite der Geschichte (SERVICE: Die WM-Statistiken) .

DBB-Kapitän Steffen Hamann erläutert im SPORT1-Interview, wie die "Bauermänner" mit dem 43:78 gegen Australien umgehen und stellt klar: "So etwas wie gegen Australien darf nicht passieren."

Der Spielmacher, der mit 29 Jahren neben den gleichaltrigen Jan Jagla und Demond Greene (31) zu den Routiniers gehört, schaut aber bereits auf das Spiel gegen Angola und sieht die Deutschen aus drei Gründen im Vorteil.

(HEUTE LIVE im TV auf SPORT1: ab 17.25 Uhr Frankreich - Kanada, ab 19.45 Uhr Griechenland - Türkei)

Hamann, der seit 2003 nun 111 Länderspiele absolviert hat, glaubt, dass auch ein EM-Erlebnis den Kern des Teams stärke.

SPORT1: Herr Hamann, wie ist das Team mit der happigen Niederlage umgegangen?

Steffen Hamann: Wir haben uns zusammengesetzt, ein Bierchen getrunken und gequatscht. Wir müssen positiv bleiben, was an diesem Abend nicht einfach war. So etwas wie gegen Australien darf nicht passieren.

SPORT1: Wie stecken Sie das weg?

Hamann: Wir sind stark genug, das haben wir schon in der Vorbereitung bewiesen. Und wir haben gleich im nächsten Training an den Dingen gearbeitet, die schief gelaufen sind.

SPORT1: Welche Dinge waren das?

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Hamann: Wir haben aus dem Pick-and-Roll den freien Mann nicht gesehen, was uns in den Spielen zuvor gut gelungen ist. Vielleicht waren wir mental zu müde. Aber noch mal: So dürfen wir nicht auftreten.

SPORT1: Folgt jetzt eine Trotzreaktion?

Hamann: Nein, wir müssen das Australien-Spiel abhaken, und dürfen gegen die Angolaner den Ball nicht verlieren und ihnen keine Fast-Breaks gestatten, bei denen sie wirklich stark sind. Wir müssen unser Spiel spielen.

SPORT1: Was macht Sie zuversichtlich, dass dies klappt?

Hamann: Die letzten drei Spiele der Vorbereitung und die ersten beiden hier in der Türkei sind der Maßstab - und da wollen wir auch wieder hin. Wir wollen beweisen, dass wir zu den besten 16 der Welt gehören.

SPORT1: Sind die Akkus bei den drei Routiniers, die ja nicht mal eine Viertelstunde gespielt haben, wieder voll?

Hamann: Der Stecker ist noch in der Steckdose, und das grüne Licht leuchtet noch nicht, aber von mir aus könnte es gleich weitergehen. Wir werden mit frischen Beinen, Herz und Leidenschaft aufs Feld gehen.

[kaltura id="0_sa4ehvk1" class="full_size" title="Auf Sensation folgt Debakel"]

SPORT1: Waren Sie froh, dass Sie nach der Halbzeit nicht mehr in das aussichtslose Spiel eingreifen mussten?

Hamann: Ich bin nie froh, auf der Bank zu sitzen. Aber wir gewinnen und verlieren zusammen. Es ist wichtig, auch da zusammenzuhalten und nicht den Glauben aneinander zu verlieren.

SPORT1: Bei der EM 2009 haben neun von den jetzigen Zwölfen in einer Nervenschlacht gegen Lettland das Weiterkommen geschafft. Wie wichtig ist diese Erfahrung?

Hamann: Wir wollen daraus Stärke ziehen. Der Kern ist jetzt im zweiten Sommer zusammen, und damals gegen Lettland haben wir genauso wenig aufgegeben wie am Sonntag gegen Serbien, egal was passiert ist. Das lässt uns weiter wachsen. Wir müssen uns vor keinem verstecken.

SPORT1: Ist Deutschland folglich Favorit gegen die Angolaner?

Hamann: Sicherlich. Wir können disziplinierter Basketball spielen und besser verteidigen, und auch unsere Bank ist stärker.

SPORT1: Theoretisch bedeutet auch eine Niederlage gegen Angola womöglich nicht das Aus, ein Sieg aber auch nicht unbedingt das Weiterkommen. Betrachten Sie die Partie dennoch als K.o.-Spiel.

Hamann: Wir schauen nicht auf andere, wollen unsere Ziele verfolgen und beide ausstehenden Spiele gewinnen. Wir wollen nach Istanbul, egal wie.

SPORT1: Haben Sie den dritten Platz abgeschrieben?

Hamann: Nein, der ist ja noch möglich. Aber wenn wir gegen Angola und Jordanien gewinnen, ist es uns egal, ob wir als Dritter oder Vierter weiterkommen.

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