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Tim Ohlbrecht bestritt 2008 sein Debüt für das DBB-Team © imago

Die Neuauflage des Weltmeisterschafts-Rekordspiels gegen Angola sehen die Deutschen als K.o.-Spiel um den Achtelfinal-Einzug.

Aus Kayseri berichtet Michael Spandern

Kayseri - Sie haben zehn der letzten elf Kontinentaltitel abgeräumt und verpassten seit 1989 nur ein großes Turnier.

Dennoch spielten sich die Angolaner erst vor genau vier Jahren und einer Woche ins deutsche Basketball-Gedächtnis.

An jenem Donnerstag zwangen sie das DBB-Team im längsten Spiel der WM-Geschichte zu drei Verlängerungen, bevor sie durch 47 Punkte von Dirk Nowitzki endlich geschlagen waren und Deutschland dadurch im Achtelfinale den Franzosen aus dem Weg ging (SERVICE: Die WM-Statistiken).

Quasi ein K.o.-Spiel

Vor der WM-Revanche heute in Kayseri (ab 17.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) hält es Bundestrainer Dirk Bauermann für "nicht zielführend", seine Mannen an diesen Kraftakt zu erinnern.

Nicht so sehr, weil mit Demond Greene und Steffen Hamann damals nur zwei Korbjäger mitmischten, die nun die Tür zum Achtelfinale - dem ausgerufenen Ziel - sperrangelweit aufstoßen sollen. Sondern eher, um "nicht mit Befürchtungen ins Spiel zu gehen, sondern sich auf die Aufgabe zu fokussieren" 278679(DIASHOW: Die fehlenden Stars).

Einer Aufgabe, die alle als K.o.-Spiel betrachten. "Es zählt nur der Sieg, und so gehen wir auch heraus", sagte Innenspieler Tim Ohlbrecht zu SPORT1 - trotz theoretischer Restchancen bei einem Sieg im letzten Vorrundenspiel tags drauf gegen Jordanien (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Anknüpfen an den Serbien-Coup

Besser als "fifty-fifty" mag Bauermann die Chancen nicht taxieren, obwohl die Deutschen bisher alle vier Duelle mit Angola gewannen - zuletzt bei den Olympischen Spielen in Peking klar mit 95:66 - und bei der WM den stärkeren Eindruck hinterließen.

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"Wir müssen da weitermachen, wo wir gegen Serbien aufgehört haben. Und ich bin nach dem hervorragenden Sommer, den wir gespielt haben, sicher, dass uns das gelingen wird", blendet er das 43:78-Debakel gegen Australien aus.

Es sei für seine Youngster "das erste Mal, dass sie bei einer WM in einer solchen Situation sind und wir wollen ihnen da die Zuversicht und Nervenstärke geben".

Top-Trio von 2006 wieder dabei

Die Angolanner dagegen hätten "enorme Erfahrung auf diesem Level". Olimpio Cipriano, Joaquim Gomez und Eduardo Mingas, die Deutschland beim letzten WM-Duell zusammen 76 Punkte einschenkten, gehören auch heute zu den Säulen des Teams.

[kaltura id="0_86v2r4z3" class="full_size" title="Vorbericht Deutschland Angola"]

Besonders großen Respekt hat Bauermann allerdings vor Carlos Morais, einem "sehr guten Werfer, der sowohl die Position 1 als auch die 2 spielen kann".

Acht Spieler aus dem Dutzend von Trainer Luis Magalhaes spielen in der Hauptstadt Luanda. "Das ist eine Mannschaft, die eingespielt ist, alle spielen in einem Land, die meisten bei einem Verein. Das macht sie stark", erläutert Bauermann.

Angola nimmt "wilde Würfe"

Aber er macht auch Vorteile beim DBB-Team aus: "Ich glaube, dass wir disziplinierter sind, alles in allem die bessere Verteidigung haben und die mannschaftlich bessere Lösungen finden."

Auch Steffen Hamann hatte im SPORT1-Interview die Disziplin und die Defense als Pluspunkte der Deutschen bezeichnet.

Angola dagegen, stichelt der Bundestrainer, würde sich auch mal "mit wilden Würfen aus dem Spiel schießen". Ihre Trefferquote ist mit 37,9 Prozent die drittschlechteste des Turniers.

Viel Verantwortung für die Routiniers

Beim deutschen Team fällt den Routiniers Hamann, Demond Greene und Jan Jagla, die gegen Australien über weite Strecken geschont wurden, die Hauptverantwortung zu.

Die Drei seien "extrem wichtig, weil sie international und national schon oft in solchen Situationen waren", betont der Bundestrainer. "Sie müssen die Mannschaft tragen, ihr die notwendige Souveränität und Sicherheit geben."

So wie es 2009 im fürs Weiterkommen entscheidenden Vorrundenspiel gegen Lettland taten, als vor allem Greene mit 16 und Jagla mit 13 Punkten fürs Happy End sorgten.

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