vergrößernverkleinern
Tibor Pleiß (r.) spielt in der Beko BBL für Meister Brose Baskets Bamberg © FIBA

Das DBB-Team vermeidet gegen Jordanien wenigstens den letzten Gruppenplatz. Vor allem einen Youngster zeigt sich noch mal.

Aus Kayseri berichtet Michael Spandern

Kayseri - Wenigstens einer hatte beim WM-Ausstand der Gescheiterten Grund zum Lachen:

Tibor Pleiß steuerte beim deutschen 91:73 (40:33) -Sieg so viele Punkte wie nie im Nationaltrikot bei. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Und dann erfuhr der 20-Jährige, dessen NBA-Rechte sich im Juni die Oklahoma City Thunder gesichert hatten, dass sein zukünftiger Boss Augenzeuge war.

Sam Presti, General Manager der Thunder, war zur Kadir Has Arena von Kayseri gereist und notierte 23 Punkte und neun Rebounds für seinen Center in spe. (SERVICE: Die WM-Statistiken)

"Er hatte eine SMS geschickt, dass er zur WM kommen wollte, aber ich wusste nicht, dass er da war", sagte Pleiß, der zumindest die anstehende Saison noch für Bamberg spielt.

"Den Fans etwas zurückgeben"

Seinen Mitspielern war der Sieg, mit dem sie den letzten Gruppenplatz vermieden, dagegen kaum ein Trost für das bittere Aus, das Angola tags zuvor durch einen Erfolg in der Verlängerung besiegelt hatte.

"Wir haben unser Ziel nicht erreicht, da kann das nicht befriedigend sein", sagte Lucca Staiger, mit 16 Punkten zweitbester DBB-Scorer, zu SPORT1.

Dennoch: "Es war wichtig, dass wir mit einem Sieg aus dem Turnier gehen", erklärte der Berliner. Und Pleiß ergänzte: "Wir wollten den Fans etwas zurückgeben, die uns super angefeuert haben. Wir haben uns vorgenommen, noch mal alles zu geben."

Der Ball geht zu Pleiß

Das Team von Dirk Bauermann begann nicht mit Elias Harris, sondern wie in den ersten drei Turnierspielen mit Robin Benzing als Small Forward.

[image id="74fe5283-65b4-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Pleiß erzielte am Korb die ersten sieben Punkte für die "Bauermänner", die einen 11:3-Start hinlegten.

Sie suchten Pleiß, der gegen Angola noch überfordert war, konsequent. Nach siebeneinhalb Minuten bekam er als letzter Starter eine Verschnaufpause und hatte bereits zwölf Punkte auf dem Konto.

"Wir hatten einen Größenvorteil und den wollten wir nutzen", erklärte Heiko Schaffartzik. Und Jordaniens Coach Mario Palma räumte ein: "Wir konnten deren Innenspiel nicht stoppen. Das hat uns getötet."

Schaffartzik passt zum Alley-Oop

Harris trumpfte mit seiner Athletik auf: zunächst ein spektakulärer Wurf-Block, dann vollendete er nach Schaffartziks Zuspiel einen Alley-Oop. Staiger baute die Führung aus der Distanz auf 28:14 aus.

Durch elf Punkte in Folge, neun davon durch Dreier, kam der Dritte der Asienmeisterschaften aber knapp drei Minuten vor der Halbzeit auf 33:34 heran.

[kaltura id="0_5y3k3722" class="full_size" title="Bauermann im Interview"]

Nach dem Seitenwechsel traf endlich auch Benzing, Pleiß legte von der Freiwurflinie zum 49:36 nach.

Harris stopft trotz Fouls

Demond Greene dagegen schüttelte seinen K.o.-Frust nicht ab: Der Starter blieb bei nur einem Versuch erneut ohne Feldkorb. Auch Schaffartzik und Per Günther verbuchten eine Nullnummer.

Staiger dagegen legte ein Einwurf zentimetergenau zum Dunk für Tim Ohlbrecht in die Luft, setzte sich danach trotz Fouls im Zug zum Korb durch. Und Harris stopfte nach Offensiv-Rebound - ebenfalls trotz Fouls.

Verpasstes Duell mit Durant

Ein 67:50-Polster nahmen die "Bauermänner" mit ins Schlussviertel und ließen die Jordanier nicht mehr näher als auf 14 Punkte heran.

Um 23:10 Uhr Ortszeit war das Kapitel WM 2010 dann für das DBB-Team zugeklappt. Nun sehnt es die EM 2011 mit den NBA-All-Stars Dirk Nowitzki und Chris Kaman herbei.

"Ich freue mich schon jetzt", sagte Pleiß. "Ich hoffe, dass ich viel von Dirk lernen kann." Allerdings räumte der 2,15-Meter-Mann ein, dass er vorher gerne noch dem Thunder-Star Kevin Durant gezeigt hätte, "was ich schon drauf habe". Doch die Chance aufs Achtelfinale gegen das NBA-Ensemble der USA hatte Deutschland 26 Stunden vorher verspielt.

Für Deutschland spielten:

Robin Benzing (ratiopharm Ulm, 5), Demond Greene (FC Bayern München), Per Günther (ratiopharm Ulm), Steffen Hamann (FC Bayern München, 4), Elias Harris (Gonzaga University/USA, 7), Jan-Hendrik Jagla (Asseco Prokom Gdynia/POL, 14), Christopher McNaughton (EWE Baskets Oldenburg, 12), Tim Ohlbrecht (Telekom Baskets Bonn, 7), Tibor Pleiß (Brose Baskets Bamberg, 23), Heiko Schaffartzik (Turk Telekom Ankara/TUR), Philipp Schwethelm (Eisbären Bremerhaven, 3), Lucca Staiger (ALBA Berlin, 16).

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel