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Dirk Bauermann führte Deutschland 2007 zu Platz fünf bei der EM und zur Quali für 2009 © imago

Im zweiten Teil des Sport1.de-Interviews spricht Bundestrainer Bauermann über zwei Peking-Fahrer, die er in die A2 berufen hat.

Von Michael Spandern

Bundestrainer Dirk Bauermann rüstet Deutschland für die Zeit nach Dirk Nowitzki. Um die Nachrücker schon jetzt im Auge zu behalten und fit für den internationalen Erfolg zu machen, übernimmt der Rheinländer im kommenden Jahr auch die Verantwortung fürs A2-Nationalteam.

Im zweiten Teil des Sport1.de-Interviews verrät er, warum er auch zwei Olympia-Fahrer wieder in den Unterbau berief.

Nachdem er im Mai seinen Trainerjob als Bamberger Coach niederlegte, sagt er nun, weshalb die Brose Baskets noch immer mit ALBA Berlin in einem Atemzug zu nennen sind.

Sport1.de: Sie werden 2009 auch die A2 übernommen. Ist es für die Spieler ein zusätzlicher Anreiz, sich dem Coach der A1 auf dieser Bühne zu präsentieren?

Dirk Bauermann: Dass wir zuletzt Probleme hatten, den ein oder anderen zur Mannschaft zu bekommen, lag weniger an den Spielern, als an den Vereinen. Die haben die Spieler entweder gar nicht oder nur sehr widerwillig freigegeben, weil sie sich schon in der Vorbereitung befanden. Das löst sich 2009 von selbst, da die A2 ja nur von Ende Mai bis Mitte Juli Termine hat. Dass sich die Spieler dann noch dem Trainer der A1 empfehlen können, kommt hinzu. Es würde mich sehr wundern, wenn da einer nicht so richtig wollte.

Sport1: Unter den 38 Nominierten sind auch drei Spieler, die sich bereits "oben" bewährt haben: Philip Zwiener und Tim Ohlbrecht, die Sie mit zu den Olympischen Spielen genommen haben, und Dominik Bahiense de Mello. Warum sind die Drei nun wieder im A2-Kader?

Bauermann: Dominik hat sich leider nicht durchsetzen können, Philip ist als elfter Mann mitgefahren und Tim ist noch ein ganz junger Spieler. Alle drei brauchen internationale Erfahrung und Spielpraxis. Wenn ich mir anschaue, wie wenig Spielzeit Philip momentan bekommt, dann kann dem jedes Spiel im Sommer nur unendlich gut tun. Das gleiche gilt für Tim und Dominik. Sie müssen sich weiterentwickeln, und das so schnell wie möglich, um in der A-Nationalmannschaft nicht nur dabei zu sein, sondern uns auch substantiell helfen können. Um das höchste internationale Niveau zu erreichen, müssen sie noch einen Riesenschritt machen.

Sport1: Ohlbrecht war ja in Bamberg mit ihnen sehr erfolgreich. Wie sehr hängt Ihr Herz noch an den Brose Baskets und wie ist deren 6:8-Punkte-Fehlstart in der BBL zu erklären?

Bauermann: Mein Herz hängt natürlich noch sehr an Bamberg. Wir haben da eine Menge aufgebaut. Zusammen mit Berlin kann sich Bamberg strukturell und von der Begeisterung der Fans mit den Besten in Europa messen. Dass es sportlich jetzt am Anfang etwas schwierig war, konnte man auch hier fast erwarten: Sie mussten noch einmal einen neuen Spielmacher integrieren, weil John Goldsberry für das Jahr ausfällt. Sie werden sich aber finden und das Feld von hinten aufrollen.

Sport1: Bamberg und der Nationalmannschaft fehlt ja auch der an Krebs erkrankte Ademola Okulaja. Wie ist derzeit Ihr Kontakt zu ihm?

Bauermann: Wir haben nur ganz lose Kontakt. Wir hatten einige Male intensiv miteinander gesprochen, aber er hat darum gebeten, dass Trainer und Spieler ihn nun in Ruhe lassen, weil er sich auf seine Familie und darauf, gesund zu werden, konzentrieren will.

Hier geht's zurück zum ersten Teil des Interviews

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