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Dirk Nowitzki wurde nicht nur NBA-Champion, sondern auch Final-MVP © getty

Die PK des Superstars in Würzburg wird zu einem triumphalen Empfang. Die Fans dürfen auf eine EM-Teilnahme hoffen.

Würzburg - Spielt er oder spielt er nicht?

Diese Frage schwebte bei der ersten Pressekonferenz von Basketball-Star Dirk Nowitzki in Deutschland nach dem NBA-Triumph im Raum.

Eine klare Aussage dazu, ob er mit der DBB-Auswahl zur kommenden EM nach Litauen reisen wird, vermied der Würzburger aber auch beim emotionalen Auftritt in seiner Heimatstadt, der nach der PK mit einem Autokorso zum Rathaus fortgesetzt wurde 423506(DIASHOW: Dirkules' Triumphzug).

"Ich habe immer gesagt, dass ich da gerne spielen würde ", meinte Nowitzki vor 3000 Fans in der Würzburger Basketball-Halle gut zwei Wochen nach seinem NBA-Titelgewinn mit den Dallas Mavericks.

Frühe Vorbereitung ein Problem

Jetzt wolle er aber erst einmal relaxen und Urlaub machen. "Danach werde ich eine Entscheidung treffen, die für beide Seiten vertretbar ist", so der 33-Jährige.

Das Problem seien weniger die Spiele als die Trainingseinheiten in Vorbereitung auf die Endrunde vom 31. August bis 18. September (LIVE im TV auf SPORT1). "Denn die beginnen ja schon Mitte Juli". Auf jeden Fall müsse er für einen EM-Einsatz erst wieder vollkommen fit sein.

"Ich hebe nicht ab"

Im lässigen grünen Shirt und kurzer beiger Hose saß Nowitzki auf der Bühne und beantwortete völlig entspannt über eine Stunde geduldig die Fragen der Fans und der über 140 anwesenden Journalisten. "Ich hebe nicht ab", sagte der 33-Jährige, der als erster Deutscher die NBA-Meisterschaft gewann.

Während er also seine Teilnahme an der Europameisterschaft offen ließ, gab er zu anderen Themen klare Statements ab.

SPORT1 stellt die wichtigsten Aussagen von Dirk Nowitzki zusammen.

Nowitzki über...

... den Championship-Ring :

Unser Teambesitzer Mark Cuban wollte mit dieser Tradition brechen und uns ein Armband schenken. Da habe ich ihm klar gemacht, dass wir Männer und keine Frauen sind und den Ring wollen.

Ich glaube, dass dazu das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Der Ring ist so klassisch. Von daher hoffe ich, dass wir ihn da noch einmal umstimmen können.

...über die Zeit nach dem Triumph:

Es wird noch eine Zeit dauern, bis ich abschalten kann. In den letzten Wochen ging alles nonstop. 200.000 Leute haben uns gefeiert. Das war ein Riesenerlebnis. Ich habe versucht, alles zu genießen und Spaß zu haben dabei. Das war unglaublich. Von daher wird es noch ein wenig dauern, bis das einsinkt. Nach meinem Urlaub werden sich dann noch einmal die Spiele und einzelnen Momente in meinem Kopf abspielen.

[kaltura id="0_f9yg1d0e" class="full_size" title="Würzburg feiert Nowitzki "]

... den Knackpunkt in den Playoffs:

Die Niederlage in Portland, als wir (in der ersten Playoff-Runde, Anm. d. Red.) den 2:2-Ausgleich hinnehmen mussten, hat uns zusammengeschweißt. Da haben uns die Medien und so genannten Kritiker schon abgeschrieben und gemeint, dass die alten Mavs wieder zusammenfallen.

Das hat uns vor dem fünften Spiel vor heimischem Publikum zusätzlich motiviert. Auch danach haben wir es uns nie erlaubt, zu relaxen; selbst nachdem wir die Lakers geputzt haben. Das hat uns geholfen.

...einen möglichen Verzicht im vierten Finale wegen Fiebers:

Nein, gar nicht. Das sind die NBA-Finals. Da hätte ich schon auf quasi auf meinem Sterbebett liegen müssen. Es war das vierte und vorentscheidende Spiel, wir lagen 1:2 hinten. Bei einer weiteren Niederlage ist die Serie so gut wie weg.

Ich habe aber beim Anschwitzen gemerkt, dass der Körper gut reagiert. Das war zwar dann nicht toll, aber die Mannschaft hat mich dann durch den Rest der Serie getragen. Wichtig war, dass J.J. Barea dann in die Startformation kam. Er hat für uns die Serie umgedreht.

...die ersten Minuten nach dem Titelgewinn:

Ich bin nach dem Spiel gleich in die Umkleidekabine gerannt. Dort sind erst einmal alle Emotionen herausgekommen. Sämtliche PR-Leute sind mir hinterher gerannt und wollten mir die Trophäe überreichen. Aber ich habe gesagt: "Ich will sie nicht". Ich hatte mich unter die Dusche verzogen und ihnen gesagt, sie sollten sie einem anderen geben. Nach ein paar Minuten ging es dann wieder und ich bin herausgekommen. Dann war alles nur Wahnsinn.

...die Unterstützung der Mavs in den USA:

Das haben wir leider nicht mitbekommen. Wenn die Playoffs losgehen, bist du so konzentriert. Außer zum Training habe ich quasi mein Haus nicht verlassen. Deshalb habe ich von außerhalb nicht viel mitbekommen. Aber es war schon der Wahnsinn, wie viele Leute uns den Daumen gedrückt haben. Bei den Kritikern waren wir ja in jeder Runde die Underdogs. Laut denen hätten wir ja schon gegen Portland verlieren sollen. Das hat uns geholfen, uns zu motivieren. Dass wir gegen Miami nicht die Favoriten waren, war aber klar.

[kaltura id="0_cpiad98s" class="full_size" title="Nowitzki singt wieder"]

...seinen Einsatz bei der EM:

Ich wäre schon ganz gerne wieder dabei und habe immer gesagt, dass ich da gerne spielen würde. Denn eine Qualifikation für London 2012 wäre großartig. Ich werde den Tag der Eröffnung in Peking, als die Fahne getragen habe, nie vergessen. Nach Olympia 2008 haben viele Spieler der älteren Garde aufgehört. Ich möchte es den Jungen eigentlich schon ermöglichen, auch den Hype von Olympia zu erleben. Das ist ein einmaliges Erlebnis.

In den letzten zwei Jahren war es deshalb schon der Plan in Litauen mitzuspielen. Aber jetzt habe ich leider bis Ende Juni spielen müssen. Ich möchte jetzt erst einma Urlaub machen. Danach werde ich eine Entscheidung treffen, die für beide Seiten vertretbar ist. Klar ist, dass ich jetzt eine Zielscheibe am Rücken habe und jeder es mir zeigen will. Deshalb muss ich fit sein. Ansonsten können wir es uns ersparen. Das Problem sind die Trainingseinheiten, die schon Mitte Juli anfangen würden. Da muss man schauen, ob die Motivation langt. Aber ich glaube schon.

...einen möglichen Vereinswechsel:

Jetzt natürlich nicht mehr. Jetzt werde ich meine Karriere in Dallas beenden. Nur bei einem fehlenden Titel hätte ich es mir vorstellen können, den Klub zu wechseln. Das haben Karl Malone und Charles Barkley so gemacht. Aber das ist jetzt vom Tisch.

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