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Robin Benzing (mit Dirk Bauermann) spielt seit 2009 in der deutschen Nationalmannschaft © dpa Picture Alliance

Bei SPORT1 verrät Benzing, was das Mitwirken von Nowitzki für ihn bedeuten würde und welche Parallele es zwischen ihnen gibt.

Von Michael Spandern

München - Er ist der gefährlichste Deutsche der Beko BBL - wie 2009/10. Er ist ein heißer Kandidat auf eine Karriere in der NBA.

Doch sein nächster Schritt führt Robin Benzing aus dem Ulmer Mauerblümchendasein wohl zunächst ins nationale Rampenlicht (DATENCENTER: Der Spielplan 2011/12).

Auch wenn der 22-jährige Nationalspieler seinen Wechsel zum FC Bayern noch nicht bestätigt, spricht er im SPORT1-Interview doch von einem "interessanten Angebot".

Das Bewegungstalent, das in der abgelaufenen Saison durchschnittlich 15,1 Punkte und 4,5 Rebounds für ratiopharm Ulm ablieferte, schaut aber vor allem auf den EM-Sommer, der für ihn und das DBB-Team besser als die WM 2010 laufen soll.

SPORT1 verrät Benzing, was er anders als im Vorjahr macht, was das Mitwirken von Dirk Nowitzki für ihn bedeuten würde und welche Parallele es zwischen ihm und dem NBA-Champion gibt.

SPORT1: Herr Benzing, dass Sie das beschauliche Ulm verlassen, steht seit Längerem fest. Alle Welt geht davon aus, dass sie beim FC Bayern unterschreiben. Ist das schon passiert?

Robin Benzing: Das ist noch nichts fix, leider. Ich bin noch mit einigen Vereinen in Gesprächen (BERICHT: Benzing an der Angel, "Raketen" in Aussicht).

SPORT1: Wir dürfen aber davon ausgehen, dass Sie bei Ihrem nächsten Klub auch auf internationaler Bühne spielen?

Benzing: Ja, auf jeden Fall. Das ist für mich der nächste Schritt in meiner Entwicklung. Dass mein zukünftiger Klub im Europapokal spielt, ist somit eine Voraussetzung.

SPORT1: Was ist das entscheidende Kriterium für Ihre nächste Adresse?

Benzing: Es muss ein gutes Programm sein, in dem ich mich selbst weiterentwickeln kann. Und für mich, wie für jeden jungen Spieler, ist es natürlich auch sehr wichtig, viele Einsatzzeiten zu bekommen.

SPORT1: Man hat schon gehört, dass sich Spieler Einsatzzeiten oder Starter-Rollen vertraglich haben zusichern lassen. Sind Sie in einer solchen Position?

Benzing: Das ist schwierig, so etwas auszuhandeln. Ich bin der Meinung, man muss mit Leistung überzeugen und sich solche Positionen erkämpfen.

SPORT1: Gab es auch mit Dirk Bauermann Gespräche über Ihren nächsten Klub?

Benzing: Na klar, mit Dirk habe ich darüber auch gesprochen. Wir haben uns aber vor allem über den anstehenden Sommer unterhalten. Ich freue mich sehr auf die EM und darauf, dass es jetzt bald los geht.

SPORT1: Aber was sagen Sie generell zu den Entwicklungen beim FC Bayern? Und der Unterschrift von Jan Jagla (Exklusiv: Interview mit Jan Jagla)?

Benzing: Das, was da jetzt aufgebaut wird, ist ein richtig großes Projekt. Neben Jan spielen ohnehin schon einige Nationalspieler da. Natürlich ist das ein interessantes Angebot. Aber man muss sich auch woanders umschauen und dann die beste Option wählen.

SPORT1: Sie haben die EM angesprochen. Am Samstag geht es ins Trainingslager nach Gran Canaria. Worauf freuen Sie sich besonders?

Benzing: Ich freue mich auf die Zeit mit den Jungs. Aber auch auf neue Herausforderungen. Und sollte Dirk Nowitzki mitspielen, wäre das natürlich noch eine Extra-Motivation.

SPORT1: Was würde sich für Sie persönlich ändern, wenn Nowitzki mitkommt?

Benzing: Verändern würde das eigentlich nichts. Ich werde so oder so alles geben und versuchen, meine Leistung zu bringen.

SPORT1: Gibt es Dinge, die man sich bei ihm abschauen kann?

Benzing: Ja natürlich. Da gibt es einiges. Sein gesamtes Auftreten als Mensch und Spieler, seine Moral, sein Willen, sein Spiel. Einfach alles. Ich schaue mir von ihm sehr viel ab. Ich versuche, ihn so viel es geht zu beobachten und von ihm zu lernen.

SPORT1: Im "The Red Bulletin" ist ein vierseitiger Artikel über Sie mit der Überschrift "Newitzki ". Wie finden Sie das?

Benzing: Auf der einen Seite ist das natürlich eine Ehre. Auf der anderen Seite muss man auf dem Boden bleiben. Erstens mache ich natürlich mein eigenes Ding und bin nicht Nowitzki. Und zweitens, ist es meiner Meinung nach ein zu großes Ziel, an Nowitzki herankommen zu wollen. Was Nowitzki geschafft hat, ist sehr, sehr, sehr schwer zu erreichen.

SPORT1: Gibt es denn trotzdem Parallelen zwischen Nowitzki und Benzing?

Benzing: Die einzige Parallele ist, dass ich früher auch Tennis gespielt habe.

SPORT1: Nowitzki war unterfränkischer Meister. Stehen bei Ihnen auch Pokale im Regal?

Benzing: Ja, aber nur kleinere von Kreismeisterschaften.

SPORT1: Wie ist es um Ihre NBA-Pläne bestellt? Haben Sie sich ein Datum für den Wechsel über den großen Teich gesetzt?

Benzing: Nein, das ist momentan zur Nebensache geworden. Ich konzentriere mich jetzt auf die Aufgaben, die mir bevorstehen. Sollte sich irgendwann eine Chance ergeben, wäre das großartig. Aber im Moment ist ein Wechsel in die NBA für mich kein Thema.

SPORT1: Die WM 2010 ist sicher auch in Ihren Augen nicht optimal verlaufen. Haben Sie etwas an der Herangehensweise an die EM dieses Jahr verändert?

Benzing: Naja, man weiß als Sportler, dass so eine Erfahrung wie bei der WM auch wichtig ist. Das muss man mal durchmachen. Auch wenn es nicht so toll war. Aber ich habe daraus gelernt und bin jetzt extra motiviert, besser vorbereitet zu sein, sowohl mental als auch körperlich. So werde ich auch versuchen mich dort zu präsentieren.

SPORT1: Was machen Sie in diesem Sommer konkret anders gemacht als im vorigen?

Benzing: Ich habe sehr viel Krafttraining gemacht und mich in diesem Bereich verbessert. Ich habe ein paar Kilos zugelegt, damit ich für den Sommer bereit bin.

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