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Tim Ohlbrecht war 2006 der Top-Rebounder bei der U-18-Europameisterschaft © getty

Nach der Finnland-Pleite spricht der Bundestrainer von einer "ordentlichen Leistung". Ohlbrecht profitiert vom Einzel-Training.

Hagen - Dirk Bauermann spricht gerne in Bildern, auch nach dem verlorenen Härtetest in der Vorbereitung auf die Basketball-EM in Litauen (31. August bis 18. September, LIVE im TV auf SPORT1) war es nicht anders.

"Der Tank ist leer", sagte der Bundestrainer mit Blick auf den "müden" Auftritt im Länderspiel gegen Finnland (DATENCENTER: Der EM-Spielpan).

Allein schon wegen der harten Einheiten im zurückliegenden Trainingslager auf Gran Canaria trieb die Vorstellung seiner Mannschaft dem 53-Jährigen keine Sorgenfalten ins Gesicht.

"Es ist klar, dass noch Sand im Getriebe ist. Das ist überhaupt kein Problem."

Trefferquote nicht überzeugend

Bauermann war zufrieden mit dem ersten Länderspiel, auch wenn am Ende in Hagen 74:79 auf der Anzeigentafel stand.

"Die Jungs haben eine sehr ordentliche Leistung abgerufen", sagte Bauermann: "Es war nach der zehntägigen Vorbereitung ein schwerer Gang. Man hat gesehen, dass die Jungs kaputt waren."

Die "Weißen Riesen" zogen sich vor ausverkauftem Haus anständig aus der Affäre, nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Im Offensivspiel unterliefen dem deutschen Team zum Auftakt einer zehnteiligen Länderspielserie noch viel zu viele leichte Abspielfehler, auch die Trefferquote ließ mehr als zu wünschenübrig.

Tim "hat sich wirklich gequält"

Ohne die beiden NBA-Stars Dirk Nowitzki und Chris Kaman quälten sich die deutschen Korbjäger vor den 2850 Zuschauern mehr oder weniger durch die 40 Minuten, allein Tim Ohlbrecht schienen keine schweren Beine zu bremsen.

In seinem 50. Länderspiel war der 22-Jährige glänzend aufgelegt und mit 24 Punkten nicht nur treffsicherster Schütze auf dem Parkett.

Ohlbrecht erhielt die meisten Spielminuten, fischte sich reihenweise Rebounds, zeigte am Brett Blocks ins Serie und punktete in allen Variationen. Aus dem Feld, per Korbleger oder Dunking, Ohlbrecht präsentierte die ganze Palette.

"Tim hat ohne Frage sehr gut gespielt. Er hat sich wirklich gequält, deshalb hat es mich besonders gefreut, dass er heute explodiert ist", sagte Bauermann.

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Ohlbrecht ärgert sich

Mehr als zwei Monate hatte sich der 2,10 m große Bonner fernab der Heimat in bester Nowitzki-Manier mit einem Privattrainer allein auf die Vorbereitung vorbereitet, die Maßnahme trägt Früchte (BERICHT: Nowitzki stöhnt auch ohne Insel-Qualen).

"Die zweieinhalb Monate waren nicht umsonst. Ich habe mich mental verändert, meine Spielweise verändert. Mein Ziel ist es, so gut wie nie zuvor zu sein", sagte Ohlbrecht, der sich in New Jersey fit gemacht hatte.

Die Niederlage konnte er aber dennoch nicht verhindern, entsprechend ärgerte sich der Mann des Tages (BERICHT: "Bauermänner" mit Niederlage im Schichtbetrieb).

"Wir hätten gewinnen müssen, Finnland ist eigentlich nicht unser Niveau. Aber es war viel Nervosität im Spiel."

"Alle 14 haben eine realistische Chance"

Drei Tage Heimurlaub haben die Nationalspieler, bevor es am Dienstag von München aus zum Vierländerturnier ins türkische Izmir geht.

Drei Spiele stehen von Donnerstag bis Samstag auf dem Programm, danach will Bauermann entscheiden, welche vier Spieler aus dem Aufgebot gestrichen werden.

Noch ist das Rennen um die EM-Tickes völlig offen. "Es gibt keine Tendenzen. Alle 14 Spieler haben eine realistische Chance."

Nowitzki wie "ein Ochse"

Am Bosporus spielt das Team des Deutschen Basketball Bundes (DBB) zum letzten Mal ohne Nowitzki und Kaman, dann wird alles auf den Kopf gestellt.

"Die Umstellung wird gewaltig", sagte Bauermann.

Die Vorfreude auf das Duo ist aber schon jetzt mindestens genauso groß. Das merkt man sofort, wenn der Bundestrainer über die beiden "Weltklasse-Spieler" spricht: "Dann haben wir zwei Ochsen, ein zweiköpfiges Monster, zwei Männer wie Berge."

Die Bilder sprühen förmlich aus ihm heraus.

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