vergrößernverkleinern
Chris Kaman (r.) spielt in der NBA für die Los Angeles Clippers © dpa Picture Alliance

Dirk Nowitzkis Schattenmänner blühen zum Abschluss des Supercup-auf. Dirkules redet bei der EM-Auslese ein Wort mit.

Aus Bamberg berichtet Michael Spandern

Bamberg - Eigentlich wollte sich Dirk Bauermann einen Tag mehr Zeit lassen.

Doch aus Sorge um einen erfolglosen Abschluss des BEKO Supercups legte sich der Bundestrainer bereits am Sonntag auf sein Dutzend für Litauen fest.

Ohne die aussortierten Konrad Wysocki und Per Günther, vor allem aber ohne das Damoklesschwert einer Nichtnominierung für die EM (ab 31. August LIVE im TV auf SPORT1) holte sich das deutsche Team Schwung für die Titelkämpfe.

Nach sechs Tagen in Bamberg geht es für Dirk Nowitzki und Co. mit einem 64:52-Prestigesieg gegen Vizeweltmeister Türkei (Spielbericht) im Gepäck nach Bremen.

Dort steht am Dienstag (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gegen Bosnien-Herzegowina der drittletzte Test an 442265(DIASHOW: Der DBB-Kader für die EM).

Druck von Fans und Familien

Der Druck, vor den hohen Erwartungen der Fans und der vielen TV-Zuschauer zu bestehen, dazu die Familien vor Ort - da sei die "dunkle Wolke", eventuell noch gestrichen zu werden, zu viel gewesen.

Das war Bauermanns Lehre aus dem ernüchternden 56:69 gegen Turniersieger Griechenland am Samstag.

Mit der Hitze in der "Frankenhölle", die bei knapp 30 Grad Außentemperaturen noch erdrückender als sonst war, kamen die "Bauermänner" dagegen gut klar - nur der Superstar war geschafft.

Fixpunkte Dirkules und Kaman

Bereits als er unter dem Jubel der 6800 Zuschauer vorgestellt wurde, lief dem Würzburger beim Dehnen der Oberschenkelmuskulatur der Schweiß ins Auge.

[image id="1e270159-646f-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Und nach gut sieben Spielminuten und drei mustergültigen Würfen bat der Finals-MVP der Dallas Mavericks, der erst fünf Tage zuvor zum DBB-Tross gestoßen war, um seine Auswechslung.

In nur insgesamt 20 Minuten begeisterte er dennoch, traf sechs seiner acht Würfe, zog sechs zum Teil verzweifelte Fouls und holte fünf Rebounds.

Zwar fehlten in den Phasen ohne ihn und Topscorer Chris Kaman (16 Punkte, 9 Rebounds) im Angriff die Fixpunkte, aber die Deutschen machten gerade in der Defensive einen deutlichen Schritt nach vorne.

"Wie an einer Kette bewegt"

"Wir haben besonders abseits vom Ball besser verteidigt", lobte Bauermann. "Da haben sich die fünf Spieler wie an einer Kette bewegt."

Noch wirkte längst nicht alles wie aus einem Guss. Aber nach und nach blühten gerade die Schattenmänner auf.

Allen voran Routinier Sven Schultze, der betonte: "Wenn Dirk und Chris mal nicht auf dem Feld sind, sieht man, dass die Jungs sehr gut eingespielt sind."

[kaltura id="0_rp64cmpr" class="full_size" title="Deutschland sichert sich Platz zwei"]

Wysockis Nachteil: Der Wurf

Die beiden NBA-Star haben nun bei der EM jeweils zwei Ersatzleute, da Bauermann - "immer in Absprache mit Dirk" - sechs Innenspieler nominiert hat.

Schultze kommt dabei neben seinen Qualitäten als "emotionaler Leader" (Bauermann) zugute, dass er auch auf den Flügel ausweichen kann.

Dem 28-Jährigen Wysocki dagegen wurde zum Verhängnis, dass der Bundestrainer auf der Small-Forward-Position, "jüngere, vielseitigere Spieler, die besser werfen" zu haben glaubt.

"Barea kann das auch"

Durch den Rost fiel auch Playmaker Günther: wegen dem in Bremerhaven oft als Small Forward agierenden Philipp Schwethelm. Der wies gegen die Türken einige Minuten lang nach, dass er clever und besonnen Regie führen kann.

"Auf diesem Niveau braucht man große Spielmacher", betonte Bauermann, will dies aber nicht als dauerhafte Absage an Günther verstanden wissen:

Der nur offiziell 1,84 Meter große Ulmer müsse halt noch besser werfen, sich körperlich behaupten und trotz Kontakt abschließen lernen: "Barea kann das auch", verwies der Bundestrainer auf Nowitzkis noch kleineren Mitstreiter bei den Mavericks.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel