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Chris Kaman (l.) und Dirk Nowitzki (M.) traten zuletzt bei Olympia 2008 für Deutschland an © getty

Deutschland steht und fällt mit seinen NBA-Türmen. Bauermann beneidet die Fußballer. Dirkules fordert den nächsten Schritt

Aus Bamberg berichtet Michael Spandern

Bamberg - Die letzte Woche vor dem Abflug zur EM (ab 31. August LIVE im TV auf SPORT1) nach Litauen ist eingeläutet, drei Testspiele verbleiben dem deutschen Nationalteam, um mit den spät hinzugestoßenen NBA-Stars Dirk Nowitzki und Chris Kaman wie aus einem Guss zu spielen.

Doch einen schönen Ball aufs Parkett zu legen, ist überhaupt nicht das Ziel von Dirk Bauermann.

Während Griechenland sich dank smarten Kombinationen auch ohne drei Top-Guards ungeschlagen zum BEKO-Supercup-Sieger kürte, erklärte der Bundestrainer: "Wir brauchen nicht auf die Griechen gucken. So werden wir nicht spielen."

"Beständig 20-10" von beiden NBA-Riesen

Auch wenn NBA-Champion Dirkules nach zu kurzer Regenerationszeit und Clippers-Center Chris Kaman nach über vier Monaten ohne Matchpraxis noch längst nicht am Limit sind, sollen sie dennoch die uneingeschränkten Go-to-Guys sein.

"Der Ball muss konsequent nach innen zu Dirk oder Chris - das ist unsere Identität", sagte Bauermann nach dem abschließenden 64:52-Prestigeerfolg gegen die Türkei (Nachbericht) in Bamberg.

"Das ist nicht immer schön, wird aber sehr erfolgreich sein", versprach Bauermann, der sich von beiden 2,13-Meter-Riesen "sehr beständig 20 Punkte, 10 Rebounds" erhofft.

"Da stehen wir noch ein bisschen rum"

Angesichts ihrer kurzen Einsatzzeit waren Nowitzki (14 Punkte, 5 Rebounds in 20:05 Minuten) und Kaman (16 und 9 in 23:47) gegen den Vizeweltmeister voll im Soll.

"Das war definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt müssen wir gegen Bosnien-Herzegowina den nächsten machen", forderte Nowitzki vor dem Test am Dienstag (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in Bremen.

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Während er selbst noch kämpft, "Beine und Luft wiederzubekommen", wünscht er sich vom ganzen Team mehr Bewegung. "Wir müssen die Systeme noch mehr verinnerlichen, da stehen wir noch ein bisschen rum."

Benzing, Pleiß oder Schultze als dritte Kraft

Kein neues Symptom bei einem deutschen Team mit Nowitzki. Und auch Bauermann ist es wichtig zu erläutern, dass die Außenspieler nicht zu Zuschauern werden dürfen, sobald der Ball wie gewünscht bei Nowitzki oder Kaman angekommen ist.

Es gelte, die freien Räume zu besetzen, dort auf Würfe zu lauern und diese zu verwandeln. Vor allem ihre Wurfqualitäten haben den Wackelkandidaten Lucca Staiger, Philipp Schwethelm und Sven Schultze das EM-Ticket eingebracht. 442265(DIASHOW: Der DBB-Kader für die EM)

[kaltura id="0_erkxtmll" class="full_size" title="Nowitzki Haben Schritt nach vorn gemacht"]

Schultze - X-Faktor gegen die Türken mit elf Zählern und ohne Fehlwurf - traut Bauermann ebenso wie Bayern-Zugang Robin Benzing und Kaman-Ersatz Tibor Pleiß, in manchen Spielen zur dritten Kraft zu avancieren.

Nichts geht über Lob von Dirkules

Schwethelm und Staiger ließen dagegen in Bamberg noch den Mut zum Abschluss vermissen, ebenso wie die teilweise verunsicherten Starter Johannes Herber und Steffen Hamann.

Hier ist nicht nur Bauermann, sondern auch Nowitzki als Psychologe gefragt. Der Würzburger tat auf dem Feld mit kurzen Ansprachen und Schulerklopfern bereits sein Bestes.

"Jedes Lob von Dirk ist soviel mehr wert als alles, was der Trainer sagt", wertete Bauermann.

Bauermann stöhnt über schwere Lose

Selbstvertrauen braucht es angesichts der "Hammergruppen", die Deutschland in der Vor- und ggf. Zwischenrunde erwarten.

"Ich wünschte, wir hätten das Glück unserer Fußballer-Kollegen", stöhnt Bauermann, dessen Team unter anderem mit Vizeeuropameister Serbien, Geheimtipp Frankreich sowie Titelfavorit Spanien, Gastgeber Litauen und der Türkei um eines von vier Viertelfinal-Tickets kämpft. (DATENCENTER: Der EM-Spielplan)

"Wir können einige Länder ärgern"

Der 53-Jährige glaubt indes, dass diese vier Viertelfinalisten aus den Gruppen A und B dann auch unter den ersten Sechs landen, die weiter von Olympia 2012 träumen dürfen.

Und auch Nowitzki weiß, dass es bei diesem hohen Ziel vor allem auf ihn selbst ankommt: "Wenn Chris und ich gut in der Zone spielen, und wir von außen gut treffen und gut verteidigen, ist einiges möglich. Wir können einige Länder ärgern", sagte er SPORT1.

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