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Heiko Schaffartzik spielt in der Beko BBL für ALBA Berlin © imago

Der ALBA-Spielmacher wendet eine Schlappe im EM-Test gegen Mazedonien ab. Auch Nowitzki trumpft in den Schlussekunden auf.

Aus München berichtet Michael Spandern

München - Deutschland hat im vorletzten Test für die am Mittwoch beginnende EM in Litauen (LIVE im TV auf SPORT1) einen Rückschlag gerade noch abgewendet.

Im ersten Länderspiel in München seit 18 Jahren, als Chris Welp Deutschland in den Schlusssekunden des Finals gegen Russland den einzigen EM-Titel sicherte, besiegten die "Bauermänner" dank der Nervenstärke von Dirk Nowitzki und Heiko Schaffartzik den EM-Teilnehmer Mazedonien mit 70:68 (35:33).

ALBA-Spielmacher Schaffartzik traf viereinhalb Sekunden vor Schluss den Dreier zum Sieg 442265(DIASHOW: Der DBB-Kader für die EM).

Nowitzki zufrieden

"Heiko hat uns mit seinem super Dreier das Spiel gewonnen", erklärte Nowitzki bei SPORT1, der froh über die spannende Schlussphase war: "Bisher hatten wir noch nicht solch ein enges Spiel. Es war gut zu sehen, wie die Mannschaft reagiert, wenn es knapp wird."

Vor den Augen von Uli Hoeneß und etlichen Promis glänzte in der Olympiahalle aber neben Nowitzki (13 Punkte) nur Chris Kaman (14 Zähler).

NBA-Stars zeigen ihre Künste

Lokalmatador Steffen Hamann, wieder mit den NBA-Stars, Joe Herber und Robin Benzing in der Starting Five, setzte das erste Glanzlicht der Partie, als er seinen eigenen Ballverlust ausbügelte und Lester Mekkalebs Korbleger ans Brett blockte.

Anschließend lieferte der Bayern-Spielmacher die Vorlage für Kamans 2:5, aber erst Nowitzkis patentierter Fadeaway trotz Fouls brachte die Halle so richtig zum Kochen.

Kaman stopfte nach einer Pirouette, Benzing sorgte auf Dirkules-Assist nach fünf Minuten per Dreier für die erste deutsche Führung, die Hamann auf 14:9 ausbaute.

Antic fordert Dirkules heraus

Kaman versprühte erneut viel Spiellaune, dribbelte sogar einmal nach Defensivrebound bis zur Zone der Mazedonier, gegen die es noch bei der EM 2009 eine schmerzhafte Schlappe setzte.

Deren Kapitän Pero Antic wehrte sich respektlos, schlug Nowitzki einen Ball aus der Hand und verwandelte einen Dreier über dessen Arme.

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Der konterte defensiv wie offensiv, setzte aber auch wiederholt seine Mitspieler sehenswert in Szene.

Fehlstart nach der Halbzeit

Allerdings gehörten wie schon in Bamberg auch einige Nachlässigkeiten zum deutschen Spiel; Sienas Wiesel Mekkaleb nutzte eine zum 33:31.

Nur dank Kamans Durchsetzungsvermögen gingen die Gastgeber mit einer knappen Führung in die Katakomben.

Die zehn ersten Zähler nach der Halbzeit verbuchte wieder das Team vom Balkan, das oft eine Spur wacher und spritziger wirkte. Bauermann bat bereits nach dreieinhalb Minuten zur Auszeit.

Schultze gleich heiß

Erst Nowitzkis vierter Assist und Hamanns Korbleger brach den Bann, doch Antic antwortete prompt aus der Distanz zum 46:37.

Doch Sven Schultze bewarb sich erneut als "Mr. Mikrowelle": Just eingewechselt, hatte er von der Dreierlinie das heiße Händchen.

Auch Schaffartzik und Schwethelm trafen ebenfalls von draußen, doch die Mazedonier retteten zwei Punkte Vorsprung ins Schlussviertel.

[kaltura id="0_i1dynmju" class="full_size" title="Deutschland fertigt Bosnien ab"]

Mekkaleb furchtlos zur Führung

Schultze, der im erbitterten Duell mit Antic seinen Mann stand, wendete das Blatt mit Freiwürfen zum 57:56, überließ dann 6:38 Minuten vor Schluss wieder Dirkules die Bühne.

Unter "MVP"-Sprechchören verwandelte er Freiwürfe zum 62:58.

Mekkaleb brachte Mazedonien aber ohne Angst vor Deutschlands Riesen mit sechs unbeantworteten Punkten nach vorn, auch weil sich Nowitzki bei einem Zuspiel die Orientierung verlor.

Schaffartzik trifft nach Täuschung

Dafür stieg er 31 Sekunden vor Schluss, nachdem Benzing per Blocked Shot den Ball erobert hatte, im Fast-Break hoch.

Sollte Hoeneß nur den kleinsten Zweifel an Nowitzkis Crunch-Time-Qualitäten gehabt haben: als der Ball durchs Netz rauschte, dürften sie ausgeräumt gewesen sein.

Dumm nur, dass Todor Gecevski mit einem Dreier antwortete - wieder lag Deutschland hinten.

Aber viereinhalb Sekunden vor Schluss schlug Schaffartziks Stunde: Sein Dreier nach geschickter Täuschung bedeutete den psychologisch wichtigen Sieg.

Das Spiel im Stenogramm:

Deutschland - Mazedonien 70:68 (35:33)

Beste Werfer: Kaman (14), Nowitzki (13), Benzing und Schaffartzik (beide 9) sowie Staiger (7) für DeutschlandAntic und Samardjiski (beide 11) sowie Ilievski und Mekkaleb (beide 10) für MazedonienZuschauer: 12.200 (ausverkauft)

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