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Dirk Nowitzki (l.) wechselte 1998 von Würzburg in die NBA zu den Dallas Mavericks © imago

Dirk Nowitzki setzt vor dem Abflug zur EM auf die Mediziner und schwärmt von Kaman. Nur Spanien hält er für unantastbar.

Von Michael Spandern

München - Hoffnung auf neue Heldentaten und ein gesundes Knie von Dirk Nowitzki sind mit im Gepäck, wenn das deutsche Nationalteam in den Flieger nach Litauen steigt.

Der NBA-Champion, diesmal mit einem blauen Tape ums zwickende Gelenk, hielt sich auch bei der Generalprobe für die EM (ab 31. August bis 18. September LIVE im TV auf SPORT1) zurück.

Bei dem überzeugenden 81:65-Erfolg gegen Mazedonien in Berlin, wo Dirkules zuvor das Silberne Lorbeerblatt von Bundespräsident Christian Wulff entgegengenommen hatte, schöpfte aber auch er Mut für große Ziele 446769(DIASHOW: Höchste Ehre für Dirk Nowitzki).

Erstes Ziel: Unter die Top Sechs

Zwar nannte Nowitzki den Glauben an den Titel, den fast die Hälfte der Deutschen hat, in der "ARD" "ein bisschen arg optimistisch".

Doch eine Wiederholung des Silber-Coups von 2005 hält der Würzburger für denkbar: "Spanien ist mit fünf, sechs NBA-Spielern der Topfavorit, aber ich glaube danach ist alles drin."

Allerdings sei es angesichts der schweren Vorrunde ("Da sind ganz schöne Brocken dabei!") das erste große Ziel, "unter die ersten Sechs zu kommen" - und sich dadurch die Chance auf eine zweite Olympia-Teilnahme zu erhalten.

"Wenn wir denen, die 2008 noch nicht dabei waren, das ermöglichen könnten, wäre das optimal", meint Nowitzki 442265(DIASHOW: Der DBB-Kader für die EM).

"Hier und da" Wehwehchen

Sich selbst traut er - wie alle Experten - eine klare Steigerung gegenüber den sechs Testspielen, in denen fünf Siege heraussprangen, er aber nie länger als 24 Minuten spielte, unbedingt zu.

"Ich bin erfahren genug, um zu wissen, wann ich einen Gang zurückschalten und wann ich mich vorne einbringen muss. Ich werde meinen Rhythmus schon finden", stellte er klar.

Und da soll dem EM-MVP von 2005 auf das rechte Knie keinen Strich durch die Rechnung machen: "Ich habe natürlich hier und da ein paar Probleme, aber wir haben eine super medizinische Abteilung, die sich hervorragend darum kümmert."

[kaltura id="0_k7h2ianh" class="full_size" title="Nowitzki Jedes Spiel wird ein Kampf "]

Kein Bullseye für die "Zielscheibe"

Wo es außerdem noch zwickt, ließ der Betreuerstab des DBB ebenso wenig verlauten wie eine genaue Diagnose der Kniebeschwerden, die Dirkules vor allem beim vorletzten Test in München behinderten.

Die "Zielscheibe", als die sich Nowitzki fühlt, soll nicht noch ein Bullseye bekommen. Schließlich werden die Schiedsrichter nicht alle Härten gegen den Schlüsselspieler unterbinden.

Das wurde nicht nur in der einen Szene in Berlin deutlich, als zwei Mazedonier Nowitzki zum Ärger von Dirk Bauermann rigoros in die Zange nahmen und stoppten.

Bauermann: "Er wird besser spielen"

Der Bundestrainer nahm seinen Überspieler erneut auch vor überkritischen Stimmen in Schutz: "Wir müssen alle verstehen, dass er nur eine Mini-Pause nach einer brutal anstrengenden Saison hatte. Es ist klar, dass er nicht in der Playoff-Form sein kann", sagte er dem "rbb".

Aber auch er geht davon aus, "dass Dirk, wenn es darauf ankommt, den Schalter umlegen kann und besser als in den letzten Tagen spielen wird".

Nowitzki staunt über Kamans Würfe

Besser als im Olympia-Sommer 2008 ist unterdessen der zweite deutsche NBA-Akteur unterwegs.

"Chris Kaman spielt viel besser als 2008, er hat einen super Wurfrhythmus, das läuft richtig rund", staunte selbst Nowitzki.

Acht Rebounds und 17 Punkte bei einer Trefferquote von 62 Prozent standen für den Center der Los Angeles Clippers zu Buche.

Als deutscher Topscorer mit 19 Zählern überraschte am Sonntag der Teilzeit-Playmaker Philipp Schwethelm.

"Vorne haben wir genügend Möglichkeiten", findet Nowitzki. "Und wir wissen, dass wir hinten wie ein Bollwerk stehen müssen. Ich glaube, dann ist einiges drin."

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