vergrößernverkleinern
Das DBB-Team um Dirk Nowitzki (3. v. l.) gewann 2005 Silber bei der EM in Serbien © dpa Picture Alliance

Okulaja zählt Deutschland trotz Dirkules nicht zu den Titelkandidaten, kennt aber die Stärken. Nur wenig spreche gegen Spanien.

Von Michael Spandern

München - Der Countdown für die EM läuft.

Wenn das DBB-Team am Mittwoch (ab 19.30 Uhr im LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) ihr Auftaktspiel gegen Israel bestreitet, glaubt fast die Hälfte der Deutschen daran, dass sogar der Titel drin ist.

Der Grund: Dirk Nowitzki, der Mitte August zwar nach kurzer Regeneration, aber als frisch gebackener NBA-Champion zu den "Bauermännern" gestoßen ist 442265(DIASHOW: Der DBB-Kader für die EM).

"Der Turnierauftakt ist extrem wichtig und kann Turnierentscheidend sein ", sagt sein Ex-Teamkollege Ademola Okulaja. Gemeinsam mit Dirkules löste er bei der EM 2007 das Ticket fürs vorolympische Turnier in Peking.

"Mit dem Bentley hinterher"

"Die Euphorie und die Erwartungen sind riesengroß. Dirk ist jetzt NBA-Champion, "na das muss doch reichen" könnten viele glauben. Aber ganz so einfach ist es leider nicht. Ddie EM mit der deutschen Nationalmannschaft ist was ganz anderes als die NBA, zwei Paar verschieden Schuhe wenn man so will?, erläutert der SPORT1-Experte 446769(DIASHOW: Höchste Ehre für Dirk Nowitzki).

Auch wenn er dem Team beide Daumen drückt, stellt Okulaja klar: "Deutschland ist zur Zeit kein Titelkandidat. Okulajas Herz schlaegt Schwarz-Rot-Gold, als Kenner sagt er aber: "Deutschland ist zur Zeit kein Titelkandidat. Aber das muss bekanntlich nicht unbedingt was heissen."

Im SPORT1-Favoritencheck sagt er aber auch, was für die Deutschen spricht: die Teamchemie!

"Das war oft der ausschlaggebende, kleine Vorteil für uns. Das ist bei manchen Teams anders, wo der Superstar auch mal im Bentley mit Chauffeur hinter dem Mannschaftsbus herfährt."

Spanien noch hungrig?

Bei Nowitzki und Chris Kaman sei das nicht zu erwarten, bei Topfavorit Spanien wohl ebenso wenig: "Die sind eine eingeschworene Einheit sind, die schon lange auf einem hohen Niveau zusammenspielt", weiß Okulaja.

Zudem seien es die fünf NBA-Spieler Pau und Marc Gasol, Rudy Fernandez, Jose Calderon sowie Serge Ibaka gewohnt, Verantwortung zu übernehmen: "Fast alle Spanier spielen bedeutende Rollen - ob in ihrem NBA-Team oder in einem europäischen Topklub. Das ist gegenüber vielen anderen Mannschaften ein großes Plus."

Das Star-Ensemble könne sich eigentlich nur selbst bezwingen, glaubt Okulaja: "Die Spanier müssen jetzt herausfinden, ob sie noch hungrig genug sind. Da greift das Sprichwort: Es ist schwer nach oben zu kommen, aber noch schwieriger, oben zu bleiben."

[kaltura id="0_k7h2ianh" class="full_size" title="Nowitzki Jedes Spiel wird ein Kampf "]

Türken "müssen zueinander finden"

Zwei weitere Turnierfavoriten bekommen es gleich in der Vorrundengruppe A mit den Spaniern zu tun: Gastgeber Litauen und Vizeweltmeister Türkei.

"Die Ergebnisse der Türken beim BEKO Supercup haben wenig Aussagekraft", ordnet Okulaja die klaren Niederlagen gegen Griechenland und Deutschland ein. "Auch 2010 haben sie in der Vorbereitung katastrophal und dann vor heimischer Kulisse genial gespielt."

Um aber eine Chance auf Gold zu haben, müssten sie "schnell zueinander finden", streut Okulaja Zweifel. Ihr Jungstar Enes Kanter, im Juni an dritter Stelle von den Utah Jazz gedraftet, "ist ein Rohdiamant, der allerdings noch geschliffen werden muss. Ihm fehlt noch die internationale Erfahrung. "

Italien mit drei NBA-Stars

"Er ist groß, beweglich und extrem stark", beschreibt der "Warrior" den Wrestling-Fan Kanter. "Aber im Vergleich zu ihm sind zum Beispiel die litauischen Center wertvoller, weil sie versierter und erfahrener sind."

Daher will er die Litauer - auch wegen ihres Heimvorteils - auf keinen Fall unterschätzen, auch wenn sie aufgrund Linas Kleizas Ausfall (OP des rechten Knies im Februar) keine NBA-Leistungsträger in ihren Reihen haben. Litauen hat viele sehr gute Spieler die seit Jahren auf höchsten Niveau spielen.

Ganz anders die Italiener aus der deutschen Vorrundengruppe, die mit Hornets-Shooting-Guard Marco Belinelli, Knicks-Innenspieler Danilo Gallinari und Ex-Nummer-1-Pick Andrea Bargnani drei NBA-Stars dabei haben. "Aber da frage ich mich, ob es die Drei alleine richten können", ist Okulaja skeptisch.

"Das ganze Spiel ist anders"

Ähnlich verhält es sich bei den Franzosen: "Sie haben wieder viele gute Spieler, die aber keine entscheidenden Rollen in ihren Klubs bekleiden. "

Spielmacher Tony Parker von den San Antonio Spurs nimmt er da heraus: "Ein genialer Spieler, einer wie Dirk Nowitzki oder Kobe Bryant, der auch bei einem FIBA-Turnier dominieren kann."

"Joakim Noah wird sich dagegen umstellen müssen", warnt er. "Das ist nicht die NBA. Die Regeln, die Zone, das ganze Spiel ist anders. "

Serben setzen auf die neuen ZSKA-Stars

Mit den Serben wartet noch ein dritter hochkarätiger Gegner bereits in der Vorrunde auf die Deutschen: "Denen traue ich einiges zu ", sagt Okulaja. "Es ist ihre Natur, dass sie in großen Turnieren groß auftrumpfen."

"Milos Teodosic ist das beste Beispiel dafür. Er kann ein Spiel oder sogar ein ganzes Turnier in die Hand nehmen", lobt der 36-Jährige. "Aber dafür muss es perfekt laufen und er perfekt mit der zweiten Hauptfigur Nenad Krstic harmonieren."

Spielmacher Teodosic und Center Krstic wechselten beide im Sommer zu ZSKA Moskau.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel