DBB unter Pesic: Vieles gut - aber noch viel zu tun
Von Rainer Nachtwey
München - 160 Minuten hat Svetislav Pesic von seiner Mannschaft nun zu sehen bekommen, und sein Urteil war äußerst positiv.
"Ich bin mit dem Turnier insgesamt überhaupt nicht unzufrieden", sagte der neue und alte Bundestrainer nach dem zweiten Platz beim Vorbereitungsturnier auf die EM-Qualifikation im August.
Nach drei Siegen zum Auftakt, zweimal gegen Österreich und einmal gegen Portugal, kassierte die DBB-Auswahl zum Abschluss die erste Niederlage unter Pesic ( BERICHT: Erste Pleite unter Pesic: Turniersieg futsch).
Doch das 82:96 gegen Israel mit dem Neu-Münchner Yotam Halperin ärgerte den Bundestrainer wenig.
"Wir haben 25 Minuten sehr guten Basketball gezeigt, danach hat etwas Erfahrung, aber mehr noch die Kraft gefehlt, denn wir hatten jetzt vier Spiele in fünf Tagen und haben dazu noch voll trainiert", sagte der Coach.
Dorteh überzeugt
Zudem hatte Pesic viele Wechsel in seiner Mannschaft vorgenommen. Vom ersten Test bis zum finalen Turnierspiel änderten sich die Startaufstellung und die pausierenden Spieler immer wieder.
Einer, der dabei einen guten Eindruck hinterließ, war Bastian Doreth. Der Aufbauspieler vom TBB Trier überzeugte in allen drei Partien, in denen er auflief, und erzielte jeweils eine zweistellige Punkteausbeute.
Einzig bei der Niederlage gegen Israel pausierte er.
Tipps vom Sorgenkind
"Die ersten vier Spiele waren positiv für uns", sagte Doreth, der gegen Österreich sein Debüt im Trikot der A-Nationalmannschaft feierte. "Mit meiner persönlichen Leistung bin ich sehr zufrieden."
Zumal sich der Neuling wichtige Tipps von den Etablierten holen konnte.
"Vor dem ersten Spiel habe ich mich ausführlich mit Jan ausgetauscht, das war gut für mich, auch wenn ich nicht übermäßig nervös war. Es ist einfach gut zu wissen, dass jemand da ist, wenn man mal Unterstützung braucht", sagte er.
Jagla blüht wieder auf
Sorgenkind Jagla, der in der Liga beim FC Bayern München eine schwere Saison hinter sich gebracht hat, blüht bei der Nationalmannschaft wieder auf.
Von Pesic zum Kapitän ausgewählt geht der 2,13-Meter-Riese mit gutem Beispiel voran.
In drei der vier Spiele in der Starting Five, gelang dem Power Forward mit 44 Punkten die beste Gesamtausbeute aller Akteure.
An Leistung anknüpfen
Beim Worldcup in Istanbul, wenn es gegen die Türkei, den Iran und Finnland geht, soll der positive Trend fortgesetzt werden.
"Wir wollen uns als Team weiterentwickeln und den nächsten Schritt machen", gibt Bambergs Karsten Tadda den Ton vor.
"Wir haben bei den Spielen in Österreich gesehen, dass viele Dinge gut klappen, wir aber noch einige Sachen verbessern müssen, um bei der EM-Qualifikation in Top-Form zu sein."
Und auch Pesic stimmte ein. "Wir sind konditionell noch nicht so weit, aber nach diesen Spielen wissen wir jetzt, was wir machen müssen, wie wir weiter trainieren müssen, um in der EM-Qualifikation Erfolg zu haben", bilanzierte der Coach.