Show-Stopper Tadda nimmt Stammplatz ins Visier
Von Eric Böhm
München - In seinem "Wohnzimmer" hat Karsten Tadda schon einmal einen Vorgeschmack erhalten.
Der Lokalmatador der Brose Baskets wurde in Bamberg beim deutschen Halbfinalsieg des Beko Supercups gegen Finnland ( Nachbericht) von Bundestrainer Svetislav Pesic in die Startformation gestellt.
Vor allem seine Defensivstärke macht den Guard nun auch im deutschen Nationalteam immer wertvoller und zu einem Trumpf für die am Samstag gegen Luxemburg beginnende EM-Qualifikation.
"Karsten hat sich sehr gut entwickelt. Seine Defense ist hervorragend, aber er hat auch schon gezeigt, dass er im Angriff gute Entscheidungen treffen kann", lobt Pesic.
Startplatz bei der Generalprobe
Auch beim gelungenen letzten Test gegen Georgien in Leipzig ( Bericht) begann Tadda in seinem erst sechsten Länderspiel.
Dafür kam der etablierte Heiko Schaffartzik erneut von der Bank, der als gefährlicher Scorer eine herausragende Option als sechster Mann werden könnte.
Vorher nur in der A2-Nationalmannschaft eingesetzt, holte der neue DBB-Cheftrainer Tadda im Juli sofort in die erste Garde - jetzt winkt sogar ein Stammplatz.
"Es ist eine große Ehre für mich. Ich würde mich natürlich freuen, wenn es so bleibt. Der Coach setzt auf junge Spieler. Ich freue mich dabei zu sein", bleibt der Bamberger bei SPORT1 bescheiden.
"Es wird besser und besser"
In dem komplett umstrukturierten Kader fühlt sich der 23-Jährige sehr wohl und sieht die Mannschaft vor den ersten Pflichtspielen gut gerüstet.
"Es wird besser und besser. Wir sind eine junge Mannschaft, deshalb unterlaufen auch noch Fehler, aber es macht sehr viel Spaß. Wir sind auf dem richtigen Weg", sagt Tadda.
Nach dem Aufgalopp gegen den kleinen Nachbarn warten mit Schweden, Bulgarien und Aserbaidschan allerdings noch schwere Brocken auf dem Weg zur Eurobasket 2013 in Slowenien.
Ziel: Mindestens Rang zwei
Mindestens Gruppenplatz zwei soll es sein, um sich nicht auf Rechnerei einzulassen - auch die vier besten Dritten der sechs Staffeln kommen durch.
"Wir wissen, gegen wen es geht, aber wir denken von Spiel zu Spiel. Es wird sicher kein Spaziergang", weiß Tadda.
Neben seiner unaufgeregten Art schätzen sowohl Pesic als auch Vereinstrainer Chris Fleming hauptsächlich seine mannschaftsdienliche Spielweise.
Reputation als Kettenhund
Obwohl er auch im Angriff als gefährlicher Distanzschüsse durchaus glänzen kann, ist die giftige Verteidigung Taddas Spezialität.
Häufig bekommt es der der dreimalige Deutsche Meister auf der zweiten Aufbauposition mit dem Topscorer des Gegners zutun und überzeugt regelmäßig als Kettenhund und Show-Stopper.
Dabei hilft ihm die stetig ansteigende Spielzeit auf hohem Niveau bei Serienmeister Bamberg in der Beko BBL und der Euroleague.
"Er ist jetzt zum ersten Mal bei der Nationalmannschaft, aber ich bin zuversichtlich, dass er in den nächsten Jahren eine wichtige Position bei uns einnehmen wird", sieht Pesic für ihn eine exzellente Perspektive.
Doppelte Motivation
Die Europameisterschaft im nächsten Jahr wäre Taddas erstes großes Turnier mit dem Bundesadler auf der Brust.
Eine erhoffte Zugabe wäre für ihn die Zusage des deutschen Superstars Dirk Nowitzki, der nach einem Sommer Pause eventuell wieder Lust aufs DBB-Team verspüren könnte.
"Wenn er kommt, würde es mich freuen. Mit so einer Persönlichkeit spielen zu dürfen, wäre toll. Jetzt müssen wir uns erst einmal qualifizieren. Dann sehen wir weiter", betont Tadda.
Gegen ein bisschen Show hätte in diesem Fall auch der Youngster nichts einzuwenden.