Pesic-Parole findet Gehör
Köln - Reifeprüfung bestanden, Kurs gehalten, Ausgangslage verbessert: Die deutschen Basketballer haben auf dem Weg zur EM 2013 die erste echte Hürde genommen und Svetislav Pesic zufriedengestellt.
"Das gibt Selbstvertrauen. Wir sind eine Mannschaft, die Auswärtssiege braucht", sagte der Bundestrainer nach der Rückkehr aus Sofia.
Pesic hat kaum Zeit, sich lange mit dem 82:70 (41:28) über Bulgarien zu beschäftigen. Schon am Freitag (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) geht es in Ulm mit dem dritten Qualifikationsspiel gegen Schweden weiter.
"Es ist nur ein Sieg"
Pesic war die Freude nach der Heimreise anzumerken, der 62-jährige Serbe ordnete den zweiten Erfolg im zweiten Pflichtspiel nach seiner Rückkehr aber sachlich ein: "Es ist nur ein Sieg, dadurch verändert sich nicht viel", sagte Pesic.
Der Blick auf die Tabelle gibt dem Erfolgscoach Recht, in der Guppe B geht es ziemlich eng zu.
Engagiert und selbstbewusst war die junge deutsche Mannschaft in Bulgarien aufgetreten, mit einer starken ersten Halbzeit wurde der Grundstein für den so wichtigen Auswärtssieg gelegt. Zumindest anfangs funktionierte vieles so, wie es sich Pesic vorstellt.
Defense packt mit Enthusiasmus zu
"Defense ist die Basis von allem. Da muss die Mannschaft Enthusiasmus zeigen", hatte der Coach vor dem Spiel seine Parole wiederholt. Und seine Schützlinge gehorchten.
Besonders in der ersten Halbzeit machte das deutsche Team den Bulgaren das Leben vor den 2500 Zuschauern schwer und ließ wenig zu.
Das war auch notwendig. Denn das Team von Trainer Rosen Bartschowski war wie erwartet ein ganz anderes Kaliber als Auftaktgegner Luxemburg, dem die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) am Samstag in Hagen beim 101:53 (45:27) keine Chance gelassen hatte.
Unbeständig, weil unerfahren
Trotz des hohen Vorsprungs zur Pause war es im Schlussviertel noch einmal für kurze Zeit eng geworden. Der erfahrene Coach Pesic sah in der Schwächephase einiges, was ihm nicht gefiel. "Wir können sehr gut spielen, aber wir haben auch ups und downs", sagte Pesic.
Ursache dafür sei die Unerfahrenheit. "Ein kontinuierlich gutes Spiel von der 1. bis zur 40. Minute erwarte ich nicht."
Auch Tibor Pleiß gab zu, dass es in Sofia zwischenzeitlich nicht rund lief. "Wir hatten einige Probleme in der zweiten Hälfte", sagte der Center. Die Bilanz des 2,15-m-Riesen fiel dennoch positiv aus. "Insgesamt haben wir ein wirklich gutes Spiel gemacht", so Pleiß.
Kein Sonderlob für Jagla
Der Sieg bei den Bulgaren, wie die deutsche Mannschaft EM-Teilnehmer von 2011, war vor allem der Erfolg eines funktionierenden Kollektivs.
Gleich fünf Spieler trafen zweistellig, einer stach besonders heraus. Jan Hendrik-Jagla erzielte als Topscorer 19 Punkte und holte zehn Rebounds. Pesic wollte seinen Schwiegersohn aber nicht hervorheben.
Jagla, ältester Spieler im Team, ist mit Pesics Tochter Ivana verheiratet. "Einige haben schön gepunktet, einige haben defensiv gut gespielt, einige haben entscheidende Dreier gemacht, als die Bulgaren näher gekommen sind. Alle Spieler hatten mehr oder weniger ihre guten Momente", sagt Pesic.
Pesic nimmt dem Team den Druck
Und dieses Erfolgsrezept soll auch gegen die Schweden wirken. "Wir müssen von Beginn an hellwach sein und dürfen nicht die Kontrolle verlieren", sagt Pesic.
Ein dritter Sieg wäre äußerst wichtig. Als einzige ungeschlagene Mannschaft ist Deutschland mit vier Punkten hinter Aserbaidschan (5) Zweiter. Nur die beiden Ersten haben ein Ticket sicher. ( DATENCENTER: Die EM-Qualifikation)
Pesic rechnet mit einer schwierigen Aufgabe: "Schweden ist gefährlich. Von den europäischen Mannschaften haben sie die beste Entwicklung hinter sich. Sie sind sehr gut in der Defense und in der Offense. Die wissen immer, was sie wollen."
Das Ziel für Freitag ist klar, Pesic will den dritten Sieg: "Wir stehen nicht unter Druck. Aber es wäre nicht schlecht, sich richtig zu konzentrieren."