Dirk für Deutschland? Cuban: "Schieße mir lieber in den Fuß"
Berlin - Mark Cuban ist allerbester Laune.
Mit seiner Familie hat der Besitzer der Dallas Mavericks drei Tage lang Berlin unsicher gemacht und dabei ganz nebenbei sein neues Team besser kennengelernt (DIASHOW: Nowitzkis Mavericks in Berlin).
Als es aber darum ging, ob Dirk Nowitzki wieder für die Nationalmannschaft spielen darf, hörte der Spaß ganz schnell auf ( BERICHT: Nowitzkis Countdown läuft).
"Bevor ich ihm das erlaube, schieße ich mir lieber in den Fuß", sagte Cuban: "Ich finde einfach, dass das nicht klug ist."
Nowitzki denkt an DBB-Team
Cuban hatte sich schon einmal quergestellt, als der deutsche Star in der Sommerpause für sein Heimatland spielen wollte.
Im kommenden Jahr wird es vor der EM wohl wieder so kommen. Nowitzki dürfte das nicht gefallen, denn der Superstar hatte am Rande des Testpiels der Mavericks bei ALBA Berlin ( Spielbericht) erklärt, dass er sich eine Teilnahme an der Endrunde durchaus vorstellen könne.
"Es liegt mir sehr am Herzen, die Mannschaft zu unterstützen", sagte Nowitzki dem "Spiegel": "Wenn ich der nächsten Basketball-Generation mit meiner Erfahrung helfen kann, Olympia in Rio zu erreichen, dann werde ich das sehr gut überlegen. Das ist ein attraktiver Gedanke."
Kein Ausleihen mehr
Cuban bleibt beim Thema Abstellung trotzdem hart:
"Ich weiß, wie wichtig es für ihn ist, sein Land zu repräsentieren. Aber bei solchen Events geht es ums Geschäft. Ich finde es nicht richtig, dass wir unsere Spieler an eine andere Firma ausleihen."
Seine Meinung zu Testspielen in Europa hat der Milliardär mittlerweile geändert. Der Grund dafür sei "die Meisterschaft. Und weil ich es Dirk schuldig war", erklärt der 54-Jährige.
Vor dem Gewinn des NBA-Titels im vergangenen Jahr war das anders: "Für mich ist es immer das Wichtigste, zu gewinnen. Ich wollte einfach nichts machen, was negativen Einfluss darauf haben könnte."
Cuban genießt Berlin
Die Reise nach Berlin, das er zuletzt als Kind besucht hatte, war für den exzentrischen Geschäftsmann ein unvergessliches Erlebnis ( BERICHT: Nowitzki genießt Berlin).
Vor allem wegen seiner persönlichen Bindung zu Nowitzki.
"Es ist für mich etwas Besonderes, weil ich so stolz auf Dirk bin. Ich bin gekommen, als er sein zweites Jahr in Dallas gespielt hat. Er hat in meinem Haus gewohnt, wir sind gute Freunde. Es ist etwas Besonderes zu sehen, wie er diese Momente hier genießt", erklärt Cuban.
Ganze Familie dabei
Natürlich habe sich der Trip allein schon wegen der "großartigen Stadt" gelohnt: "Wir waren im Zoo, im Aquarium, haben uns Sehenswürdigkeiten angeschaut. Die Veränderungen in den vergangenen 20 Jahren sind unglaublich."
Cuban hat es gefallen, das sah auch Nowitzki: "Ich glaube, dass es auch für ihn ein guter Trip war. Er hatte die Kids dabei, die Frau war auch am Start."
Die beiden kennen sich schon lange. Cuban weiß, was er an seinem Superstar hat.
Dirkules soll noch länger für Mavs spielen
Wo die Mavericks ohne den Würzburger wären, will der Boss nicht einschätzen: "Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Es steht aber außer Frage, dass Dirk der beste Spieler der Mavericks-Geschichte ist."
Zwei Jahre hat Dirkules noch Vertrag in Dallas. Die Frage, ob er noch länger spielen wird, beantwortet Cuban ohne nachzudenken:
"Auf jeden Fall. Er springt nicht besonders hoch und ist nicht wirklich schnell. Aber er ist schlau. Wenn er gesund bleibt, gibt es gibt keinen Grund, warum er nicht spielen sollte bis er 50 ist."
Kultureller Nachholbedarf
Auch nach seiner Karriere stehen Deutschlands Sportler des Jahres die Türen in Texas offen: "Er wird hoffentlich auch dann weiter ein Teil der Mavericks sein. Wenn er in den USA bleibt, kann er für den Rest seines Lebens für den Klub arbeiten."
Cuban hat auch schon eine Idee. "Wir brauchen einen Koch", sagt er und lacht: "Darüber muss man noch nicht nachdenken."
Mindestens bis 2014 wird Nowitzki Dallas auf jeden Fall noch erhalten bleiben. Genug Zeit, um Cuban die deutsche Kultur näher zu bringen. In Ansätzen ist das schon geschehen.
"In meinem Schrank hängt eine Lederhose", gibt der Boss zu. Getragen hat sie Cuban bislang aber nicht: "Nein, niemals. Ich habe mich geweigert."