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Dirk Bauermann betreute von 2003 bis 2011 die deutsche Nationalmannschaft © getty

Dirk Bauermann gratuliert dem neuen Bundestrainer, und erklärt, warum dieser den Job, den auch er gerne gehabt hätte, verdient.

Von Barnabas Szoecsund Katharina Blum

München - Die Liste der Lobhudeleien ist - wie bei solchen Anlässen üblich - lang.

Kaum hatte der Deutschen Basketball Bund (DBB) Frank Menz zum Bundestrainer befördert (Bericht), twitterten die aktuellen Nationalspieler bereits ihre Glückwünsche. "Herzlich Willkommen. Starke Hemd Krawatten Combo", witzelte Jan Jagla.

Aber nicht nur auf die humoristische Art erhielten DBB und Menz viel Zuspruch aus der Basketballszene. Selbst ein Konkurrent um den vakanten Posten stimmt in die Lobeshymnen ein.

"Ich habe mich sehr gefreut. Frank Menz hat sich das mit guter Arbeit sehr verdient. Ich glaube, dass er der Aufgabe mit seiner Qualität mehr als gerecht wird", sagt Dirk Bauermann im Gespräch mit SPORT1.

Lob vom Vorgänger

Auch Patrick Femerling reiht sich in die Reihe der Gratulanten ein: "Er hat lange und hart dafür gearbeitet, hat viel bewegt und ich freue mich für ihn, dass er die Chance erhalten hat", sagt der SPORT1-Experte über den Nachfolger von Svetislav Pesic, der ebenfalls nur lobende Worte in Richtung seines Nachfolgers sendete:

"Das ist für den deutschen Basketball eine sehr gute Entscheidung. Er besitzt Erfahrung in der Liga und in den Juniorenteams. Im Sommer haben wir sehr gut zusammengearbeitet."

"Großer Vertrauensbeweis"

Pascal Roller spricht bei SPORT1 von einem "großen Vertrauensbeweis" seitens des DBB: "Keine Frage, vom reinen Trainer-Renomee ist Svetislav Pesic neben Sasa Obradovic einer der aktuell besten Coaches, ein riesiger Name. Egal, wer da gekommen wäre als Nachfolger, er ist vom Namen her immer eine ganz andere Hausnummer", so der SPORT1-Experte.

"Aber ich würde das nicht zu hoch hängen: Ich finde es sehr gut, dass es ein interner Mann macht, der die Abläufe und die Spieler kennt, ganz nah dran ist. Es gibt ganz vieles was dafür spricht, ihm diese Chance zu geben."

Interesse an Rückkehr

Mit der Verpflichtung von Menz, der die Nationalmannschaft bei der EM 2013 in Slowenien zum Erfolg führen soll, hatte sich der DBB für einen Mann aus den eigenen Reihen entschieden - und damit auch gegen Bauermann.

Der langjährige Bundestrainer, der im vergangen Jahr nach der EM in Litauen zurückgetreten war, hatte zuletzt Interesse an einer Rückkehr bekundet.

[kaltura id="0_omf7rya3" class="full_size" title="DBB stellt Menz als Bundestrainer vor"]

Bauermann "nicht überrascht"

Mit Menz wurde dem vor Saisonbeginn bei Bayern München entlassenen Bauermann ausgerechnet sein Wunschtrainer vorgezogen. Bauermann hatte Menz vor seinem Abschied selbst als Nachfolger vorgeschlagen. Im Frühjahr erhielt aber Pesic noch den Vorzug.

"Nein, ich war über diese Wahl überhaupt nicht überrascht. Bereits damals, als es darum ging, wird Pesic oder irgendein anderer mein Nachfolger, hat der Verband gesagt: Also entweder man entscheidet sich für einen bereits etablierten europäischen Trainer oder man geht den Weg, einem jungen deutschen Trainer in die Verantwortung zu nehmen", erklärt Bauermann.

"Frank war also schon eine ganze Weile auf dem Schirm. Und nach der Entwicklung in den vergangenen Wochen habe ich das für nur logisch und richtig gehalten ihn jetzt in die Verantwortung zu nehmen."

Über seine eigene Zukunft dagegen schweigt Bauermann lieber. Es gebe keine Pläne, "über die es sich lohnt, öffentlich zu reden".

EM als Bewährungsprobe

Die Pläne von Menz sind dagegen klar definiert: Die EM (4. bis 22. September 2013) wird für den neuen Bundestrainer im kommenden Jahr das erste große Turnier sein.

Allzu sehr umgewöhnen, was die Spielweise betrifft, müssen sich die Spieler bis dahin offenbar nicht. Femerling geht davon aus, dass diese nicht groß von der des Vorgängers abweichen wird: "Auf höchstem Niveau musst du gut verteidigen. Im europäischen Basketball musst du einfach top in der Defense stehen, das ist die Grundvoraussetzung."

Doch Menz habe auch eigene Stärken, so der SPORT1-Experte: "Er kann sich gut in die Spieler reinversetzen und mit jungen Leuten arbeiten. Das haben auch die Ergebnisse gezeigt. Das ist vor allem für die junge deutsche Mannschaft sehr gut, weil er einen Bezug zu den Spielern hat."