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Im Vorrundenspiel gegen die USA um LeBron James (l.) bezogen die Deutschen eine 57:106-Packung © getty

Dass Dirk Nowitzki bei der EM in Polen aufläuft, "ist definitiv möglich", sagt der NBA-All-Star. Er verrät, was dafür spricht.

Von Michael Spandern

München - Je größer der Abstand zu den Olympischen Spielen 2008 wird, desto mehr tendiert Dirk Nowitzki dazu, auch bei der EM in Polen für Deutschland zu spielen.

Hatte der achtmalige NBA-All-Star unmittelbar nach dem Vorrunden-Aus in Peking sein Mitwirken in Polen noch als "schwer vorstellbar" bezeichnet, so wurden seine Aussagen mit der Zeit abwartender. (Nowitzki weiter für Deutschland?)

Der Tenor - wie vor fast allen Großturnieren, in denen Nowitzki sich dann doch ins Getümmel warf: Sollten die Dallas Mavericks nicht allzu weit in den Playoffs kommen, kann er sich vorstellen, wieder die Speerspitze des DBB-Teams zu sein.

Später Termin ein "Plus"

Dabei hatte Bundestrainer Dirk Bauermann seinen Superstar noch am Ende des vergangenen Jahres abgeschrieben und erst wieder für Olympia 2012 eingeplant.

Doch gegenüber dem britischen Internetanbieter "Basketball24/7" äußerte sich der Würzburger keineswegs abgeneigt: "Die Möglichkeit ist definitiv da. Ich werde einfach schauen, wie ich verletzungsmäßig durch die Saison komme, und ob ich mich gut fühle.

Natürlich hänge seine Entscheidung von der Länge der Saison für die Mavs ab, räumte er beim All-Star Game in Phoenix ein. "Doch die gute Nachricht dabei ist: Die Euro ist im September, also ziemlich spät. Und dann trainiere ich ohnehin wieder. Das ist also ein Plus."

Quali für London der Knackpunkt

Das gewichtigere Argument ist jedoch, dass der kürzeste Weg zu den Spielen nach London über Polen führt. Schließlich werden bei der EM direkte Qualifikationsplätze für die WM und bei den Weltmeisterschaften Tickets für 2012 ausgespielt.

Daher ist es nur Utopie, wenn Nowitzki von einer längeren Pause redet: "Wenn ich mir in den nächsten drei Sommern frei nehmen könnte und sich die Nationalmannschaft trotzdem für London qualifiziert, würde ich das lieben."

Doch bei dem vorolympischen Qualifikationsturnier, wo sich die "Bauermänner" als Dritter das allerletzte Ticket sicherten, wurde klar, wie schwer die Quali selbst mit Nowitzki und Chris Kaman ist, dem zweiten Deutschen in der NBA.

Nowitzkis große Bühne

"Der letzte Sommer war hart", erinnert sich Nowitzki. "Ich habe nach der Saison nur zwei oder drei Wochen pausiert, dann habe ich schon wieder zu trainieren angefangen. Das war sportlich einer der anstrengendsten Sommer meines Lebens."

In Danzig, wo in der Vorrunde dicke Brocken wie Titelverteidiger Russland, Lettland sowie der letzte Qualifikant (wahrscheinlich Frankreich oder Italien) warten, dürfte es nicht leichter werden.

Doch die Europameisterschaften waren schon oft Nowitzkis große Bühne: Besonders 2005, als er Deutschland im Halbfinale gegen Spanien zum Sieg warf und zum Turnier-MVP ernannt wurde.

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