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Tibor Pleiss (l.) trifft gegen Göttingen unter dem Korb auf Jason Boone © imago

Beim TOP FOUR treffen im ersten Halbfinale Bamberg und Göttingen aufeinander. Sport1.de analysiert mit Stephan Baeck die Teams

Aufgezeichnet von Rainer Nachtwey

München/Frankfurt - Es ist schon etwas kurios.

Bereits zwei Wochen vor dem TOP-FOUR-Turnier um den deutschen Basketball-Pokal (Sa., ab 16.55 im Livestream und im DSF) sorgte der Spielplan der BBL dafür, dass sich die vier Gegner im regulären Spielbetrieb gegenüberstanden:

Genau in der Konstellation Bamberg gegen Göttingen und Bremerhaven gegen Frankfurt, so wie die beiden Halbfinals ausgelost wurden (DATENCENTER: Das TOP FOUR).

Bamberg und Bremerhaven gehen entsprechend selbstbewusst in die Partien, nachdem sie die Aufeinandertreffen mit ihren Gegnern Göttingen bzw. Gastgeber Frankfurt gewonnen hatten.

Allerdings glaubt der ehemalige Nationalspieler Stephan Baeck, dass Göttingen die Niederlage nicht allzu ernst nehmen wird. "Sie werden sich sagen: 'Das war nur eine Momentaufnahme. Wir werden uns im Halbfinale sicherlich anders präsentieren'", erklärt Baeck bei Sport1.de.

Gemeinsam mir Stephan Baeck analysiert Sport1.de die vier TOP-FOUR-Teilnehmer. Im ersten Teil werden Bamberg und Göttingen unter die Lupe genommen.

Ausgangslage:

Mit 88:81 gewannen die Bamberger den Vergleich vor zwei Wochen gegen Göttingen. Doch das Ergebnis war knapper, als es der Spielverlauf aussagte. Zwischenzeitlich führte die Mannschaft von Trainer Chris Fleming mit 17 Punkten. "Das war schon ein klares Ausrufezeichen von Bamberg", sagt Baeck.

Die Brose Baskets sind nach schwachem Saisonstart stark im Kommen, gewannen acht der letzten neun Ligaspiele.

Aber auch die Göttinger können auf einen Lauf zurückblicken. Zehn Siege aus zwölf BBL-Partien, dazu der Einzug ins Final Four der EuroChallenge.

"Der internationale Wettbewerb spricht für sowohl Göttingen als auch Bamberg, da sie gewohnt sind, viele Spiele in kurzer Zeit zu bestreiten, sich schnellstmöglich auf den nächsten Gegner vorzubereiten. Und beide sind diese Mehrfachbelastung gewohnt", sagt Baeck.

Frontcourt

Bamberg:Baeck: "Tibor Pleiß hat eine extrem gute Rolle unter dem Korb gefunden. Er ist sicherlich nicht mit dem aus den letzten Jahren zu vergleichen, wo er sich langsam seine Sporen verdient hat. Er ist jetzt schon einer der Topcenter mit Tendenz steigend - stark steigend. Er ist in der Lage, sein Talent und seine Größe konsequent, auch dank seiner mittlerweile vorhandenen Erfahrung, auf dem Spielfeld umzusetzen. Zudem haben die Baskets mit Predrag Suput einen der variabelsten Spieler der Liga ist."

Göttingen:Baeck: "Einen Spieler wie Pleiß hat Göttingen nicht in seinen Reihen. Jason Boone ist das Gegenstück: Er besticht weniger durch Größe, sondern versucht mehr über Masse und Kraft dem Gegner das Leben unter dem Korb schwer zu machen."

Auf der Vier ist bei Göttingen Chris Oliver gesetzt. Der 24 Jahre alte Amerikaner ist hinter Taylor Rochestie zweitbester Scorer und liegt mit 14,2 Punkten in den Ligastatistiken unter den Top Ten der erfolgreichsten Punktesammler.

Backcourt:

Bamberg:Baeck: "Bamberg hat mit Anton Gavel, John Goldsberry, Casey Jacobsen, Karsten Tadda und Brian Roberts extrem aggressive Spieler, die in der Lage sind jede Position auszuüben. Das wird ein hartes Matchup mit dem Backcourt von Göttingen."

Göttingen:Baeck: "Der Coach wechselt extrem durch. Der Backcourt ist sehr variabel, jeder Spieler kann jede Position spielen. Taylor Rochestie ist sowohl von außen sehr gefährlich, aber er ist auch in der Lage zum Korb zu ziehen und gibt sehr gute Pässe. Er ist dieses Jahr sicher einer der herausragenden Spieler auf seiner Position."

Bank:

Bamberg:Baeck: "Bamberg hat eine große Tiefe. Sie haben mit Mark Worthington einen weiteren Spieler geholt, der auf der Vier ein Backup ist - ein Luxus. Er kann Predrag Suput entlasten. Er bringt Druck und Competition ins Team. Bamberg ist für mich die am besten besetzte Mannschaft."

Göttingen:Baeck: "Jeder Spieler, egal ob Nummer 9, 10 oder 11 kann in diesem System spielen, nämlich über die Verteidigung ins Spiel zu kommen. Auch die sogenannten No-Name-Spieler setzen das Konzept sehr gut um."

Trainer:

Bamberg:Baeck: Chris Fleming macht einen hervorragenden Job in Bamberg. Er hatte ein schweres Los, aus dem Schatten von Dirk Bauermann zu treten. Aber sein Konzept hat sich jetzt in der nicht immer einfachen Basketball-Welt von Bamberg durchgesetzt. Er hat Spieler gefunden, die zusammenpassen und jetzt für Furore sorgen."

Göttingen:Baeck: John Patrick stellt seine Mannschaft hervorragend ein. Sein System baut über die Defense auf. Er lässt über viel Druck in der Verteidigung agieren. Bei ihm kommen alle Spieler zum Zuge. Dadurch sorgt Patrick für eine hohe Bankmotivation."

Stärken

Bamberg:Baeck: "Das ist definitiv die Tiefe des Kaders und Ihre Gefährlichkeit auf jeder Position. Zudem ist Bamberg zumeist in der Lage Ihr taktisches Konzept umzusetzen und den jeweils besten Angreifer auf dem Feld ins Spiel bringen."

Göttingen:Baeck: "Jeder Spieler ist in der Lage das Konzept des Coaches umsetzen. Göttingen ist immer in der Lage auch hohe Rückstände durch Ihre Agressivität in der Verteidigung in kurzer Zeit aufzuholen."

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