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Bremerhavens Louis Campbell (r.) führt die Liga bei den Assists an © imago

Beim TOP Four treffen im Halbfinale Bremerhaven und Frankfurt aufeinander. Sport1.de analysiert mit Stephan Baeck die Teams.

Aufgezeichnet von Rainer Nachtwey

München/Frankfurt ? Die Eisbären Bremerhaven gehen mit viel Selbstvertrauen ins TOP FOUR um den deutschen Basketball-Pokal (Sa., ab 16.55 im Livestream und im DSF).

Nicht nur, dass die Mannschaft von Trainer Doug Spradley am vergangenen Spieltag gegen Frankfurt die Generalprobe gewann - sie surft ohnehin auf einer Erfolgswelle.

"Mit dem Erreichen des TOP FOUR haben sie große Euphorie entfacht", sagt Stephan Baeck bei Sport1.de über die Norddeutschen.

Allerdings hat der ehemalige Nationalspieler und Trainer von RheinEnergie Köln auch bei den Skyliners einen Pluspunkt ausgemacht: den Heimvorteil (DATENCENTER: Das TOP FOUR).

"Es bringt immer etwas, wenn man die Halle kennt, sich dort wohlfühlt", sagt Baeck. "Zwei Spiele in zwei Tagen in gewohnter Atmosphäre ist eine schöne Geschichte. Zudem spielen sie vor den eigenen Fans, die sie nach vorne peitschen."

Im zweiten Teil der TOP-FOUR-Vorschau analysiert Sport1.de mit Stephan Baeck die Teams aus Frankfurt und Bremerhaven. (Teil 1: Bamberg versus Göttingen)

Ausgangslage:

Mit 76:74 setzte sich Bremerhaven vor eigenem Publikum in einem am Ende sehr engen Spiel gegen die Skyliners durch. (VIDEO: Bremerhaven - Frankfurt) Dabei führten die Gastgeber zweitweise sogar mit 17 Punkten. "Es war ein sehr körperbetonte Spiel", sagte Pascal Roller nach der Partie im DSF.

Gleiches ist auch für das Halbfinale zu erwarten.

Während Bremerhaven die Euphorie von zuletzt drei Siegen in Serie ins TOP FOUR mitnehmen will, gilt es für Frankfurt nach zuletzt schwankenden Leistungen - Sieg über ALBA Berlin, daraufhin Niederlage gegen Düsseldorf -, die Konstanz wiederzufinden.

Sechs Siegen stehen aus den letzten zwölf Spielen sechs Niederlagen gegenüber.

"Frankfurt ist für mich eine kleine Wundertüte. Aber der Heimvorteil spricht für die Skyliners. Es ist ein großer Vorteil, wenn man so ein Turnier in eigener Halle hat", sagt Baeck.

Frontcourt

BremerhavenBaeck: "Die Schwäche bei Bremerhaven ist die wechselnde Konstanz unter den Körben, wo sie nicht so groß aufgestellt sind. Mit Jeff Gibbs haben die Eisbären aber einen, der gerade durch seine untersetzte Statur für unglaublich viel Aufregung unter dem gegnerischen Korb sorgen kann."

FrankfurtBaeck: "Aber auch Frankfurt ist hier sehr unkonstant. Mit Dragan Labovic haben sie vor Kurzem einen Spieler verpflichtet, der für mehr Ruhe und Qualität sorgt. Aber bei den Skyliners herrscht notorische Unzufriedenheit mit ihren Center-Spielern. Insofern ist das ein sehr interessantes Matchup, weil die große Schwäche von Bremerhaven gegen Frankfurt nicht so zum Tragen kommt, wie das gegen andere Mannschaften der Fall wäre."

Backcourt:

BremerhavenBaeck: "Die Eisbären haben extrem starke Guards. Brandon Brooks und Louis Campbell haben sich gefunden. Brooks ist in der Lage, Verantwortung zu übernehmen, Campbell einer, der sehr viel Erfahrung hat, der weiß, wie eine Mannschaft zu führen ist. Er ist ein kämpferischer Typ, der sehr viel Einsatz zeigt. Für Philipp Schwethelm ist Bundestrainer Dirk Bauermann voll des Lobes. Er ist für mich der deutsche Spieler, der sich in der Bundesliga am besten entwickelt hat. Und dann hat Bremerhaven noch Torrell Martin. Der Backcourt ist sehr, sehr variabel. Bremerhaven ist eine Mannschaft, die auf den kleinen Positionen unglaublich viel leisten kann."

FrankfurtBaeck: "Bei den Skyliners steht und fällt diese Saison Alles mit Aubrey Reese. Er hat zu Beginn der Saison sehr viel Verantwortung übernommen, dann war er verletzt. Es wird abzuwarten sein, ob er wieder die Frische und Fitness hat, hier schon die Akzente zu setzen. Wenn er spielt, hat er sehr viel Einfluss. Es ist sicherlich keine einfache Situation für Frankfurt. Pascal Roller wird vor heimischem Publikum sicherlich beweisen wollen, warum er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Er hat in letzter Zeit Reese sehr gut ersetzt und kann das Spiel besser kontrollieren."

Bank:

Baeck: "Es ist schwer, einen Unterschied auszumachen. Beide Mannschaften sind hier gut aufgestellt. Es sind auf beiden Seiten Spieler, die für Überraschungen sorgen und über sich hinauswachsen können."

BremerhavenBaeck: "Jan Lipke ist einer, der immer mit sehr viel Einsatz spielt, manchmal aber zu unbedachte und zu wilde Aktionen versucht. Wenn ihm etwas gelingt, reißt er die ganze Mannschaft mit. Wenn er ins Spiel kommt, weiß man, dass etwas passiert - egal ob positiv oder negativ. Es ist immer gut, so jemanden zu haben."

FrankfurtBaeck: "Bei Frankfurt ist Aubrey Reese jemand, der fit sein muss, um gut zu spielen. Er kann aber auch von der Bank einige Akzente setzen."

Trainer:

BremerhavenBaeck: "Douglas Spradley hat bereits in Paderborn sehr gute Arbeit geleistet. Diese führt er nun bei Bremerhaven fort. Wenn man bedenkt, wo die Eisbären letzte Saison waren - die waren am Boden."

FrankfurtBaeck: "Murat Didin ist ein ausgewiesenes Schlitzohr, ein richtiger Trainerfuchs, der in Endspielen immer wieder in die Trickkiste greift und Überraschungen hervorzaubert."

Stärken:

BremerhavenBaeck: "Die Eisbären ist die Mannschaft, die nichts zu verlieren hat. Sie haben Blut geleckt und das Team hat sich gefunden. Sie können befreit aufspielen und haben Charaktere, die sehr nervenstark sind."

FrankfurtBaeck: "Es bringt immer etwas, wenn man die Halle kennt, sich dort wohlfühlt. Man lamentiert nicht rum, weil die Körbe zu hart sind und, und, und. Man ist gewohnt, dort zu spielen. Zwei Spiele in zwei Tagen in gewohnter Atmosphäre sind eine schöne Geschichte."

Tipp:

Baeck: "Es wird die Mannschaft gewinnen, die sich im internationalen Wettbewerb gestärkt hat und es gewohnt ist, viele Spiele in kurzer Zeit zu bestreiten, sich schnell regenerieren und auf einen neuen Gegner einstellen kann. Deshalb tippe ich auf Bamberg oder Göttingen, auch wenn Frankfurt das zu Hause nicht gerne hören wird."

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