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Brian Roberts (gegen John Little, l.) wechselte 2009 von Galil Gilboa nach Bamberg © imago

Die Franken ziehen durch einen hart erkämpften Sieg gegen verletzungsgeplagte "Veilchen" erstmals seit 1993 ins Pokal-Finale ein.

Von Michael Spandern

München/Frankfurt - Die Brose Baskets Bamberg haben zum ersten Mal seit 1993 das Endspiel um den BBL-Pokal erreicht.

Die Franken besiegten zum Auftakt des TOP-FOUR-Turniers die BG Göttingen mit 71:59 (39:29). (DATENCENTER: Das TOP FOUR)

Der Cupsieger von 1992 greift am Sonntag (ab 15 Uhr im LIVESTREAM und auf SPORT1) gegen die Frankfurt Skyliners, die im Krimi die Eisbären Bremerhaven mit 61:59 (32:35) niederrangen, nach dem zweiten Pokalsieg der Klubgeschichte.

Matchwinner für die Bamberger waren Anton Gavel mit 16 Punkten, vier Rebounds und zwei Steals sowie der in den Schlussminuten hellwache Brian Roberts (13 Zähler). Bei den verletzungsgeplagten Niedersachsen ragte Point Guard Taylor Rochestie (20 Punkte, vier Assists) heraus.

Boone trotzt Fingerbruch

Die Göttinger, auch in der EuroChallenge unter den letzten Vier, mussten auf ihre amerikanischen Leistungsträger Chester Frazier, Ben Jacobsen und Dwayne Anderson, der wegen eines Knorpelschadens im Knie wohl bis zum Saisonende ausfällt, verzichten.

Center-Klotz Jason Boone spielte trotz eines Fingerbruchs, schlug sich mit acht Punkten und fünf Rebounds wacker.

Zwar hatte das Team von Trainer John Patrick auf die ersten drei Körbe der Brose Baskets dank Chris McNaughton und Rochestie jeweils die Antwort, doch danach fand sie im Angriff zu selten ein Konzept.

Göttinger setzen nach

Bamberg setzte sich vom 6:6 auf 19:8 in der achten Minute ab, wobei bis auf Ex-NBA-Profi Casey Jacobsen alle Starter punkteten.

Rochesties Dreier unterbrach den Lauf des Ex-Meisters, der in der ersten Spielhälfte zehn von zwölf Zweiern verwandelte, nur: Vier Zähler von Mark Worthington brachten die Franken zu Anfang des zweiten Viertels mit 29:11 in Front. "Die Fans waren fantastisch. Sie haben uns nach vorne gepuscht", sagte Gavel im DSF.

Die BG kämpfte sich aber zurück und angelte sich bereits vor der Pause neun Offensivrebounds.

Fast Break vom Oldie

Nach acht Punkten in Folge, darunter zwei Dreier von Rochestie, war der Tabellenvierte der Bundesliga wieder bis auf 21:31 dran, doch Gavel legte für Bamberg einen Distanzwurf nach.

Dank eines Dreipunkte-Spiels von Oldie Michael Meeks verkürzte Göttingen aber eine Minute vor dem Seitenwechsel erneut auf zehn Punkte.

Ein Dreier von Robert Kulawick, ein vom 38-jährigen Meeks gelaufener Fast Break und ein Korb von John Little setzten die Aufholjagd zum 38:41 fort. Göttingen lag nach dem punktearmen dritten Abschnitt (13:8) nur mit 42:47 zurück.

Roberts dreht auf

Den Schlussabschnitt eröffnete Goldberry mit einem Dreier aus dem Laufen, auch Göttingens Kulawick traf von außen, doch Gavel legte drei Punkte zum 53:45 für Bamberg nach.

Nun suchte die BG den Weg zum Korb. Rochestie und Chris Oliver setzten sich durch. Und knapp vier Minuten vor Schluss traf Rochestie seinen vierten Dreier zum 54:57.

Dann aber drehte Brian Roberts auf und war beim entscheidenden 8:0-Zwischenspurt zum 65:54 mit sechs Punkten und einem Ballgewinn der gefeierte Mann. "Wir waren mental sehr stark. Unser Vorteil war, dass wir nie in Rückstand geraten sind", meinte Gavel.

Die Göttinger trauerten am Ende auch ihren verpassten Chancen von der Freiwurflinie nach: Nur vier von 14 Versuchen fanden ihr Ziel.

Brose Baskets vs. BG Göttingen 71:59 (39:29)

Bamberg: Gavel (16 Punkte), Roberts (13), Goldsberry (12), Suput (8), Worthington (8), Brown (7), Wyrick (3), Pleiß (2), Tadda (2)Göttingen: Rochestie (20), Oliver (9), Boone (8), Kulawick (6), McNaughton (6), Meeks (5), Little (2), Jordan (2)Zuschauer: 5.002 (ausverkauft)Schiedsrichter: Lottermoser, Krause, Groll

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