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Beim zuvor einzigen Pokalsieg 1992 hießen die Bamberger noch TTL © getty

Nach dem Pokal-Triumph in Frankfurt herrscht Genugtuung: Predrag Suput und Coach Chris Fleming geben auf SPORT1 Kritikern Kontra.

Von Michael Spandern

München/Frankfurt - Nicht mal zwei Jahre sind vergangen seit Bambergs Titelverteidigung 2008 bereits im Viertelfinale endete und Meistercoach Dirk Bauermann das Feld in "Freak City" räumte.

Keine allzu lange Zeit, um aus dem großen Schatten des langjährigen Nationaltrainers zu treten - doch nach dem Pokal-Triumph von Frankfurt ließ Bauermanns Nachfolger Chris Fleming durchblicken, dass es eine harte war. (DATENCENTER: Das TOP FOUR)

Der erst am Ende knappe 76:75 (43:32)-Erfolg über die gastgebenden Skyliners sei auch für ihn persönlich "sehr wichtig", erklärte Fleming auf SPORT1. "Es war für mich in den letzten zwei Jahren schwierig, aber ich kann verstehen, dass die Fans sehr erfolgsverwöhnt sind."

Auch in der Liga auf Erfolgskurs

Doch mit dem zweiten Sieg im deutschen Pokal ihrer Klubgeschichte gibt sich der Coach der Brose Baskets nicht zufrieden: "Wir sind unseren Weg gegangen, wir haben eine gute Form für die Playoffs und glauben an uns."

Tatsächlich bahnte sich der Coup des Meisters von 2005 und 2007 an: Mit acht Siegen aus den letzten neun BBL-Spielen preschten die Franken auf den fünften Tabellenplatz vor.

Zudem haben sie, geht es nach Spielmacher Anton Gavel, den "besten Akteur der Liga" in ihren Reihen. Gemeint war Predrag Suput, der mit 20 Punkten in der ersten Spielhälfte den Grundstein zum Finalsieg legte.

Fleming lobt die Spielmacher

Suput holte nach dem vorletzten Bamberger Angriff seinen achten Rebound, verwarf danach zwei Freiwürfe, nur um drei Sekunden vor dem Ende die beiden entscheidenden zum 76:72 zu verwandeln.

Sein Trainer bemängelte dennoch, dass der Serbe "etwas zu viel Eins gegen Eins" gespielt habe und stricht stattdessen die Leistung seiner Playmaker Gavel und John Goldsberry heraus.

Er darf es sich zugute halten, dass er trotz anfänglicher Schwierigkeiten aus dem genesenen Goldsberry und dem im November verpflichteten Slowaken Gavel das vielleicht beste Spielmacher-Tandem der BBL geformt hat.

Schubser gegen Suputs Brust

Gavel überzeugte als Verteidiger von Aubrey Reese, der aus der Zweierdistanz ohne Erfolg blieb und seine Frustration bereits kurz vor der Halbzeit mit Anlauf in einem Schubser gegen Suputs Brust entlud.

Im Schlussviertel zeigte der 25-Jährige auch offensiv seine Reife und atmete danach durch: "Wir haben Charakter gezeigt und das über die Bühne gebracht."

Goldsberry wiederum sei "unsere Führungsperson, er hat Ruhe hereingebracht", betonte sein Landsmann Fleming.

"Vielleicht etwas müde"

Ein Lob an Suput wurde der Coach aus New Jersey aber doch noch los: "Er hat uns hierher gebracht, wo wir jetzt stehen", sagte Fleming kurz vor der Siegerehrung in der Ballsporthalle.

Suput hatte sich zuletzt auch Kritik vom Bamberger Manager Wolgang Heyder anhören müssen: Er neige zu Schlendrian und lasse in der zweiten Spielhälfte öfter mal nach.

"Da war ich heute vielleicht etwas müde, und die Defense hat sich auf mich konzentriert", entgegnete der Forward.

"Unter dem Korb nicht stark genug"

Offenbar war den Frankfurtern die Konzentration aber im Abschluss abhanden gekommen. "Wir haben wichtige Punkte an der Freiwurflinie liegen lassen. Das ist wie ein verschossener Elfmeter. Auch unter dem Korb waren wir nicht stark genug", haderte Coach Murat Didin.

12 von 30 Freiwürfen setzten die Skyliners daneben, aus der Nahdistanz traf nicht mal jeder zweite Wurf sein Ziel.

Zudem brockten sich die Gastgeber, die in Center Dragan Labovic (20 Punkte) ihren besten Scorer hatten, in den ersten acht Minuten einen 7:20-Rückstand ein.

"Es hat viel Kraft gekostet, immer einem Rückstand hinterher zu laufen", gab Pascal Roller zu. Dennoch sei er "stolz, weil wir nie aufgegeben haben".

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