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Elton Brown (gegen Nolte) ist mit 8,6 Punkten pro Spiel Bambergs fünftbester BBL-Scorer © getty

Die Franken holen zum zweiten Mal den Cup, eine One-Man-Show legt den Grundstein. Brown leistet sich allerdings eine Tätlichkeit.

Von Michael Spandern

München/Frankfurt - Die Brose Baskets Bamberg haben nach 1992 zum zweiten Mal den deutschen Basketball-Pokal geholt.

Das Team von Trainer Chris Fleming behielt im Finale des TOP-FOUR-Turniers gegen die Frankfurt Skyliners dank einer furiosen ersten Spielhälfte von Predrag Suput mit 76:75 (43:32) die Oberhand. (DATENCENTER: Das TOP FOUR)

Suput erzielte 20 seiner 26 Punkte vor der Pause und hatte schließlich acht Rebounds auf dem Konto. Bei den Gastgebern hielt vor allem Center Dragan Labovic mit 20 Punkten dagegen.

"Das war sensationell. Ohne ihn hätten wir das sicher nicht geschafft", lobte Anton Gavel seinen Teamkollegen auf SPORT1.

Suput reißt Heft an sich

Die Bamberger machten auch das Fehlen ihres Ex-NBA-Profis Casey Jacobson wett, der wegen einer Bänderverletzung im Knie nach dem Halbfinal-Erfolg der Franken gegen Göttingen abgewunken hatte. "So etwas gibt manchmal einen zusätzlichen Schub", sagte Bundestrainer Dirk Bauermann auf SPORT1.

Die Brose Baskets nahmen im Finale gleich das Heft in die Hand - dank einer One-Man-Show von Pedrag Suput.

Der Serbe erzielte zwölf der ersten Bamberger Punkte zum 14:6, holte zudem drei Rebounds und einen Ballgewinn in den ersten fünf Minuten.

Buzzer-Beater von Garrett

Bei den Gastgebern hielten nur Derrick Allen und Quantez Robertson dagegen.

Doch auch als Suput eine erste Atempause erhielt, rollte der Franken-Express: Gavel und der deutsche Nationalcenter Tibor Pleiß bauten im Zusammenspiel den Vorsprung auf 20:7 aus.

Zur Krönung des ersten Viertels fand Brian Roberts in der rechten Ecke den Reservisten Robert Garrett, der mit der Sirene einen Dreier zum 25:12 einnetzte.

Bamberg besinnt sich auf Defense

Aber die Hessen kämpften sich zurück in die Partie. Zunächst kam Center Dragan Labovic, der in der Startfünf überraschend für Greg Jenkins hatte Platz machen müssen, ins Rollen.

Dann befeuerten Pascal Roller und Allen mit ihren Dreiern einen 8:0-Zwischenspurt der Skyliners zum 24:28 in der 14. Minute.

Die Bamberger besannen sich auf ihre große Stärke - die Defense - und ließen kaum noch klare Würfe zu. Vorne verschaffte Suput seinem Team nach kurzer Wiedereingewöhnungszeit Luft und traf drei Freiwürfe und einen Dreier zum 40:30.

Gerangel und etliche Fouls

Ein größerer Rückschlag für die Frankfurter war jedoch, dass Seth Doliboa, dessen Blocked Shot im Halbfinale den Sieg gegen Bremerhaven sichergestellt hatte, zwei Minuten vor der Halbzeit sein viertes Foul kassierte.

Danach überschlugen sich die Ereignisse: Elton Brown brachte Doliboa, der anfangs des vierten Abschnitts mit nur einem Punkt und fünf Fouls ausschied, mit einem Seitenhieb zu Boden. "Eine Tätlichkeit, der dürfte nicht mehr weiterspielen ", analysierte SPORT1-Experte Stefan Koch. Der Big Man bekam aber lediglich ein Technisches Foul.

In der Folge kam es zu einem Gerangel zwischen Labovic und Suput. Frankfurts Aubrey Reese eilte herbei und schubste Suput gegen die Brust - dafür gab es Technisches und Unsportliches Foul.

Nachdem alle Fouls aufgerechnet waren, blieben zwei Freiwürfe für Bamberg über, von denen ausgerechnet Streitauslöser Brown einen zum Halbzeitstand verwertete.

Skyliners kommen heran

Die Franken erhöhten durch Körbe von Beckham Wyrick und Gavel auf 48:32. Doch die Skyliners konterten, und in der 24. Minute verbuchte auch Reese seine ersten Zähler - per Dreier zum 37:48.

Allerdings kam Frankfurt erst zwei Minuten vor Ende des dritten Abschnitts durch Jimmy McKinneys Dreier auf zehn Punkte heran ? nur um dann wieder durch Gavel und Brown mit 43:58 in Rückstand zu geraten.

Die ersten sechs Punkte des Schlussviertels erzielten dann wieder die Gastgeber, die beim 50:58 erneut Hoffnung schöpften.

Gavel hinten wie vorne souverän

Die Bamberger legten jedoch abermals einen Zahn zu - vor allem Suput und der hinten wie vorne souveräne Spielmacher Gavel. Dessen Dreier zum 67:52 bedeutete 5:41 Minuten vor dem Ende die vermeintliche Entscheidung.

Aber in der vorletzten Minute setzten die Hessen, die 2000 zum einzigen Mal den Pott in die Höhe stemmten, zu einem furiosen Endspurt an, kamen durch Freiwürfe von Reese, einem Dunking von Robertson und einem Roller-Dreier auf 70:74 heran.

Suput verwarf nach Offensiv-Rebound und Frankfurter Foul zunächst zwei Freiwürfe. Der Forward traf aber beide, nachdem ihn die Skyliners beim 72:74 fünf Sekunden vor Schluss nochmals an die Linie geschickt hatten. Reeses Dreier drei Sekunden später kam zu spät.

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