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Rekordmeister ALBA verlor gegen die Dragons das Ligaspiel in Berlin mit 74:78 © getty

Berlin hofft im Viertelfinale bei den Dragons auf den Befreiungsschlag. Oldenburg kann Rache nehmen am Meistermeuchler von 2010.

Von Barnabas Szöcs

München - Mit Pokalwettbewerben ist es so eine Sache.

Manch einem Team gelingt dort der Ausbruch aus der Liga-Tristesse, andere müssen ungewollt ihren Höhenflug beenden.

Für ALBA Berlin jedenfalls kann eindeutig nur die erste Variante zählen. Die Pokal-Partie bei den Artland Dragons um den Einzug ins Top Four des Beko-BBL-Pokals hat für die Truppe von Muli Katzurin Rehabilitationscharakter.

Der Israeli bekam im vierten Spiel unter seiner Ägide - der bitteren 64:76-Heimklatsche gegen die Telekom Baskets aus Bonn, vor Augen geführt, wie tief der Karren beim achtmaligen Meister im Dreck steckt. (DATENCENTER: BBL Pokal)

Katzurin zeigt sich kämpferisch

Es war zugleich der letzte Auftritt für Hollis Price, dessen Vertrag mit sofortiger Wirkung aufgelöst wurde. Ein klares Zeichen an Spieler und Umfeld- Wer nicht hundertprozentig mitzieht, ist fehl am Platz.

Katzurin gibt sich kämpferisch. "Ich werde alles tun, damit das Team schon im nächsten Spiel besser aussieht", verspricht der Coach: "Wir haben zuletzt hart gearbeitet. Jetzt müssen wir dafür eben noch härter arbeiten."

Doch die Dragons sind alles andere als ein idealer Aufbaugegner. Im Dezember 2010 setzte es in der Ligabegegnung eine knappe 74:78-Schlappe für Berlin, zudem stehen die Hausherren als Tabellendritte einen Rang vor ALBA. Hinzu kommt die Heimstärke der Gastgeber: In der laufenden Saison siegte Artland zu Hause in neun von zwölf Spielen.

"Schwer zu sagen, was uns erwartet"

Allerdings gelang ihnen gegen ALBA seit den Playoffs 2007 kein Sieg vor eigener Kulisse.

Artlands Co-Trainer Tyron McCoy weiß um die Gefahr eines angeschlagenen Gegners: "Ich gehe davon aus, dass sie zurückkommen und für das Spiel bereit sein werden."

Eine präzise Vorbereitung auf ALBA wird Dragons-Headcoach Stefan Koch kaum vornehmen können, dafür ist das neue System der Gäste zu unberechenbar.

Über Rebound-Quote zum Sieg?

Ein möglicher Schlüssel für den Erfolg könnte jedoch die Rebound-Ausbeute der Tabellennachbarn sein. Mit einem Schnitt von 30 Rebounds pro Spiel bildet Berlin das Liga-Schlusslicht, im Gegensatz dazu ergattern die Niedersachsen 36,2 Abpraller pro Partie.

Das wird sicherlich Quakenbrücks Neuzugang Robert Kurz freuen. Die Rebound-Stärke des Power Forwards mit NBA-Erfahrung ist unumstritten und wird sicherlich ein Faktor sein, ob der Pokal die Berliner aus ihrer Liga-Tristesse holt.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Skyliners wollen sich "rächen"

Als Vorjahresfinalist haben die Deutsche Bank Skyliners noch eine Rechnung offen. Das Pokalfinale 2010 endete für das Team von Gordon Herbert mit einer Niederlage gegen die Brose Baskets aus Bamberg, die als Titelverteidiger automatisch für das Top Four am 2. und 3. April qualifiziert sind ? und das vor eigenem Publikum.

Der Weg zur Revanche führt für den Tabellenzweiten und ärgsten Konkurrenten Bambergs um die Meisterschaft über die Telekom Baskets aus Bonn.

"Wenn wir dieses Spiel gewinnen, sind wir dabei und können uns gegen Bamberg rächen", gab Frankfurts Guard Dominik Bahiense de Mello zu Protokoll.

Guards in Schach halten

Als unbedeutenden Zwischenhalt sollten die Hessen das K.o.-Spiel jedoch nicht sehen, denn der Gegner weckt schlechte Erinnerungen. In der aktuellen Saison setzte es eine 89:92-Niederlage in Bonn, deren diszipliniertes Spiel dank US-Center Chris Ensminger in der Zone schwer zu unterbinden ist.

"Wir wollen nach dem Sieg in Berlin erneut auswärts aggressiv rauskommen und von Beginn an Druck machen", erklärt Bonns Trainer Michael Koch: "Das Selbstvertrauen des Teams hat einen Schub bekommen, der die Partie für uns leichter macht."

Probates Mittel zum Sieg wird laut Koch das Spiel unter dem Korb: "Durch die personelle Situation bei Frankfurt müssen wir vermehrt auf unsere Vorteile am Brett schauen, gleichzeitig aber die Frankfurter Guard-Riege kontrollieren."

Mit Forward Roger Powell (Jochbeinbruch) fehlt den Frankfurtern ein absoluter Leistungsträger.

Gastgeber mit starker Heimbilanz

Das dritte Spiel um den Einzug ins Pokal-Halbfinale bestreiten die New Yorker Phantoms Braunschweig und die EWE Baskets Oldenburg. Dabei gilt die Heimmannschaft von Sebastian Machowski als hauchdünner Favorit, da es für Oldenburg zuletzt eine 70:78-Pleite bei den Phantoms gab.

Mittlerweile sind die Braunschweiger seit dem 17. November 2010 zuhause ungeschlagen. Oldenburg ist gewarnt, aber auch im Aufwind: "Nach unseren beiden wichtigen Siegen in Quakenbrück und Gießen hat die Mannschaft Selbstvertrauen gewonnen", sagt Trainer Predrag Krunic.

Im Niedersachsen-Derby geht es zudem um Revanche: Braunschweig wurde in den Viertelfinals der Playoffs 2010 zum Meuchler des damals amtierenden Meisters.

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