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Marcus Goree kommt 2010/11 auf 12,2 Punkte und 5,7 Rebounds pro Spiel © imago

Marcus Goree spricht über die Stärken der Phantoms, das Halbfinale gegen DaShaun Woods' Skyliners und eine Extramotivation.

Von Rainer Nachtwey

München - Vielleicht wirft Marcus Goree am TOP-FOUR-Wochenende ja seine große Erfahrung in die Waagschale.

Immerhin hat der Power Forward der New Yorker Phantoms Braunschweig bereits Meistertitel in Israel, Italien und Russland abgesahnt und 2008 mit ZSKA Moskau die Euroleague gewonnen. In seiner Karriere war er bereits für acht verschiedene Klubs in sechs europäischen Ligen aktiv. (DATENCENTER: BBL Pokal)

In Deutschland schrammte er 2002 knapp am Titel vorbei - mit den Deutsche Bank Skyliners, dem Club, dem die Phantoms nun im Halbfinale des Beko-BBL-Pokals (Sa., ab 16.30 Uhr Live im TV auf SPORT1) gegenüberstehen. (Auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Allerdings werden dem Team von Sebastian Machowski gegen den Tabellenzweiten Frankfurt, vor allem aber im Finale kaum Siegchancen eingeräumt - doch damit kann der BBL-Allstar von 2002 gut leben.

Im Interview mit SPORT1 spricht Goree über die Rolle als Außenseiter, die Chancen, DaShaun Wood auszuschalten, und Extra-Motivation für das Spiel gegen den Ex-Klub.

SPORT1: Herr Goree, Braunschweig ist Fünfter in der Beko-BBL. Beim TOP FOUR werden Sie jedoch als Underdog gehandelt. Kommt Ihnen diese Rolle als Außenseiter entgegen?

Marcus Goree: Ja, vielleicht ist das ganz gut, dass wir als Underdogs gehandelt werden. Aber Vorsicht: diese Spiele müssen erst einmal gespielt werden.

SPORT1: Letzte Saison ist Ihnen diese Rolle als Außenseiter in der ersten Playoff-Runde gut bekommen, als Sie die Nummer 1 Oldenburg rausgeworfen haben. Macht so ein Erfolg ein Team noch stärker, wenn es weiß, dass es mehr als nur mitspielen kann?

Goree: Oh ja. Und wir sind dieses Jahr noch besser. Das sehen wir an unserer Bilanz. Wir haben ein paar Spiele nur ganz knapp verloren, aber wir wissen, dass wir gegen die Topteams mithalten können. Wir wissen, dass wir es drauf haben.

SPORT1: Kann man diese Situation vom letzten Jahr in den Playoffs mit der jetzigen Situation überhaupt vergleichen?

Goree: Nur schwerlich. Es sind einfach verschiedene Teams, und es ist auch eine andere Situation. Eine Serie kann man nicht mit einem einzelnen K.o.-Spiel vergleichen. Was uns aus der letzten Saison hilft, ist, dass wir wissen wie man gewinnt.

SPORT1: Warum ist Braunschweig besser als letzte Saison?

Goree: Wir haben neue Spieler, die wissen, wie man gewinnt und was sie dafür leisten müssen. Jeder von uns denkt ans Team und stellt seine eigenen Interessen im Sinne der Mannschaft zurück. Aber gleichzeitig haben wir Spieler, die im entscheidenden Moment hervortreten und wichtige Würfe treffen wie LaMarr (Greer, Anm. d. Red.).

SPORT1: Lassen Sie uns auf den Gegner zu sprechen kommen. Es geht für Sie im Halbfinale gegen die DEUTSCHE BANK SKYLINERS. Sie haben in Frankfurt mit drei Punkten, zu Hause mit einem verloren. Was hat den entscheidenden Unterschied ausgemacht?

Goree: Ja das waren verdammt enge Spiele. Ein Abpraller in die eine oder andere Richtung hätte die Partie anders entscheiden können. Da war einfach nur Pech. Uns hat das Glück gefehlt.

SPORT1: Was müssen Sie nun machen, damit Sie das Spiel gewinnen und das Glück auf Ihrer Seite ist?

Goree: Wir müssen von Anfang an, die vollen 40 Minuten uns auf das Spiel konzentrieren. Und wir sollten versuchen, nicht auf die letzten Sekunden, die letzte Minute zu vertrauen, sondern schon vorher eine Führung herausspielen.

SPORT1: Wo sehen Sie die Stärken Frankfurts?

Goree: Das sind sicherlich ihre kleinen Positionen. Vom Point Guard bis zum Small Forward. Sie spielen sehr aggressiv mit viel Zug zum Korb. Bei ihnen siehst du immer wieder: Korb attackieren, Korb attackieren,...

SPORT1: Wie wollen Sie daran hindern?

Goree: Wir werden versuchen das Tempo etwas rauszunehmen. Wir wollen alle ins Spiel einbinden, sicher in der Verteidigung stehen, um den Punktestand niedrig zu halten.

SPORT1: DaShaun Wood spielt eine herausragende Saison in Frankfurt. Er ist ein Aufbauspieler, der sehr viel punktet. Muss man ihn aus dem Spiel nehmen, um Frankfurt zu besiegen?

Goree: Nein, er wird sowieso punkten. Wir müssen uns auf das gesamte Team konzentrieren. Keiner wird wohl so viel punkten wie er, weil er den Ball sehr oft in seinen Händen hat. Zu 90 Prozent der Zeit.

SPORT1: Das Finale folgt keine 24 Stunden später auf das Halbfinale. Wie gefallen Ihnen diese Back-to-Back-Spiele?

Goree: Das ist sehr aufregend. Da bekommst du ein Gefühl für deine physische und mentale Leistungsfähigkeit. Du musst dich 48 Stunden auf Basketball konzentrieren und 48 Stunden deine Höchstleistung abrufen.

SPORT1: Wie schwer fällt es Ihnen, sich von einem Gegner so schnell auf den nächsten umzustellen?

Goree: Für mich ist das recht einfach. Wenn du den Sport liebst, willst du die ganze Zeit spielen. Du spielst einfach.

SPORT1: Sie haben vor ein paar Jahren in Frankfurt gespielt. Ist es für Sie immer noch ein besonderes Spiel, wenn Sie auf einen Ex-Klub treffen?

Goree: Klar, in so einem Spiel holt man noch ein paar Prozent mehr raus.

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