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Defense ist sein Trumpf: "Drache" Johannes Strasser bekommt es mit Anton Gavel zu tun © imago

Quakenbrück geht mit viel Optimismus und spezieller Vorbereitung ins TOP FOUR. Bamberg rätselt über die Erfolge gegen Artland.

Von Rainer Nachtwey

München - Deutscher Meister, Titelverteidiger, Dominator der laufenden Beko BBL-Saison:

Die Brose Baskets Bamberg gehen als haushoher Favorit in das TOP FOUR (Sa., ab 16.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in der heimischen Arena. (DATENCENTER: BBL Pokal)

Dennoch verspüren die Bamberger keinen Siegzwang.

"Wir gelten als Favorit, haben den Heimvorteil, aber deswegen würde ich nicht sagen, dass wir besonders unter Druck stehen", sagt Aufbauspieler John Goldsberry bei SPORT1. "Wir spielen sicherlich eine sehr gute Saison, aber die anderen drei Teams im TOP FOUR sind auch stark."

"Beste Mannschaft Deutschlands"

Gegner des Überfliegers sind am Samstag im zweiten Halbfinale (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) die Artland Dragons - aber trotz des guten dritten Tabellenplatzes nur krasser Underdog. (Braunschweigs Marcus Goree im SPORT1-Interview)

"Wir sind klarer Außenseiter. Schließlich spielen wir gegen die beste Mannschaft in Deutschland", stimmt auch Quakenbrücks Johannes Strasser bei SPORT1 in die Lobgesänge auf Bamberg ein.

Niederlagen ausmerzen

Allerdings erinnert der Guard auch an die beiden engen Spiele während der laufenden Saison.

"Wir waren beides Mal knapp dran. In Bamberg haben wir in letzter Sekunde verloren. Zu Hause waren wir eine Minute vor Schluss einen Punkt vorne und haben dann noch verloren. Zwei ärgerliche Niederlagen, die wir jetzt ausmerzen wollen", sagt Strasser.

Rätselraten bei Goldsberry

Was im Endeffekt den Ausschlag für Bamberg in diesen beiden Duellen gab, darüber rätseln selbst die Brose Baskets.

"Wenn ich ehrlich bin, weiß ich das auch nicht genau. Wir sind schon das gesamte Jahr sehr erfolgreich. Vielleicht trägt das auch dazu bei", sagt Goldsberry.

Ein Sieger-Gen also, wie es den Fußballern des FC Bayern nachgesagt wird?

Schritt für Schritt

Goldsberry belässt es dann doch bei einem einfacheren Erklärungsversuch: "Wir haben eine sehr tief besetzte Mannschaft. Egal wer am Ende reinkommt, er kann uns den Sieg bringen. Unsere erste und zweite Fünf sind auf einer Stufe."

Dennoch warnt der Amerikaner, der mit den Dragons 2008 den BBL-Pokal gewann, davor, bereits an das Finale zu denken. "Wir müssen uns auf unser erstes Spiel konzentrieren. Quakenbrück wird sich gut auf uns vorbereitet haben."

Konzentration auf die Verteidigung

In der Tat.

Bereits seit Montag trainieren die Artländer taktisch und technisch spezifisch auf das TOP FOUR und speziell auf das Duell mit Bamberg hin. "Das ist relativ untypisch. Normalerweise stehen da Konditionseinheiten auf dem Programm", verrät Strasser.

Vor allem auf die Defense legt Trainer Stefan Koch großen Wert. So ließ er laut Strasser vor allem das Pick-and-Roll verteidigen. "Daran haben wir diese Woche viel gearbeitet, dass wir die Räume noch enger machen, dem ballbringenden Spieler die Pässe erschweren."

Ein paar kleine Sachen seien es noch, die verbessert werden müssen, weiß Strasser. Denn bei den knappen Ergebnissen könne man "nichts groß falsch" gemacht haben.

Einfacher Erfolgsplan

Mit großem Selbstvertrauen und Mut gehen die Quakenbrücker in die Partie. "Wir müssen uns nicht verstecken. Wir haben sehr gute Matchups gegen Bamberg - auf allen Positionen", gibt sich Strasser optimistisch.

Einen Erfolgsplan hat er im Hinterkopf: "Das Spiel solange wie möglich offen gestalten und dann am Ende die Nase vorn haben."

Zwei Heimspiele für Bamberg

Gerade in der Endphase der Partien bauen die Gastgeber auf ihre Fans in "Freak City".

"Dass wir die Fans im Rücken haben, ist ein großer Vorteil. Die Fans sind echt der Hammer. Für Auswärtsmannschaften ist es sehr schwer, hier zu spielen. Wir haben am Samstag ein Heimspiel und am Sonntag", sagt Goldsberry.

Lieber Pfiffe als Stille

Auch Strasser gesteht den Brose Baskets einen Vorteil ein. Allerdings fühlt er sich selbst von der Stimmung in der Stechert Arena beflügelt.

"Die Atmosphäre wird aufgeheizt sein. Aber ich spiele lieber in so einer Atmosphäre, als wenn es mucksmäuschenstill ist. Das ist ein unheimlicher Ansporn, selbst wenn die Fans einen auspfeifen."

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