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Brandon Thomas (r.) wechselte von Göttingen nach Braunschweig © getty

Die Braunschweiger stehen erstmals im Pokal-Finale. Machowskis Risiko rächt sich, aber zwei Big Men kriegen die Skyliners klein.

Aus Bamberg berichtet Michael Spandern

Bamberg - Gleich bei ihrer ersten Teilnahme am Top-Four-Pokalturnier der Beko BBL haben die New Yorker Phantoms Braunschweig das Finale erreicht.

Das Team von Sebastian Machowski bezwang in einem "vor allem kämpferisch tollen Spiel", so der Trainer, Vizemeister Deutsche Bank Skyliners mit 82:77 (37:35) und verwehrte den Frankfurtern die Chance auf den ersten Titel seit der Deutschen Meisterschaft 2004 (DATENCENTER: BBL Pokal).

Im Finale von Bamberg treffen die Phantoms am Sonntag (ab 16.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Turnier-Gastgeber Brose Baskets und den Artland Dragons.

Mittmann: Auch im Finale unbekümmert

Nils Mittmann wäre auch vor einem Duell mit Liga-Souverän Bamberg nicht bange. "Wer den Pokal holen will, muss alle schlagen", sagte der Phantoms-Kapitän zu SPORT1. "Wir können da wieder unbekümmert herangehen."

Bei seinem Team ragten Backup-Center Jason Cain, der 25 Punkte erzielte und all seine vier Dreierversuche traf, sowie Routinier Marcus Goree mit einem Double-Double (14 Zähler, 12 Rebounds) heraus.

"Goree muss sich vor keinem verstecken", weiß Mittmann, was er an dem Euroleague-Sieger hat (Braunschweigs Marcus Goree im SPORT1-Interview).

Den Skyliners drückte DaShaun Wood trotz seiner 24 Punkte und sechs Assists nicht wie gewohnt seinen Stempel auf.

Frankfurt nur kurz vorne

Die Phantoms erarbeiteten sich durch Kyle Visser Vorteile unter dem Korb und zogen in den ersten viereinhalb Minuten auf 12:5 davon.

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Mit Wood und Evergreen Pascal Roller auf dem Feld schafften die Skyliners den Ausgleich, mit der Schlusssirene des ersten Viertels bescherte Jimmy McKinney, passgenau bedient von Roller, den Hessen mit seinem Dreier zum 20:18 die erste Führung.

Die Langen machen den Unterschied

McKinney legte nach Wiederbeginn einen Zucker-Assist unter den Korb auf Roger Powell. Doch es war nur ein Strohfeuer.

Die Big Men Goree und Cain brachten den Außenseiter wieder nach vorn. Und Brandon Thomas vollendete den 8:0-Zwischenspurt aus der Halbdistanz zum 29:22.

Braunschweig brachte gekonnt die Langen ins Spiel, sobald sie einen kleineren Frankfurter oder den nicht ganz so flinken Marius Nolte im Rücken hatten. Mit Erfolg: Visser tanzte Nolte aus und legte zum 34:26 (18.) ab.

"Die Länge zählt ja ganz offensichtlich zu ihren Vorteilen", erkannte Roller. Machowski erklärte aber, erst während des Spiels massiv auf diese Karte gesetzt zu haben.

Visser plötzlich schwer im Foultrouble

Zur Halbzeit standen elf Offensivrebounds für Braunschweig zu Buche und damit vier mehr als ihre Gegner. "Ihre zweiten Chancen haben uns sehr weh getan", räumte Frankfurt-Coach Gordon Herbert ein.

Nach dem Seitenwechsel war wieder Visser für einen Abstauber zur Stelle, netzte danach einen Hakenwurf zum 41:36 ein, bevor er sich im Clinch mit Chris Moss zu einem Offensivfoul verleiten ließ.

Es war keine zwei Minuten nach der Pause sein zweites Foul in diesem Viertel und das vierte an diesem Tage - woraufhin Coach Machowski den Center auf die Bank setzen musste.

Robertson drückt aufs Tempo

Doch Braunschweig ließ sich nicht beirren: Goree und Hamilton sorgten für den ersten zweistelligen Vorsprung: 52:40 (26.).

Frankfurt stürmte aber, angetrieben von Quantez Robertson, mit einem 8:0-Lauf wieder bis auf vier Punkte heran.

Machowski ging Risiko, nahm nicht nur Visser wieder herein, sondern ließ auch Kevin Hamilton trotz seines vierten Fouls kurz vor Ende des Abschnitts weitermachen.

Neun Minuten ohne zwei Starter

Das rächte sich in der ersten Minute des Schlussviertels bitter, als beide Starter zu Recht nach einem weiteren Vergehen endgültig vom Parkett mussten.

Die unverzagten Niedersachsen behaupteten dennoch ihren Vorsprung von mindestens drei Punkten. "Wir wussten, dass wir zusammenrücken und noch smarter spielen mussten", sagte Cain.

Und er ging voran: Zwei Freiwürfe und ein Dreier des Modellathleten brachten das 67:59 (36.). "Bei uns ist es nicht so wichtig, wer anfängt: Wir haben eigentlich neun Starter", meinte Machowski.

Goree stopft letzte Zweifel weg

Auch in der Defense überzeugten die Phantoms: Mittmann blockte Woods' Korbleger, Cains flinke Hand verhinderte einen Pass auf Powell.

Bereits in der vorletzten Minute mussten die Skyliners auf taktische Fouls setzen. Cain traf beide Freiwürfe, Thomas und LaMarr Greer nur jeweils einen. Goree machte aber mit zwei Dunkings - einen davon gegen Kimmo Muurinen - den historischen Phantoms-Sieg ein.

Das Stenogramm:

Frankfurt Skyliners - Phantoms Braunschweig 77:82 (35:37)Beste Werfer: Wood (24), Powell (15) für Frankfurt - Cain (25), Goree (14), Visser (12), Hamilton (10) für BraunschweigZuschauer: 6700

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