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Die Zuschauer erlebten vier tolle Partien, insbesondere die zwei Bamberg-Krimis © getty

Das Überteam aus Bamberg ringt im Finale mit Ach und Krach Braunschweig nieder. Den Phantoms fehlt "zweimal das Quäntchen Glück".

Aus Bamberg berichtet Michael Spandern

Die Brose Baskets haben ihrer Favoritenbürde mit Ach und Krach standgehalten und sich wie im Vorjahr den Beko-BBL-Pokal gesichert.

Die Bamberger, Ausrichter des Top Four, biss sich im Finale gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig mit 69:66 (36:35) durch - keine 21 Stunden nach ihrem aufreibenden Halbfinal-Sieg gegen die Artland Dragons.

Es ist der dritte Titel in der Ära von Chris Fleming, der die Brose Baskets im Vorjahr zu ihrem ersten Double führte. "Dass die Siege so hart umkämpft waren, macht diesen Titel besonders", sagte der Trainer zu SPORT1(DATENCENTER: BBL Pokal).

Goree wird zum tragischen Helden

Beste Werfer für die Franken, die nur 40 Prozent ihrer Zwei-Punkt-Würfe verwandelten, waren Pedrag Suput und Anton Gavel mit jeweils zehn Punkten. "Das hatten wir uns ein bisschen leichter vorgestellt", schnaufte Gavel durch.

Bei den Phantoms, die erstmals im Top Four standen, ragten Kevin Hamilton (20 Zähler, 7 Rebounds) und Marcus Goree (14 Punkte) heraus. Goree, der im Halbfinale gegen Frankfurt mit einem Double-Double zu den Matchwinnern gehörte, vergab diesmal 15 Sekunden vor Schluss die Chance zur Führung.

"Ich habe einen leichten Korbleger vergeben", ärgerte sich der Routinier. "Jetzt müssen wir noch härter trainieren und versuchen, es eventuell in den Playoffs gegen Bamberg besser zu machen."

Überraschungsstarter Schneiders sticht

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Phantoms-Coach Machowski beförderte überraschend 2,20-Meter-Mann Nick Schneiders in die Startfünf, der Tibor Pleiß und Pedrag Suput zu drei Fehlwürfen verleitete, John Goldsberry abblockte und im Angriff über Gavel hinweg traf.

Marcus Goree und Kevin Hamilton legten zum 7:0 nach (3.).

Nach Flemings Auszeit sorgte Suput für die ersten Bamberger Punkte. Gavel traf aus der Distanz zum Ausgleich, Reyshawn Terry nach sieben Minuten zur ersten Führung des Heimteams (11:10).

Phantoms kontern Bambergs Lauf

Die Brose Baskets packten nun konsequenter zu. Nach Goldsberrys Ballgewinn stopfte Pleiß einen Terry-Fehlwurf zum Abschluss eines 10:0-Laufs und zum Pausenstand von 17:10 in den Korb.

Doch die Niedersachsen waren unbeeindruckt: Cain ließ es über Pleiß hinweg krachen, Hamilton stibitzte den Einwurf und LaMarr Greer glich zum 17:17 aus.

[kaltura id="0_bwrpufib" class="full_size" title="Plei Es war einfach geil"]

Buzzer-Beater von Duvnjak

Goree wurde nun zum Fixpunkt der Phantoms-Offense, sorgte zweimal für die Führung.

Obwohl die Franken zumeist vorne lagen, fanden sie nicht zu ihrem Rhythmus. "Wir haben zu viel über die Schiedsrichter lamentiert", gab Coach Fleming zu. Goldsberry holte sich fürs Reklamieren gar ein Technisches ab.

Mit der Halbzeitsirene traf Braunschweigs Uros Duvnjak aus dem Laufen für drei Punkte zum 35:36.

Kein konstruktives Passspiel

Die Phantoms hatten zwar einen leichten Reboundvorteil (38:34), wussten ihre Längenvorteilen aber nur selten in Punkte umzumünzen. Zudem handelte sich Schneiders nach dem Seitenwechsel binnen zwei Minuten sein drittes und viertes Foul ein.

Dennoch setzten sich die Bamberger nie auf mehr als vier Punkte ab.

Im Gegenteil: Dank eines Tip-Dunkings von Cain und Greers Korbleger gegen Pleiß nahmen die Phantoms einen knappen 50:47-Vorsprung mit ins Schlussviertel.

Visser wieder vorzeitig raus

Visser kassierte im Duell mit Hines sein viertes Foul, der punktete trotzdem für Bamberg. Nach Nils Mittmanns Unsportlichem Foul an Casey Jacobsen legte dieser zum 56:52 nach.

Weil Greer sich mit Erfolg mehr zutraute, blieb Braunschweig aber dran, ging viereinhalb Minuten vor Schluss durch Hamiltons Dreier ein letztes Mal in Führung.

Jetzt führte Nervosität Regie. Nach einem dummen Ballverlust stoppte Visser Gavel beim Fast-Break. Er bekam ein Unsportliches Foul und war wie gegen Frankfurt vorzeitig raus.

Phantoms fehlt "das Quäntchen Glück"

Gavel traf einen Freiwurf und legte einen Dreier zum 67:63 nach. Doch Hamilton antwortete per Dreier.

15 Sekunden vor Schluss zitterte Braunschweigs Goree bei besagten Korbleger gegen Pleiß das Händchen.

Nach einem taktischen Phantoms-Foul traf Roberts beide Freiwürfe, Greer setzte unmittelbar vor der Schlusssirene fast freistehend einen Dreier auf den Ring und verpasste den Ausgleich. "Uns hat zweimal das Quäntchen Glück gefehlt", befand Machowski.

Bamberg dagegen bebte vor Begeisterung - und Erleichterung nach dem zweiten Top-Four Thriller in "Freak City".

Das Stenogramm:

Brose Baskets Bamberg - Phantoms Braunschweig 69:66 (36:35)Beste Werfer: Gavel (10), Supot (10) für Bamberg - Hamilton (20), Goree (14), Greer (11) für BraunschweigZuschauer: 6800

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